Der große Lebensmittel-Schwindel

Kein Schutz vor Fälschungen

Der große Lebensmittel-Schwindel

Große Aufregung um die Qualität einiger Lebensmittel. Für die großen Handelsketten in Österreich gibt es aber Entwarnung.

Konsumentenschützer warnen: Es ist nicht immer drin,was draufsteht. Bild: (c) Getty ImagesErdbeer-Joghurt ohne Erdbeeren, Garnelen aus Fischresten, Pesto aus billigem Pflanzenöl und Schokokekse ohne Schokolade: Was Lebensmittelforscher in Produkten finden, könnte einem den Appetit verderben. „Die Konzerne greifen derzeit ganz tief in die Trickkiste, um noch billiger produzieren zu können. Was dann auf dem Produkt draufsteht, hat nur noch selten etwas mit dem zu tun, was tatsächlich drin ist“, schlägt SPÖ-Konsumentenschutzsprecher Johann Maier Alarm.

Auf zwei verschiedene Weisen wird bei Lebensmitteln geschummelt:

  • Produkte gestreckt
Um ein höheres Gewicht zu erreichen, werden bestimmten Lebensmitteln Wasser, Geliermittel oder Fette beigemengt. Bekanntestes Beispiel: Der sogenannte Schummel-Schinken.

  • Falsche Kennzeichnung
Auf der Verpackung prangt eine frische Zitrone, Orangen oder Äpfel, in dem Produkt ist davon aber nichts mehr enthalten. Häufig wird auch bei der Herkunft der Produkte geschwindelt.

„Wir sind an einem Punkt angekommen, wo wir die Konsumenten eigentlich auffordern müssen, sich in erster Linie die Rückseite eines Produktes anzusehen“, ist deshalb auch Landwirtschaftsminister Niki Berlakovich (ÖVP) alarmiert.

„Dann sollte man aber eine Lesebrille einpacken, sonst kann man die kleinen Inhaltsangaben auf den Verpackungen kaum lesen“, schießt Maier nach.


AMA-Gütesiegel und Bio-Produkte ungefährlich
Auch wenn die Schwindel-Produkte nicht gesundheitsgefährlich sind, wird nun der Ruf nach einer Kennzeichnungspflicht immer lauter. Es ist noch immer nicht erlaubt, die Schummler beim Namen zu nennen. Maier fordert eine Gesetzesänderung.

Entwarnung gibt es für die großen Lebensmittelketten in Österreich: Sie setzen verstärkt auf Bio-Lebensmittel und solche mit dem AMA-Gütesiegel. Diese Produkte seien vollkommen unbedenklich, so Lebensmittel-Experten.

Das AMA-Gütesiegel, das bei den Konsumenten laut einer Studie großes Vertrauen genießt, soll jetzt ausgebaut werden.


Die Tricks bei der Nahrung
  • Schinken wird mit Wasser oder Fetten gestreckt.
  • Fischreste werden in Garnelenform gepresst.
  • Im Eis werden Früchte durch Aromen ersetzt.
  • Vollkornbrot besteht aus gefärbtem Weißmehl.
  • Pesto wird aus günstigerem Pflanzenöl gemacht.
  • Käse enthält zum Teil nur mehr 10 Prozent Käse.
  • Fruchtjoghurts werden statt mit Frucht-, weiter mit Kristallzucker gesüßt.