Erst die Kälte macht die Farbe

Zierkohl braucht kühle Nächte

Grün herrscht vor, wenn die ersten Zierkohl-Töpfe in die Blumengeschäfte kommen. Oft zeigen nur die großen und kleinen Adern etwas Violett, Rosa oder Weiß. Die noch fehlende Kühle ist schuld daran, wissen Gartenexperten zu berichten. Solange es warm ist, zeigen Sorten wie 'Nagoya', 'Purple Pigeon', 'White Chrismas' oder die strubbeligen Köpfe von 'Peacock' allenfalls einen Hauch von Farbe.

Erst mit kühler werdenden Nächten wandeln sie sich. Schließlich tragen nur noch die robusten äußeren Blätter und die Blattränder das ursprüngliche Grün. Mit der Färbung schützen die Pflanzen ihre Zellen vor den sinkenden Temperaturen.

Wer lange Freude an seinen Zierkohl-Töpfen haben will, sollte sie nach Möglichkeit im Freien aufstellen. Das kommt nicht nur der Farbe zugute. Im warmen Zimmer fühlen sich Zierkohl-Köpfe auf Dauer nicht wohl und gehen meist ein. Draußen überstehen sie dagegen Temperaturen von bis zu minus acht Grad und können in milden Wintern sogar überdauern. Die winterliche Pflege beschränkt sich auf das gelegentliche Gießen, sofern der Regen nicht ausreicht.

Im Frühjahr beginnen die Kohlköpfe mit steigender Wärme zu schießen. Das heißt, der ursprünglich lockere Kopf streckt sich immer mehr. Schließlich schiebt sich ein dekorativer, reich verzweigter Blütenstand voll gelber Blüten empor. Mit der Reife der Samen endet der Lebenszyklus des Zierkohls, denn wie viele der Kohlarten gehört auch er zu den zweijährigen Pflanzen.