So wird Zellhaufen unter dem Herzen zu Baby

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So wird Zellhaufen unter dem Herzen zu Baby

"Eifrig teilender Zellhaufen", so nennt Ildiko von Kürthy anfangs ihr ungeborenes Baby - Unter dem Herzen. Ansichten eine neugeborenen Mutter nennt sie ihren Roman über ihre Schwangerschaft.

Und selbst dieses autobiographische Buch aus den Gedanken und Erlebnissen der 40 Wochen, in denen sie sich nach und zur Mutter entwickelt hat, schreibt sie gewohnt süffisant. „Es ist absolut unsachlich, absolut ehrlich, absolut ich.“ So beschreibt sie ihr Buch „Unter dem Herzen“.

Video zeigt erstmals Geburt von innen

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Das sind die besten Auszüge aus Kürthys Schwangerschafts-Tagebuch: 1/15
19. August
  • Schwangerschaftswoche: 4 + 2 Tage
  • Gewicht: Morgens unbekleidet und ohne Kontaktlinsen, 64 Kilogramm. Bei 173 Zentimeter Größe und einem Körper, der noch nie zur Gattung der fettfreien Elfen gehörte, ein vortreffliches Ergebnis.
27. August
  • Schwangerschaftswoche: 5 + 0 Tage
  • Gewicht: Keine Waage in unserem Hotelzimmer. Leider auch kein Ultraschallgerät.
  • Zustand: 28 Grad, makelloser Himmel über Ibiza. Ich liege oben ohne am Strand. Danke, ihr Schwangerschaftshormone.
30. August, auf dem Rückflug von Ibiza nach Hamburg Zustand: Höhenangst! Ich kralle mich am Sitz fest und nehme meinem Mann das Versprechen ab, dass er mit unserem Kind all diese schrecklichen Dinge tun wird wie Riesenrad fahren, die Achterbahn besteigen oder den Fernsehturm besichtigen. Ich werde lediglich vom Erdboden aus zusehen und Zuckerwatte oder Paradiesäpfel essen.
9. September
  • Schwangerschaftswoche: 6 + 6 Tage
  • Gewicht: Tendenz steigend.
  • Zustand: Ich ringe mit mir, meinen Gynäkologen zu bitten, in unser Gästezimmer einzuziehen. Nur zur Sicherheit und bloß für die nächsten acht Monate.
6. Oktober
  • Schwangerschaftswoche: 10 + 4 Tage
  • Zustand: Vier Wochen später, ich kotze immer noch.
15. Oktober
  • Schwangerschaftswoche: 12 + 0 Tage!!!
  • Gewicht: 70 Kilogramm, laut einigen, wie ich finde, fragwürdigen Lehrbüchern gehöre ich damit zu den leicht übergewichtigen Schwangeren.
  • Zustand Baby: 5,3 Zentimeter groß.
  • Zustand Mutter: Fühle mich, als hätte ich einen unbefristeten Mietvertrag unterschrieben. Jetzt bin ich «richtig» schwanger, die kritischen ersten drei Monate sind heute vorbei.
11. November
  • Schwangerschaftswoche: 16 + 0 Tage - ab heute 5. Monat!
  • Gewicht: 73 Kilogramm. (Ich habe beschlossen, mich nicht mehr auf die Waage bei meinem Frauenarzt zu stellen. Die geht falsch! Drei Kilo mehr als zu Hause! Diese Demütigung tue ich mir nicht mehr an. Ich wiege mich ab jetzt daheim und flüstere der Sprechstundenhilfe das Ergebnis in einem unbeobachteten Moment zu.)
5. Dezember
  • Schwangerschaftswoche: 19
  • Zustand: Ich sehe jetzt von vorne genauso aus wie von hinten. Befremdlich irgendwie. Als würde ich ein weiteres Kind im Po austragen. Sollte ich heute zum Kaiserschnitt eingeliefert werden, müsste ich aufpassen, dass man mich nicht von der falschen Seite aufschneidet.
25. Januar
  • Schwangerschaftswoche: 27 - 7. Monat!!!
  • Gewicht: Werde mich morgen wiegen, versprochen. Aber um mal von etwas Erfreulicherem zu sprechen, mein Blutdruck bleibt immer super konstant: 100 zu 60. Ist doch ein wunderbares Ergebnis!
  • Zustand Schlomo: Räkelt sich, tritt und ist unüberspürbar. Er wiegt jetzt ein Kilo, ist also, obschon alleiniger Auslöser, für weniger als ein Zehntel meiner Gewichtszunahme verantwortlich.
  • Zustand Mutter: Andere Schwangere sehen im neunten Monat so aus wie ich jetzt.
2. März
  • Schwangerschaftswoche: 31 + 6 Tage - 8. Monat
  • Gewicht: Ich dachte nicht, dass ich in meinem Leben jemals so viel wiegen könnte. Ich bin jetzt eine Frau, der man im Bus einen Platz anbietet, der man erschrocken die Tür aufhält und bei der man sich sorgt, dass sie gleich auf dem edlen Teppich niederkommt.
  • Zustand Schlomo: Für ihn wird es eng. Wenn er sich rekelt und streckt, beult sich mein Bauch nach außen, als geschähe dort drin Unanständiges.
12. April - Zehnter Monat
  • Gewicht: Eine Dame spricht darüber nicht.
  • Zustand: Ich kann mir immer noch nicht vorstellen, dass ich ein Kind haben werde, und ich frage mich wirklich, wie ich es schaffen soll, vorher noch zur Pediküre zu gehen. Ich möchte unter keinen Umständen mit ausgefransten Zehennägeln entbinden, auf denen noch Reste der In­Farbe der vorletzten Sommersaison zu sehen sind.
18. April - noch elf Tage! Ich erstelle gerade eine Playlist für meinen Besuch im Kreißsaal. Ich suche nach mitreißenden Liedern, die mich aber nicht wehmütig stimmen. Denn vieles, was in meinem Leben von mitreißenden Liedern begleitet wurde, ist leider schon recht lange her oder - im Nachhinein betrachtet - nicht besonders gut ausgegangen.
Am 21. April um 22 Uhr 45 wird unser Sohn geboren. Wenn du in der ersten Nacht mit deinem Baby allein bist, gibt es einen Moment, in dem die Welt um dich herum untergeht.
Wenn dich das Kind zum ersten Mal klar und ruhig anschaut, mitten ins Herz, mit Augen, die bereits alles gesehen haben. Unendlich weise. Unendlich ernst.
5. Juni Scheiße, mein Leben ist vorbei. Ich werde nie wieder schnellen Sex auf schmutzigen Toiletten haben. Ich bin jetzt für immer Mutter.
PS: Das Schlimmste daran: Ich hatte noch nie schnellen Sex auf schmutzigen Toiletten.
15. April
  • Zustand Kind: Unser Sohn wird in einer Woche ein Jahr alt. Er kann krabbeln, winken und «Nei!» sagen. Er geht seit zwei Wochen in die Krippe und fühlt sich dort geradezu unverschämt wohl.
  • Zustand Mutter: Diese Mischung aus Freiheit und Leere, wenn ich die Kita verlasse, ist ein unglaubliches Gefühl. Ich habe ein Stück eigenes Leben zurückbekommen und empfinde das mal als Gewinn und mal als Verlust.

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