Geld

Let's talk money!

So steht es um unsere Finanzen

Wie Österreicherinnen über Geld und Vorsorge denken 

Eine Studie besagt, dass das weibliche Finanzwissen zu wünschen übrig lässt. Warum das nicht sein darf und wie Sie schnell Ihr Sparziel aufbessern, lesen Sie hier. 
 
Seine Finanzen unter Kontrolle zu haben, bedeutet unabhängig zu sein und sich somit nicht auf eine unglückliche Beziehung oder einen ungeliebten Job verlassen zu müssen. Und auch im Hinblick auf die Pension ist es für Frauen enorm wichtig, über die finanzielle Lage Bescheid zu wissen. Das sehen auch 86 Prozent der Österreicherinnen so, wie eine aktuelle Studie der „Hello bank!“ aufzeigt. Im Rahmen des Financial Future Report wurden 1.000 Österreicherinnen zwischen 18 und 55 Jahren zu ihrer Einstellung zum Thema Geld befragt und die Ergebnisse der Analyse zeigen auf, dass es „immer noch einen großen Unterschied“ zwischen den Geschlechtern gibt. Denn „im Vergleich mit Männern setzen sich Frauen leider zu wenig mit diesen wichtigen Themen auseinander“, resümierte Robert Ulm, CEO der „Hello bank!“. Und die Pandemie wirkt sich auch auf das Budget der Österreicherinnen aus: So sagen drei von zehn, dass sich ihre finanzielle Lage in den letzten zwölf Monaten verschlechtert hat. Wie Sie jetzt finanziell durchstarten, verraten wir Ihnen hier. 

Aus Erkenntnissen lernen
„Über Geld spricht man nicht“, lautet ein altes Small-Talk-Gebot. Doch das ist Humbug – und fördert nur potenzielle Ungleichheiten. Über das eigene Gehalt zu schweigen wird, wie der Financial Future Report aufzeigt, eher von älteren Frauen so gehandhabt, jüngere, vor allem jene der Generation Z, sind da schon ungezwungener. Denn diese wissen, dass der erste Vergleich mit besser verdienenden Freunden eventuell wehtut, letztlich aber einen Antrieb bilden kann, neu zu verhandeln. Wer lieber anonym über Geld plaudern will, kann das über Plattformen wie z. B. Kununu tun. 

Gegen den Gender Pay Gap  angehen
„Frauen, die nichts fordern, werden beim Wort genommen: Sie bekommen nichts.“ Das Zitat stammt von Simone de Beauvoir, und hat bis heute nichts an Aktualität eingebüßt. Dass Frauen systemisch benachteiligt werden, ist eine Sache. Denn der Gender Pay Gap liegt in Österreich bei 19,3 Prozent, wie mit dem Equal Pay Day vergangene Woche wieder bekannt wurde. Er markiert symbolisch jenen Tag, ab dem Frauen in Vollzeitanstellungen im Vergleich zu Männern quasi unbezahlt arbeiten müssen. Im Zuge dieser sozialen Ungerechtigkeit ist die Politik gefragt, dennoch dürfen Frauen nicht vergessen, immer wieder nach Gehaltserhöhungen zu fragen, da diese nicht von alleine passieren werden. Seien Sie sich Ihres Werts für das Unternehmen bewusst – und legen Sie noch die Steuer drauf. 
 
Haushaltsbuch führen 
Warum ist am Ende des Geldes noch so viel Monat übrig? Man wird es nur erfahren, wenn man sich einmal die Mühe macht und alle Ausgaben akribisch auflistet: 3,50 Euro für den Cappuccino, 10 Euro für den Lunch, 700 Euro für die Miete etc. Das Zauberwort gegen scheinbar unüberblickbare Ausgaben lautet: Haushaltsbuch. Damit erhält man ein für alle Mal Klarheit und sieht schwarz auf weiß, was einen wirklich vom Sparen abhält. Das Haushaltsbuch ist die Basis für den Weg in die finanzielle Unabhängigkeit. In diesem Zuge sollte man sich auch seine Kontosauzüge näher anschauen. Nutzt man die unterschiedlichen Streaming-Abos oder die Fitnesscenter-Mitgliedschaft wirklich? Bei Telefonverträgen lohnt es sich zum Beispiel, immer wieder Angebote zu vergleichen. Im besten Fall spart man bei einem Wechsel paar Euro ein, die man dann anlegen kann. Die gute Nachricht ist nämlich: Wie sechs von zehn Österreicherinnen behaupten, kann man sich schon ab 50 Euro pro Monat ein Vermögen aufbauen. 
 
Unerwartetes Planen
Unverzichtbar für ein selbstbestimmtes Leben ist ein Notfallkonto, oder wie die amerikanische Journalistin Paulette Perhach diesen nennt: ein „Fuck-off-Fund“. Auf diesem Konto sollte immer so viel Geld sein, dass man sechs Monate lang davon leben kann und nicht auf die Hilfe anderer angewiesen ist. Dieses Konto ist allein für einen selbst da, und zwar immer dann, wenn sich die berufliche oder private Situation ändert, wenn unvorhergesehene Ausgaben anstehen oder wenn man einfach Lust auf Urlaub hat. Perhach nennt das „finanzielle Selbstverteidigung“. 
 
Credo: Vorsorge
Auch wenn das ideale Einstiegsalter in die Vorsorge laut „Hello bank!“-Umfrage bei 24 Jahren liegt, ist es später erst recht sinnvoll, in die Thematik einzusteigen. So möchten sich sechs von zehn befragten Frauen finanziell etwas aufbauen, um fürs Alter vorzusorgen. Für jede Zweite ist Vermögen auch ein Notgroschen. 44 Prozent wollen sich damit finanzielle Unabhängigkeit „erkaufen“. Und vier von zehn denken über eine Investition in Immobilien nach. Darüber hinaus will jede zweite Frau mit Kind(ern) Geld an die Nachkommen weitergeben.