Liebespaar

Liebeslexikon

Was ist der Manhattan-Effekt?

Kennen Sie den „Manhattan-Effekt“? Wenn nicht, dann wird es höchste Zeit. Denn dieses psychologische Phänomen kann Ihre Beziehung zerstören... 

Friede, Freude, Eierkuchen – das Glück wie eine Wolke, wie klebriger süßer Zuckerguss. Liebesbeziehungen scheinen – besonders von außen betrachtet – rein und perfekt zu sein. Wir vergessen ganz gerne, dass die meisten Beziehungen Arbeit sind: Kommunikation und aufeinander eingehen, Nähe und Vertrautheit und das alles ohne seinen Partner einzuschränken. Nein, die Liebe ist nicht nur reine Magie. Sie wird beeinflusst von so vielen Faktoren und deshalb müssen wir vorsichtig sein.
 

Woher kommt der Manhattan-Effekt? 

Hüten Sie sich also vor dem Manhattan-Effekt – denn er beeinflusst Ihre Beziehung. Und das sehr negativ. Entlehnt ist der Begriff aus einem Schwarzweiß-Film des berühmten Woody Allen, Manhattan. In dem Film aus dem Jahr 1979 geht es um die Liebe.
Die Liebe zu New York, die Liebe zur Freundin seines besten Freundes und die Liebe zu einer deutlich jüngeren Studentin. Als das Mädchen für ihr Studium nach England geht, fleht sie ihr Partner an, bei ihm zu bleiben. Er hat Angst, seine Geliebte durch die räumliche Trennung zu verlieren und fürchtet um die Beziehung. Die Liebe, so glaubt er, übersteht keine Flugstunden, Briefe und Anrufe, kein Sehnen und Abwarten. Das ist der Manhattan-Effekt: Paare, die sich gegenseitig einschränken und manipulieren, wenn sie glauben, dass sich Veränderungen im Leben Ihres Partners negativ auf ihre Beziehung auswirken. 

Was ist das Gefährliche am Manhattan-Effekt? 

Das Studium in einer neuen Stadt, die nicht nur einen Steinwurf oder sieben Haltestellen von der alten Schule entfernt ist; ein Auslandssemester oder ein verlockendes Jobangebot. Das Leben serviert uns Projekte, Chancen und Möglichkeiten und wir müssen nur zugreifen. 
Frei und ungebunden würden Sie zusagen, die Koffer packen die Wohnung kündigen und sich in ein neues Abenteuer stürzen. Sie besprechen das Angebot mit Ihrem Partner. Und dieser ist – dem Manhattan-Effekt verfallen – nicht unbedingt erfreut.
Er fürchtet um die gemeinsame Beziehung. Die nahe Zukunft bestehend aus Stress in verschiedenen Welten, Update übers Handy und wochen- wenn nicht sogar monatelange sexuelle Abstinenz – stehen wie ein unbezwingbarer Berg vor ihm. Zum Wohle der Beziehung sollte Sie das Jobangebot ausschlagen und das Auslandssemester besser verschieben...  
 

Das geht nicht gut aus...

Selbstverständlich kann das nicht gut ausgehen. Auch wenn Sie aus freien Stücken handeln, auch wenn Sie sich bewusst für Ihren Partner und die Liebe entscheiden – irgendwann wird Sie diese verpasste Chance dennoch einholen. Wer seinen Partner zum Wohle der Beziehung subtil dazu zwingt, gewisse Projekte auszuschlagen, der bezahlt früher oder später.
Das „Zum Wohle der Beziehung“ zieht sich plötzlich wie ein Riss durch Ihren gemeinsamen Alltag, ist wie ein spinnenfeiner Sprung im Glas einer Fensterscheibe. Und durch diesen Sprung bläst ein eiskalter Wind...
 
 
 

Hätte, hätte… 

Jeder von uns weiß, wie wir nicht Geschehenes im Nachhinein idealisieren können. „Hätte ich nur dieses Angebot angenommen…“ „Wäre ich nur ins Ausland gegangen…“ Der Frust und Unmut über verpasste Chancen und aufgeschobene Entscheidungen werden auf den Partner projiziert, der in diesem Moment nur sein Glück und die gemeinsame Beziehung vor Augen hatte. Die Auswirkungen des Manhattan-Effekts zeigen sich meist erst Monate (oder sogar Jahre!) nach der eigentlichen Entscheidung. 
 

Unterstützung 

Es mag wie ein überholtes Klischee klingen, aber im Grund sind Klischees doch auch nur Wahrheiten, die wir zu oft gehört haben. Unterstützen Sie Ihren Partner in seiner Selbstverwirklichung. Ihre Beziehung sollte kein Korsett sein, das Ihnen die Luft abschnürt und Sie flacher atmen lässt. Ihr Partner sollte sich über Ihre Erfolge genauso sehr freuen, wie über seine eigenen. 
 

Krisen sind Gradmesser 

Das Jobangebot, der Umzug, der Wunsch eine Weltreise zu machen – betrachten Sie diese Ereignisse nicht als Stolpersteine Ihrer Beziehung, sondern als Gradmesser.
Nein, einfach ist es definitiv nicht. Aber es ist niemals einfach, sich die wesentlichen Lebensfragen zu stellen: Will ich das noch? Bin ich für dieses Opfer bereit? Wie wichtig bin ich mir selbst? Wenn Sie bei Ihrem Partner dieses Verhalten entdecken – sprechen Sie ihn darauf an. Kommunizieren Sie ihre Sorgen und Ängste, aber auch den Wunsch danach, sich selbst zu verwirklichen und bestimmte Chancen wahrzunehmen. 
 

Wir schaffen das 

Es gibt die absurdesten Liebesgeschichten, die verrücktesten Fernbeziehungen. Menschen, die sich am anderen Ende der Welt von zwei unterschiedlichen Kontinenten über den Weg liefen und mittlerweile glücklich verheiratet sind. Paare, die sich monatelang nur über Skype gesehen haben oder wochenlang nichts voneinander hörten. Aller Widersachen zum Trotz: Happy End. Das sollte doch Mut geben, nicht wahr? Alles ist möglich. Wenn Ihre Beziehung auf einem sicheren Fundament steht, warum sollte sie nicht auch das überstehen? Menschen wachsen an den Herausforderungen und in all den großen Lebensentscheidungen sollte ein einfühlsamer Partner hinter Ihnen stehen und Sie in all Ihren Entscheidungen unterstützen. 
 

Don't settle for less

Geben Sie sich nicht mit weniger zufrieden. Machen Sie keine Abstriche in dem Leben, das Sie für sich erträumt haben, nur weil Sie glauben, es könnte Ihrer Beziehung schaden. Kein Mann der Welt ist es wert, seine eigenen Ziele und Wünsche über den Haufen zu werfen und ihm zuliebe dazubleiben. Übrigens auch keine Frau. Der Manhattan-Effekt funktioniert geschlechtsunabhängig.