Umgang mit behinderten Studenten soll verbessert werden

Studieren mit Behinderung: Symposium in Wien

Wie geht man mit Studenten oder Universitätsmitarbeitern mit Behinderung um? Und wie kann man bei angehenden Medizinern Hemmungen gegenüber körperlich beeinträchtigten Patienten abbauen? Diesen Fragen war an der Medizinischen Universität Wien das Symposium "Barrierefreie Universitäten" gewidmet. Ziel der Veranstaltung ist es laut der für Gleichbehandlung zuständigen Vizerektorin Karin Gutierrez-Lobos "Vielfalt mit einzubeziehen und auch sichtbar zu machen".

Gerade eine Medizinuni sei "in vielfacher Weise" von der Frage betroffen, wie mit Menschen mit Behinderung umgegangen werde, sagte Gutierrez-Lobos zur APA. So müsse es im Studium ein Ziel sein, den Umgang und die Kommunikation der künftigen Ärzte mit behinderten Menschen zu verbessern. Weiteres wichtiges Thema sei, wie Studenten mit Behinderung das Medizinstudium ermöglicht bzw. beeinträchtigten Mitarbeitern der Berufsalltag erleichtert werden könne. Dafür überprüft etwa regelmäßig ein Behindertenbeirat die Barrierefreiheit an der Meduni Wien und mahnt Änderungen ein.

Die Medizinuni sei im Umgang mit behinderten Studenten mit Problemen konfrontiert, die es an anderen Unis in dieser Form nicht gebe. "Zum Beispiel: Wie kann ich es einem Menschen mit Behinderung ermöglichen zu operieren?" so die Vizerektorin. Allerdings wolle sie auch aufzeigen, dass für Menschen mit Behinderung in der Medizin "viel mehr möglich ist, als man a priori annehmen würde". So könnten etwa auch hörbehinderte Menschen ein Stethoskop zum Abhören des Brustkorbs verwenden, an der Technischen Universität Wien sei dafür ein spezieller Verstärker entwickelt worden.

Weniger als ein Prozent als behindert deklariert

Weniger als ein Prozent der 8.500 Studenten der Meduni Wien ist als behindert deklariert, den größten Teil darunter stellen Studenten mit Allergien oder Atemwegserkrankungen (zwölf Prozent) sowie mit Sehbeeinträchtigung (fünf Prozent). Drei Prozent der rund 80 behinderten Studenten leiden an psychischen Krankheiten, ein Prozent hat Mobilitätsprobleme oder andere körperliche Einschränkungen und 0,75 Prozent haben eine Hörbeeinträchtigung.

An allen österreichischen Unis und Fachhochschulen hat im Rahmen der Studierenden-Sozialerhebung 2006 ein Prozent der Befragten angegeben, eine Behinderung zu haben. Weitere zwölf Prozent sind nach eigener Angabe chronisch krank und acht Prozent leiden an einer sonstigen gesundheitlichen Beeinträchtigung. In Summe hat demnach jeder fünfte Student in irgendeiner Form gesundheitliche Probleme. 40 Prozent der Betroffenen - das entspricht acht Prozent aller Studenten - geben an, dass ihre gesundheitliche Beeinträchtigung sich auf das Studium auswirkt. Die größten Probleme sind dabei unvorhergesehene Studienunterbrechungen, Schwierigkeiten mit dem Prüfungsmodus oder Organisationsfragen.