Gegen Pollen wappnen

Allergie

Gegen Pollen wappnen

Allergiker-Albtraum. Kaum steigen die Temperaturen, ist die Luft voller Pollen. Was wann fliegt: 10 Fragen und Antworten.

Pollen-Alarm
Etwa 1 Mio. Österreicher leidet jedes Frühjahr unter Niesattacken, verstopfter Nase und Atembeschwerden. Der Grund: eine Allergie gegen Pollen! Heuer ist es so schlimm wie schon seit Jahren nicht mehr: Schuld ist der lange, kalte Winter, der die Blüten der Bäume fast gleichzeitig zum Explodieren bringt. Die Allergologin Dr. Henriette Holub-Hoberger erklärt hier, wie sich Betroffene jetzt gegen den Pollenflug schützen...

1. Wie kann ich mich vor Pollen schützen?
Immuntherapie: Mit einer neuen, hoch wirksamen Spritzentherapie (die Allergie ist zu 85 Prozent weg!) kann man sich jetzt nur noch gegen Spätblütler wie beispielsweise Beifuß schützen. So funktioniert diese Behandlung: 7 Spritzen werden einmal pro Woche subkutan verabreicht. Gegen aktuelle Pollen wie Birkenblüten helfen anti-allergische Tabletten (Antihistaminika), Nasen- und Augentropfen. Was man sonst noch machen kann: So oft wie möglich duschen und Haare waschen und nur kurz lüften. Am besten zur Mittagszeit (da ist der Pollenflug geringer!) oder nachts.

2. Sport im Freien. Ist das jetzt erlaubt?
Sport-Masken: Sport im Freien dürfen auch Allergiker ausüben. Es gibt beispielsweise bei Bständig eine spezielle Maske für Sportler gegen Pollen, die beim Radfahren oder Joggen nicht beeinträchtigt.

3. Man ist für Pollen allergie nie zu alt!
Spätzünder: Auch 50-Jährige können noch immer zum allerersten Mal eine Allergie ausbilden. Erst ab dem 60. Lebensjahr ist eine solche Entwicklung doch eher unwahrscheinlich.

4. Was ist Auslöser für eine Allergie?
Veranlagung: Auf jeden Fall muss eine Allergie immer latent da gewesen sein. Hat man diese Veranlagung, kann eine Infektionskrankheit oder OP Auslöser sein.

5. Wann ist eine Allergie gefährlich?
Asthma-Alarm: Eine Allergie ist nicht gefährlich, beeinträchtigt aber die Lebensqualität im Frühling – anders ist es bei einem sogenannten Etagenwechsel: Dann ist nicht mehr nur die Nasen-, sondern auch die Lungenschleimhaut betroffen – Mediziner nennen das allergisches Asthma!

6. Wie erkenne ich allergisches Asthma?
Nur saisonal:
Allergisches Asthma tritt im Gegensatz zum normalen Asthma nur während der Pollen-Saison auf, in den Wintermonaten ist man beschwerdefrei.

7. Was ist eine Kreuzallergie?
Verwandte Allergene:
Manche Stoffe haben eine verwandtschaftliche Nähe zu anderen fast identischen Stoffgruppen, man spricht hier von einer Kreuzallergie. Birkenpollen-Allergiker reagieren beispielsweise auch auf Äpfel, Karotten und Nüsse allergisch. Die allergieauslösenden Allergene in Äpfeln ähneln den Eiweißen der Birke so sehr, dass der Körper sie nicht unterscheiden kann und auf beide allergisch reagiert.

8. Kann eine Allergie verschwinden?
Nicht latent:
Es gibt Patienten, die im Blut zwar noch nachweisbare Allergene, aber plötzlich keine Beschwerden mehr haben. Das passiert beispielsweise oft bei Frauen nach einer Schwangerschaft. Auch wer als Kind allergisch reagiert, hat eine 50-prozentige Chance, dass die Symptome in der Pubertät komplett verschwinden.

9. Welche Pollen fliegen jetzt gerade?
Flugalarm:
Momentan öffnen sich aufgrund der plötzlichen Wärme die Birkenpollen fast gleichzeitig. Und auch Erle und Hasel, die normalerweise erst nacheinander dran sind, lassen aufgrund der Wärme jetzt die Pollen fliegen.

10. Was ist ein RAST-Test?
Auf der Suche:
Beim RAST-Test (Radio-Allergo-Sorbent-Test) handelt es sich um einen Bluttest. Er zielt darauf ab, Antikörper der IgE-Klasse gegen körperfremde Allergene nachzuweisen.

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