Masken-Mimik: So erkennt man Emotionen

Entschlüsselt

Masken-Mimik: So erkennt man Emotionen

Mimik-Kunde: Worauf man beim Gegenüber achten sollte, wenn die Maske den Mund verdeckt. 

Der Mund-Nasen-Schutz ist seit März 2020 Teil unseres Alltags. In den bevorstehenden Wintermonaten - wenn wir Haube und Schal tragen - wird das Deuten von Körpersprache und Mimik zusätzlich erschwert. Was die mimische Deutung des Gegenübers betrifft, führt die Verhüllung der Mundpartie, dass Indizien, die auf Emotionen von Mitmenschen deuten, größtenteils wegfallen. Oft fällt es uns sogar schwer Bekannte auf den ersten Blick zu erkennen, wenn die untere Gesichtshälfte verborgen bleibt. Jetzt muss man besonders genau hinschauen!
 

Auf Körpersprache achten

 
Im Oktober veröffentlichte das Institut für Psychologie der Universität Bamberg eine Studie zum Thema Masken und Deutung von Mimik. Die Forscher kamen zu dem Schluss, dass der Mund-Nasen-Schutz das Lesen von Emotionen in hohem Maße beeinträchtigt. Das Fehlen von mimischen Informationen bedingt eine geringere Genauigkeit und weniger Vertrauen in die eigene Einschätzung von Emotionen. Ekel wurde oft als Wut interpretiert, Wohlwollen oder Traurigkeit als neutral gedeutet. Die Studienleiter empfehlen daher zusätzlich auf Gesten oder verbale Kommunikation zu achten, um das Gegenüber besser zu verstehen. Zusätzlich kann man auch selbst mehr auf Körpersprache und das gesprochene Wort setzen, um sich klarer mitzuteilen.

Als zusätzliches Kommunikations-Tool empfiehlt es sich, auf Details der Mimik zu achten. Man kann lernen, die obere Gesichtshälfte besser zu lesen und die Bewegungen nasenaufwärts zu deuten.

Wir haben die wichtigsten mimischen Merkmale der häufigsten Emotionen für Sie zusammengefasst:

Angst oder Besorgnis
Die Brauen sind für diesen mimischen Ausdruck ausschlaggebend und bilden eine Gerade mit Faltenbildung über der Nasenpartie.  Die Augen sind oft asymmetrisch, der Blick diffus und unsicher.
© Getty Images

Wohlwollen:
Warmer Blick, offene Augenpartien und runde Bäckchen deuten auf ein unter der Maske verstecktes Lächeln hin. Das Gegenüber ist gut gelaunt und reagiert positiv auf Sie.
© Getty Images

 
Wut:
Die Augenbrauen sind auch hier die Hauptakteure der Mimik. Sie verlaufen in V-Form nach innen, die Zornesfalte kommt stark zum Vorschein. Blick ist hart und fokussiert, das Gegenüber blinzelt häufig.
© Getty Images

Ekel oder Abneigung:
Stirnrunzeln, schmale Augenform und Faltenbildung zwischen den Brauen sind ein klares Zeichen für Abneigung oder Entrüstung. 
© Getty Images

Schock oder Überraschung:
Hochgezogene Augenbrauenbögen, weit aufgerissene Augen und starke Faltenbildung auf der Stirn. Diese mimischen Indizien deuten auf eine Bewertung der (unerwarteten) Situation hin. Der Blick ist frei und fokussiert auf das gegenwärtige Geschehen. 
© Getty Images

Zweifel oder Skepsis:
Hochgezogene Augenbrauen (beide oder nur eine) und eine runde Augenform sind der mimische Ausdruck für Unglauben oder Verwirrung. 
© Getty Images