Hilfe, ich werde Mama!

Mami-Buch

Hilfe, ich werde Mama!

Wer nicht vor hat, schwanger zu werden, sollte sich von diesem Buch fernhalten", stellte Deutschlands Familienministerin Ursula von der Leyen bei der Präsentation des neuen Werks von Top-Journalistin Katja Kessler (39) treffend fest. Denn das 260-seitige Mami-Buch macht nicht nur aufgrund des mit funkelnden Steinchen besetzten, rosa Covers so richtig Lust aufs Kinder-Kriegen. Wer mit den unzähligen trockenen Ratgebern rund um die Schwangerschaft bis dato nichts anfangen konnte, ist hier genau richtig.

Denn das Mami-Buch zeigt auf 500 Fotos das Model Maya Stollenwerk zehn Monate vor und zehn Monate nach der Geburt ihres Sohns Giulien. „Mit einem gehörigen Schuss Humor verraten wir, was auf Schwangere zukommen kann", erklärt Bestseller-Autorin Katja Kessler. Die Ehefrau von Bild-Chefredakteur Kai Diekmann, dreifache Mutter und bereits wieder im fünften Monat Schwangere, war vor der Geburt ihres ersten Kindes Deutschlands bekanntete Society-Journalistin. Mit MADONNA sprach sie über Menschen, die man zu ihrem (Kinder)Glück zwingen muss.

Ihr „Mami-Buch" ist wenige Tage nach Erscheinen ein Mega-Erfolg. Warum ist Ihr Ratgeber besser als andere?

Katja Kessler: Wir kommen einfach nicht so besserwisserisch um die Ecke, sondern zeigen augenzwinkernd, was auf eine werdende Mama alles zukommen kann. Dass zum Beispiel die meisten am Ende der Schwangerschaft viel mehr wiegen als die vorgeschriebenen elf, zwölf Kilo. Und sie sich fühlen wie ein schnaufender Elefant. Maya, unsere Mami-Buch-Mama, hat sogar 26 Kilo zugenommen! Aber das Tolle ist: Anschließend nimmt sie wieder ab – auch das sieht man im Foto. Das macht Mut.

Wann haben Sie sich dazu entschieden, dieses doch sehr aufwendige Buch zu schreiben?

Kessler: Eine Woche nach der Geburt meiner ersten Tochter hatte ich das Gefühl: Mit etwas Luft anhalten sieht man den Bauch gar nicht mehr. Als ich zur Verkäuferin im Baby-Shop sagte: „Ich brauch einen rosa Strampler!", meinte sie: „Oh, Sie bekommen ein Mädchen?!" Da dachte ich das erste Mal: Warum hören bitte alle Ratgeber mit der Geburt auf?

Sie haben bald vier Kinder. Ist es nachvollziehbar, wenn Frauen keine Kinder wollen?

Kessler: Ich bin keine Baby-Missionarin! Sie hätten mich mal vor sieben Jahren treffen sollen. Kinderwägen waren für mich das, was störend im Weg rumstand, wenn ich in meinem Lieblingscafé einen Latte Macchiato trinken wollte. Ich glaube, alles entscheidend ist der richtige Partner, mit dem zusammen alles denkbar ist. Abends, wenn mein Mann und ich von einer Veranstaltung nach Hause kommen, pilgern wir zu den Bettchen und denken: ‚Hier liegt unser ganzes Glück.‘ Und manchmal schnarcht dieses Glück ganz schön laut. (lacht)

Sie sind nun wieder schwanger – ein Zufall oder hat Ihnen das Buch wieder Lust gemacht?

Kessler:
John Lennon sagte einmal: Leben ist das, was dir zustößt, während du dabei bist, andere Dinge zu planen.

Denken Sie, dass auch Männer das Mami-Buch lesen sollten?

Kessler: Unbedingt. Weil es mit dieser Gleichmacherei aufräumt. Ich glaube, niemals ist die Frau so sehr Frau, der Mann so sehr Mann, wie während Schwangerschaft und Geburt. Viele Männer, die mit in den Kreissaal gehen, beruhigt es zum Beispiel, wenn die Hebamme ihnen die Funktionsweise des CTG-Geräts erklärt. Die Frau in den Wehen würde da direkt erst mal mit der Bratpfanne zuschlagen.

Wie bezieht man Männer also mit ein?

Kessler: Man weiß doch: Männer muss man zu ihrem Glück zwingen! Eine gute Methode ist zum Beispiel: Buch offen liegen lassen. Beim Thema ‚Milcheinschuss – über Nacht von Körbchengröße A zu C‘ sind sie erfahrungsgemäß alle sofort im Boot (lacht). Bei den resistenten Exemplaren hilft es auch mal, ihnen zärtlich in die Rippen zu knuffen und zu sagen: ‚Hier Schatzi, lies mal!‘. Allerdings habe ich bei meinen Feldforschungen die Erfahrung gemacht, dass die meisten doch ziemlich neugierig sind und wissen wollen, was da im Bauch passiert.

Wie wäre es dann also mit einem Papi-Buch?

Kessler: Das hätte nur drei Seiten. Erstens: Wie viele Programme hat der Fernseher auf der Wöchnerinnenstation und kann man damit auch Fußball empfangen? Zweitens: Windeln wechseln ohne Handschuhe und Mundschutz. Und drittens: Wann gehört der Busen wieder mir allein?

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