Was wir von Börsen-Oma Beate Sandner lernen können.

Wölfin der Wall Street

Was wir von Börsen-Oma Beate Sandner lernen können.

Ihr Tagesablauf hat nichts mit Seniorenleben und Pensions-Langeweile zu tun: Bereits um 4 Uhr früh steht sie auf, checkt ihre Mails und beginnt mit ihrer Arbeit als Kolumnistin und Autorin. Nachdem sie alle Wirtschaftszeitungen studiert hat, geht sie ins Fitnessstudio, danach sofort zurück an den Schreibtisch … Im Schnitt zehn bis elf Stunden Arbeit – und das im Alter von 81 Jahren. Beate Sander ist Powerfrau – und vor allem Aktien-Expertin! In Deutschland nennt man sie deshalb „Börsen-Omi“ – und jetzt erobert die Selfmade-Millionärin ganz gewiss auch Österreichs Herzen, wenn sie dieser Tage beim „Börsianer Festival 19“ in der Wiener Hofburg gastiert (Infos: boersianer-festival.com). Wo sich studierte Top-Experten treffen, um über die globalen Trends in der Finanzbranche zu referieren und diskutieren, ist Beate Sander nicht weit. Schließlich ist das Finanzwesen ihr Leben, Börsengeschäfte ihre Berufung. Doch das war nicht immer so …

Frau mit Geschichte. Die in der DDR Geborene floh mit nur 13 Jahren auf eigene Faust (ihre Eltern hatten sie in der DDR zurückgelassen) kurz vor dem Mauerbau in den Westen, um dort schließlich Lehramt zu studieren. 45 Jahre lang arbeitet Sander als Lehrerin, wurde Mutter von zwei Kindern und lebte ein „normales Leben“. „Ich hatte früher nie Geld“, erzählt die Pensionistin im Gespräch mit der „Bild“-Zeitung, für die sie heute als Börsen-Kolumnistin tätig ist. „Als Lehrerin verdient man nicht so viel, mein Mann als Lehrer-Quereinsteiger auch nicht. Wir sparten unser Geld für ein kleines Reihenhaus.“ Erst Ende der 90er-Jahre sollte ihr Interesse für den Börseboom ihr Leben für immer verändern. Sander gründet an der Schule, an der sie arbeitet, die sogenannte „Börsen-AG“, um Schülern mehr Wissen zum Thema Finanzen mit auf den Weg zu geben. Doch auf der Suche nach einem Ratgeber-Buch kommt die Powerlady drauf: So etwas gibt es gar nicht. Weshalb sie tätig wird und selbst das Buch „Börseneinstieg mit Spaß und Spannung“ herausgibt. Das Erstlingswerk wird zum Bestseller – und Beate Sander zum Aktien-„Junkie“.  
 
All ihre Ersparnisse – zunächst 30.000 DM – setzte sie für ihre ersten Aktiengeschäfte ein. Dank ihres Spürsinns und selbst entwickelter Strategien konnte sie sich ein Vermögen schaffen – und dieses auch trotz Crashs behalten. Ihre Pensionierung nutzte die disziplinierte Finanzexpertin, um sich ganz ihrem gewinnbringenden Hobby zu widmen. Als „Börsen-Omi“ teilt Sander nun ihr Wissen mit Interessierten, aber auch Vollprofis. In „Bild“ gibt sie regelmäßig Tipps wie „Langfristig anlegen!“ und „Breit gestreut – nie bereut“. Ihre Geheimwaffe sei auch, dass sie sich stets in die Materie einlese, in die sie investiert. Und: „Ich kann mir meine 100 Aktien auch mit 81 Jahren gut merken.“ 
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