Papa sein ist wunderbar

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Papa sein ist wunderbar

Vorbildlich! Ein Leben für die Kinder. Der Ex-Beachvolleyballprofi und Dancing Star Oliver Stamm (41) ist derzeit hauptberuflich Papa.

Bewundernswert, wie gelassen Oliver Stamm reagiert, als Söhnchen Constantin (2) beim Milchschäumen rumpatzt und sich selbst und auch Baby Mia Joy (vier Monate) anschüttet. Keine Spur von Gereiztheit, obzwar das Leben mit zwei kleinen Kindern alles andere als ein Honiglecken ist. „Wir waren schon darauf vorbereitet, dass Kinder einem alles umkrempeln, aber dass es so anstrengend wird, damit haben wir nicht gerechnet.“

Kind vor Karriere
Der begeisterte Papa und auch Mama Caro Strasnik (42) stecken beruflich derzeit beide zurück, damit sie möglichst viel Zeit mit ihren Kindern verbringen können. Der Ex-Beachvolleyballprofi und jetzige Consulter und die Fotografin sind seit zehn Jahren ein Paar und haben lange auf Kinder gewartet. „Wir waren sehr glücklich, als es endlich geklappt hat“, so Oliver Stamm, „und wir sind in der glücklichen Lage, dass wir unsere beruflichen Termine gut auf die Kinder abstimmen können.“
Mit MADONNA sprach Oliver Stamm über den Papamonat, über Verzicht und Streit.

Wie oft sind Sie denn daheim?
Oliver Stamm:
Eindeutig mehr als die meisten anderen Väter, die ich kenne. Wir haben beide arbeitsmäßig
zurückgesteckt, um uns so intensiv wie nur möglich den Kindern zu widmen.

Haben Sie sich davor schon eine Arbeitsteilung überlegt?
Stamm:
Das hat sich ergeben und im Normalfall sind wir beide flexibel genug, um uns die Dinge auszumachen. Ich bin, wenn wir beide zu Hause sind, mehr für unseren Sohn zuständig, meine Frau für die Kleine. Solange unsere Tochter noch gestillt wird, bleibt das auch so. Wir besprechen unsere Arbeitstermine und stimmen uns so gut es geht ab.

Was halten Sie prinzipiell vom Papamonat?
Stamm:
Das ist eine sehr gute Idee. Aber es kann sich halt nicht jeder seinen Beruf so gut einteilen, wie ich.

Wie sehr haben die Kinder Ihr Leben verändert?
Stamm:
Wir sind keine dieser Eltern, die alles auf den Kopf stellen, wenn Kinder kommen. Natürlich muss man auf manches verzichten, aber diese Dinge fallen nicht ins Gewicht. Kinder zu haben, ist wunderbar und das wiegt wirklich alles auf.

Worauf verzichten Sie denn?
Stamm:
Man lebt anders, kindgerecht würde ich mal sagen. Die Kinder bestimmen zum großen Teil unseren Tagesablauf. Aber es ist nicht so, dass wir wegen der Kinder rigide Zeiten haben. Wir haben unseren Sohn bisher einfach immer mitgenommen, sogar auf eine lange Reise nach Vietnam. Das war eine interessante Erfahrung. Solange man beim Reisen in komfortablen Hotels sitzt, ist das kein Problem. Aber die Überlandfahrten in einem Autobus mit einem kleinen Kind waren wirklich anstrengend und gewöhnungsbedürftig. Zum Glück ist Constantin ein sehr flexibles und überaus angenehmes Kind.

Was ist Ihnen im Zusammenleben mit den Kindern wichtig?
Stamm:
Mir ist es wichtig, dass es daheim nett und gepflegt aussieht, aber es stört mich nicht, wenn man merkt, dass es zwei Kinder im Haus gibt. Ich räume abends, wenn die Kinder schlafen zusammen. Aber wenn ich mit den Kindern spiele, dann unterbreche ich nicht. Da gelten ihre Regeln. Ich genieße die Zeit mit ihnen sehr.

Ein Papa wie aus dem Bilderbuch...
Stamm:
(lacht) Ganz und gar nicht. Ich bin mehrmals täglich genervt und überhaupt nicht die Ruhe in Person. Kinder bringen das Leben ordentlich durcheinander und sobald ein Paar Eltern wird, ändert sich so ziemlich alles. Meine Frau und ich streiten jetzt auch mehr als früher.

Worüber streitet ihr denn?
Stamm:
Meine Frau sieht die Dinge sehr oft anders als ich. Eh klar, sie ist nun mal kein Mann, sondern eine tolle Frau und Mutter mit eigenen Ansichten. Sie hat oftmals andere Lösungsansätze als ich. Und darüber wird diskutiert. Und geschaut, wer die besseren Argumente hat. Oder aber auch wer mehr Willen hat, recht haben zu wollen.

Und wer hat diesen Willen?
Stamm:
Ich beuge mich der Meinung meiner Frau oft freiwillig, weil sie als Frau wohl instinktiv die richtige Idee hat. Manchmal beuge ich mich aber auch ohne ganz davon überzeugt zu sein. Wie das Männer halt nun mal so tun (grinst).