Wir sind Singles - na und?

Ein glückliches Leben ohne Mr. Big

Wir sind Singles - na und?

City ohne Sex! Erfolgreiche Frauen wollen in Sachen Beziehungen keine Kompromisse eingehen. Gesucht wird heute Mister Big und nicht mehr Mister Right.

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Die Chance, dass eine 40-jährige Single-Frau bei einem Terroranschlag ums Leben kommt, ist größer, als dass sie noch den Mann fürs Leben findet!“ Diese Harvard-Studie, die vor genau 20 Jahren für Schlagzeilen in der ganzen Welt sorgte, traf Betroffene damals wie ein Hammerschlag.

Kein Wunder, galten alleinstehende 40-plus-Frauen sogar in den 80er-Jahren oft noch als – im Freundeskreis mitleidig belächelte – „übergebliebene Eigenbrödlerinnen“. Während Single-Männer immer und zu jeder Zeit als tolle Hechte durchgingen.

Doch das Blatt hat sich ganz ordentlich gewendet:
„Young, free und single“, lautet das Motto von immer mehr Frauen, auch noch jenseits der 35 – und bei vielen auf rein freiwilliger Basis. Insgesamt 1, 3 Millionen Menschen leben laut einer aktuellen Parship-Studie in Österreich ohne Partner – knapp die Hälfte davon sind Frauen.

Und der Trend geht in Richtung Langzeit-Singles: Mehr als die Hälfte aller ­allein stehenden Männer und Frauen kommen bereits länger als ein Jahr ohne „bessere Hälfte“ aus. Und die meisten der weiblichen Singles darunter sind Akademikerinnen oder erfolgreiche Frauen in Top-Positionen. Beachtlich auch:

Laut der Studie, die in insgesamt 13 europäischen Ländern durchgeführt wurde, sind österreichische Singles die anspruchsvollsten bei der Partner-Wahl.

Angst der Männer
„Eine Beziehung um jeden Preis kommt für mich nicht in Frage“, hat sich auch Lisa Joham zum Prinzip gemacht. Die Chefin vom Dienst beim Monats-Magazin Wien live ist 30 Jahre jung, bildhübsch, selbstbewusst und hochintelligent obendrein.

Eine Frau, die sich die Männer wohl nur so aussuchen könnte, wäre da nicht die leidige Frage: „Wie stark darf eine Frau in einer Beziehung tatsächlich sein?“ Alexandra Hartl, Fernseh-Redakteurin und überzeugter Single, hat dazu eine eigene Theorie: „Männer finden es theoretisch toll, eine erfolgreiche, toughe Frau an ihrer Seite zu haben.

Aber in der Praxis halten sie es dann nicht aus, die zweite Geige zu spielen.“ Weshalb es die Journalistin genießt, sich auf niemanden einstellen zu müssen. „Mit einem guten Netzwerk an Freunden lebt es sich ohne festen Partner weit schöner“, ist sie überzeugt.

Wirtschaftliche Unabhängigkeit
Ein Lebensmodell, das auch Star-Astrologin Gerda Rogers und ihre Zwillingsschwester Renate (66) seit Jahrzehnten bevorzugen. „Ich habe beides versucht – kein Vergleich“, erklärt Rogers, die sich nach 25-jähriger Ehe scheiden ließ und seither immer allein lebte.

„Es gibt einfach Menschen, die zum Single geboren sind. Ich gehöre eindeutig zu diesen zehn Prozent.“ Die Einstellung zu Beziehungen der beiden Schwestern gleicht sich ebenso, wie ihr Äußeres. Die Steinbock geborenen Zwillingsschwester Renate ist überzeugt: „Männer wollen von Ehefrauen, dass sie kochen, waschen, bügeln – für den Sex nehmen sie sich dann ab und zu eine Freundin. Da spiel ich nicht mit!“

Als Voraussetzung geben jedoch beide zwei wichtige Faktoren an: „Man muss sehr selbstbewusst und vor allem auch wirtschaftlich völlig unabhängig sein, um als Single-Frau in der ­Gesellschaft zu bestehen.

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Deppensteuer
Zweifelsohne mit ein Grund dafür, dass immer mehr Karrierefrauen auf ein Leben allein setzen. Wie auch Andrea Fendrich, Ex-Frau des Austro-Barden Rainhard und Inhaberin des großen Waschstraßen-Unternehmens Sappalot Cars.

„Ich bin zwar ein Beziehungsmensch, aber nicht um jeden Preis“, so die zweifache Mutter. „Wenn man 35 plus ist, dann hat jeder schon seine Deppensteuer gezahlt und ist nicht mehr bereit, diese Fehler zu wiederholen.“

Deshalb sei es gerade ab diesem Alter schwierig, einen passenden Partner zu finden. „Wenn man als Frau offensichtlich das Gefühl verströmt, dass man erfolgreich ist, schreckt das Männer ab und sie sind überfordert.“ Vielen sei es zu anstrengend, sich mit einer starken Frau im täglichen Leben zu arrangieren.

Hohe Ansprüche
Dass die meisten Frauen den Anspruch erheben, zu einem Mann aufsehen oder ihm zumindest auf Augenhöhe begegnen zu wollen, vereinfacht die Sache nicht unbedingt. Auch die Unternehmerin Patricia Teufner sieht in der fehlenden Kompromissfreude ein Problem:

„Als Single hört man immer wieder: ‚Wartest du etwa auf den Märchenprinzen?‘ Ich sage immer: Ja! Entweder es passt von vorne bis hinten, oder ich bleibe lieber allein“, so die attraktive Alleinerzieherin, die „nur ein selbstsicherer und dennoch einfühlsamer Mann reizen könnte“.

Dass es eingefleischte Single-Frauen diesbezüglich nicht unbedingt einfach haben, weiß Eva Kienauer-Bechter nur zu gut. Seit acht Jahren leitet sie eine Partneragentur und verhilft so ungewollten Singles zum Glück zu zweit. Ein Geschäft, das nachweislich blüht, wie auch die 100-prozentige Umsatzsteigerung der Online-Agentur Parship beweist. „Die Frau von heute setzt sich nicht allein in eine Bar, um jemanden kennenzulernen“, erklärt Psychologin Caroline Erb.

Nichts verpassen
Egal ob auf die eine oder die andere Art – Partnersuche kommt für Christina Maria Pieringer (29) zurzeit ohnehin nicht in Frage. Die Geschäftsführerin des Wohnprojekts Mandalahof und der Zeitschrift Ursache & Wirkung fühlt sich wohler denn je: „Es ist schön, einmal ganz für sich sein zu können und nicht immer die Stimmungen des anderen kompensieren zu müssen.“

Einzig: Verpassen will die sympathische Karrierefrau nichts: „Familie und Kinder sind für eine Frau etwas ganz wichtiges“, erklärt Christina. „Aber bis es soweit ist, lebe ich mein leidenschaftliches Single-Leben.“

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