Barbara Meier im MADONNA-Talk

Erwachsen geworden

Barbara Meier im MADONNA-Talk

Vor 10 Jahren wurde sie „Germany’s Next Topmodel“ – heute ist Barbara Meier um viele Erfahrungen reicher, privat überglücklich – und als Schauspielerin in einem Hollywood-Film ihrem großen Traum näher.

Hollywood, ich komme“, titelte kürzlich ein Magazin – und meinte damit das unverwechselbare Topmodel, das vor nunmehr zehn Jahren von Heidi Klum in den „GNTM“-Olymp gehievt wurde. Aber das ist längst Vergangenheit – Barbara Meier (31) ist heute eine andere. Sie ist erwachsen geworden, wie die rothaarige Beauty sagt. Und: Sie hat noch viel vor. Soeben stand die im kleinen Amberg geborene Deutsche in Venedig vor der Filmkamera – für ihren ersten großen Hollywood-Film. „Unglaublich aufregend“, jauchzt das Model im Interview vor Freude, schließlich spielt sie in „Aspern Papers“ an der Seite von Film-Beau Jonathan Rhys Meyers (40).  

Engagiert. Aber auch eine völlig andere neue Aufgabe hat die Lebensgefährtin von Immobilien- und Finanzmogul Klemens Hallmann (41): Seit Kurzem ist sie deutsche Botschafterin für Fair Fashion. Wir haben mit Meier über Shoppen mit Köpfchen, ihre Filmkarriere und die große Liebe zu dem reichen Österreicher gesprochen.

Shootings, Film, Kampagnen – Sie pendeln derzeit zwischen vielen Terminen – bleibt da noch Zeit, den Sommer zu genießen?
Barbara Meier:
Ja, so viel geflogen, wie in letzter Zeit, bin ich schon lange nicht mehr. Ich freue mich ja, dass ich so viele Aufträge habe, aber das bringt natürlich mit sich, dass ich ständig in anderen Städten bin. Zwischendurch habe ich aber Gott sei Dank Gelegenheit, ein wenig Urlaub in Italien zu machen.


In unserem Mode-Fotoshooting (Anm. in der aktuellen MADONNA) präsentieren Sie tolle Öko-Mode, denn Sie sind ja seit Kurzem deutsche Botschafterin für Fair Fashion. Wie kam es dazu?
Meier:
Bei einem Zukunftskongress habe ich den deutschen Entwicklungsminister Dr. Gerd Müller kennengelernt – und wir sind ins Gespräch über das Thema fair produzierte Mode gekommen. Nach einiger Zeit ist man auf mich zugekommen, ob ich nicht Botschafterin werden möchte, da ich ja in der Modebranche tätig bin und mich das Thema sehr interessiert. Ich halte es für wichtig, viel mehr zu kommunizieren, dass Fair Fashion richtig toll aussehen kann – und dass man beim Shoppen einfach ein bisschen nachdenken sollte. Wobei ich als Botschafterin nicht mit erhobenem Zeigefinger durch die Gegend laufe, sondern auf lockere Art Bewusstsein schaffen will.


Als Model müssen Sie aber bestimmt oft auch nicht fair produzierte Mode tragen ...
Meier:
Ja, und das habe ich auch von vornherein gesagt, dass das nicht anders geht in meinem Job. Privat versuche ich dafür, ganz genau darauf zu achten, was ich trage, wo es herkommt und wie es produziert wurde. Leider ist die Modebranche noch nicht so weit, dass es – zumindest in meinem Job – möglich ist, den Schrank zu 100 Prozent mit Fair Fashion voll zu haben. Aber wenn jeder Mensch nur 10 Prozent seiner Kleidung mit Köpfchen einkauft, ist das auch schon mal ein Schritt in die richtige Richtung. Ich glaube, das ist das Wichtigste: den Frauen zu sagen, ihr müsst jetzt nicht sofort komplett öko sein. Aber seht euch mal an, wie schön Kleidung sein kann, für die nicht Menschen malträtiert oder Flüsse verseucht wurden. Und eben diese Marken, die tolle, fair produzierte Mode, die nicht nach „Öko“ aussieht, promote ich.  

Abseits Ihrer Botschaftertätigkeit standen Sie kürzlich als Schauspielerin vor der Kamera in Italien ...
Meier:
Ja, das war echt spannend. Es handelt sich um einen historischen Film, die Verfilmung des Romans „Aspern Papers“ von Henry James. Und der irische Star Jonathan Rhys Meyers spielt die Hauptrolle. Es war toll, mit jemandem so Erfahrenen zu arbeiten. Er ist völlig allürenfrei. Eine Herausforderung war allerdings, in englischer Sprache zu spielen – obwohl ich ja lange in New York gelebt habe, dort an der Schauspielschule war und gut Englisch spreche. Aber in einer Fremdsprache für die Rolle zu denken und zu fühlen braucht natürlich noch mal eine besondere Vorbereitung.


Klingt, als würde Sie die Filmbranche faszinieren. Könnten Sie sich vorstellen, ganz in dieses Genre zu wechslen?
Meier:
Ich mag das schon und ich würde gerne mehr drehen, aber ich glaube nicht, dass ich das Modeln ganz aufgeben wollen würde. Ich mag es gerne, mehrere Dinge zu machen – für viele Menschen ist es vielleicht ungewöhnlich, wenn man viele verschiedene Jobs macht, aber mir macht das Spaß. Ich komme aus der Unterhaltungsbranche, ich mag diese Welt – egal, ob vor einer Foto- oder einer Filmkamera.


Heuer jährt sich Ihr Sieg bei „Germany’s Next Topmodel“ bereits zum zehnten Mal.
Meier:
Ja, unglaublich, wie schnell die Zeit vergeht. Viele sagen zu mir, dass sie an mir erst sehen, wie rasch die zehn Jahre vergangen sind. Das ist witzig.

Inwiefern haben Sie sich in dieser Zeit verändert?
Meier
: Sehr, würde ich sagen. Ich habe ja damals, als ich teilnahm, Mathematik studiert. Das war eine ganz andere Welt, in der man zehn, zwölf Stunden am Tag damit verbringt, logisch zu denken. Und dann kam ich in die Medienwelt. Alles war anders und neu. Davor bin ich nur einmal in einem Flugzeug gesessen – und dann war ich ständig unterwegs. Am Anfang war ich noch ein bisschen zurückhaltender und fast verunsichert. Aber ich glaube, über die Jahre bin ich erwachsen geworden. Man denkt immer mit 18, man ist erwachsen und es gehört einem die Welt, man kann und weiß alles. Das ist aber nicht so. Durch die Sendung habe ich  sehr viel Erfahrungen sammeln können – positive, aber auch negative.


Denken Sie manchmal darüber nach, wie Ihr Leben heute als Mathematikerin wäre?
Meier:
Es ist meine Überzeugung, dass man immer gleich glücklich oder unglücklich ist. Wäre ich in meinem Studium geblieben, wäre ich im Durchschnitt wohl genauso glücklich gewesen, da wäre es mir genauso gut gegangen. Aber ich darf jetzt natürlich ganz tolle Sachen erleben, für die ich dankbar bin. Mir ist bewusst, dass es nicht so viele Menschen auf der Welt gibt, die so etwas erleben können. Aber ich hab’ auf der anderen Seite auch genauso Negatives erlebt.


Inwiefern?
Meier:
Die Modelbranche ist schon sehr hart. Man ist viel allein – alles ist ziemlich oberflächlich. Und man steht immer unter großem Druck. Du musst auf deine Figur, dein Aussehen achten und Tag für Tag neu um einen Job kämpfen. Wenn du dann einen Job kriegst, hast du einen Tag eine Arbeit. Dann geht’s von vorne los. Ein ständiger Kampf.


Ihr Lebensgefährte, der erfolgreiche Unternehmer Klemens Hallmann, könnte Ihnen ein einfacheres Leben ermöglichen – als Boutiquebesitzerin oder Designerin ...
Meier:
Ich glaube, das wollen wir beide nicht. Ich habe schon immer selbst mein Geld verdient, sogar als Teenager habe ich mir etwas zum Taschengeld dazuverdient. Klemens würde mich bestimmt unterstützen, wenn ich nicht mehr arbeiten könnte – aber er weiß auch, dass mich das unglücklich machen würde.


Wie sieht es mit Ihrer Familienplanung aus?
Meier:
(lacht) Ich weiß, die Journalisten warten alle darauf, dass wir heiraten. Aber wir haben keinen Stress. Auch wenn uns Familie sehr wichtig ist, geben wir uns da noch ein bisschen Zeit. Jetzt sind wir einfach einmal glücklich darüber, dass wir uns gefunden haben.

Zur Person
Privat. Barbara Meier wurde am 25. Juli 1986 im deutschen Amberg geboren. Sie studierte Mathematik in Regensburg, bis sie ein Modelscout im Einkaufszentrum entdeckte und zur Casting-Show „Germany’s Next Topmodel“ einlud.
Karriere. Nach ihrem Sieg 2007 ging es für die Rothaarige im Modelbusiness steil bergauf. Sie spielte auch schon in vielen  TV-Filmen kleine Rollen. Jetzt stand sie erstmals für eine internationale Produktion vor der Kamera.