Qualitätsmängel bei PAP-Abstrich

Gebärmutterhalskrebs

Qualitätsmängel bei PAP-Abstrich

Keine durchgehende Qualitätskontrolle für PAP-Abstrich in Österreich.

Zellveränderungen am Gebärmutterhals können zu Krebs führen. Um dies frühestmöglich zu erkennen, wird in Österreich seit den 1970er-Jahren der klassische Zellabstrich empfohlen. Mängel bei der Sicherung der Abstrichqualität als auch der Beurteilung der Abstriche ortet eine Studie der Medizinischen Universität Graz. Sozialmediziner wünschen sich eine verpflichtende systematische Qualitätssicherung.

PAP-Test

Rund 50 Prozent der 20- bis 69-jährigen Frauen in Österreich lassen den PAP-Test mehr oder minder regelmäßig beim Gynäkologen durchführen, schilderte Sylvia Groth, Leiterin des Frauengesundheitszentrums Graz, im Gespräch mit der APA. Dabei werden zur Früherkennung des Zervixkarzinoms mittels Abstrich Zellen vom Gebärmutterhals entnommen und im zytologischen Labor ausgewertet.

 "Voraussetzung zur zuverlässigen Feststellung von Veränderungen der Zellen ist, dass die Gynäkologen die Zellen richtig abstreichen und diese im Labor zutreffend beurteilt werden", so Groth. Sie bemängelte: "Es gibt aber keine durchgehende Qualitätskontrolle für den PAP-Abstrich in Österreich."

Qualitätsmängel

Diesen Mangel illustriert die vorgelegte Studie, in der erstmals die Abstrichqualität der Gynäkologen als auch die Befundungsqualität von 15 Labors über einen längeren Zeitraum analysiert wurden. Bei der Analyse der Daten aus den Jahren 2004 bis 2008 wurden Qualitätsmängel sowohl bei der Abnahme durch die Frauenärzte als auch bei der Beurteilung durch die Labors festgestellt. "Beides reduziert die Aussagekraft über das Vorhanden- oder Nichtvorhandensein veränderter Zellen", sagte Studienkoautorin Eva Rasky.

Unzureichend
Die Studie zeige, dass die in Österreich betriebene bisherige freiwillige Selbstkontrolle "als alleiniges Instrument der Qualitätskontrolle unzureichend" sei: "Nicht alle Labors nehmen teil und nicht alle Teilnehmer senden jedes Jahr ihre Daten", kritisierte die Sozialmedizinerin. Sie fordert u.a. vonseiten des Gesundheitsministeriums verbindliche Vorgaben zur Qualitätssicherung sowie Sanktionen bei Nichteinhaltung. Als dringlich bewertete sie die "verpflichtende Weiterbildung, was die Abnahme und Beurteilung betrifft".

Regelmäßig untersuchen lassen
Rasky rät Frauen trotz der unbefriedigenden Qualitätssicherung zum PAP-Abstrich: "Ich halte es für sinnvoll, dass vor allem Frauen, die noch nie oder vor vielen Jahren einen Abstrich abnehmen ließen, sich untersuchen lassen. Gebärmutterhalskrebs ist ein sexuell übertragbarer Krebs, der früh erkannt werden kann und sehr gute Behandlungschancen hat". Das Frauengesundheitszentrum Graz empfiehlt Frauen, ihre Abstriche nur in Laboren auswerten zu lassen, die zumindest an der freiwilligen Selbstkontrolle teilnehmen. Weiters sollte immer eine schriftliche Vorlage des Ergebnisses eingefordert werden.