Patent-Pool für Zugang zu Aids-Medikamenten

Die Gesundheitsorganisation Unitaid will durch eine neue Initiative mehr Menschen in ärmeren Ländern den Zugang zu Aids-Medikamenten ermöglichen. Die Vereinigung gab in der Nacht auf Dienstag grünes Licht für die Gründung eines sogenannten Patent-Pools.

In diesen Pool sollen Pharmaunternehmen ihre patentgeschützten HIV-Medikamente einbringen, die sich viele Menschen beispielsweise in Afrika nicht leisten können. Aus allen eingebrachten Mitteln sollen Generikahersteller gegen eine Lizenzgebühr dann ein billigeres Nachahmer-Produkt zur Behandlung von Aids entwickeln. Normalerweise können Generika erst nach Ablauf des Patenschutzes auf den Markt gebracht werden.

Unitaid will den Aufbau einer Lizenzagentur für den Patentpool mit vier Millionen Dollar unterstützen. Sie soll Mitte 2010 ihre Arbeit aufnehmen. Nach eigenen Angaben hat die Gruppe bei der Ausarbeitung des Plans mit Pharmakonzernen wie Gilead, Merck und Tibotec zusammengearbeitet. Insgesamt hält sie 19 Medikamente von neun Unternehmen für geeignet und hofft nun darauf, dass die Pharmakonzerne die Initiative unterstützen. Unitaid ist eine internationale Einrichtung zum Erwerb von Medikamenten gegen HIV, Malaria und Tuberkulose.