Österreicher essen mehr Gemüse

Gesünderes Leben

Österreicher essen mehr Gemüse

Geht es um frische Lebensmittel, dann essen die Österreicher vermehrt Obst, Gemüse und Milchprodukte. Dafür verzichten sie tendenziell eher auf Fleisch. So fasste Marlies Gruber, wissenschaftliche Leiterin des "forum.ernährung heute" bei einem Vortrag in Salzburg die Veränderungen beim Konsum von Frischwaren zusammen.

Anlass für die Zusammenschau der Veränderungen der Ernährungsgewohnheiten war das 20-Jahr-Jubiläum der rollierenden Agrarmarktanalyse, die seit zwei Jahrzehnten die Einkäufe von Frischwaren wie Obst, Gemüse, Fleisch, Milch und Fertiggerichten von 2.800 Haushalten exakt erhebt.

10 mal gesünder essen für Faule 1/10
1. Besseres Joghurt Fruchtjoghurt nicht kaufen, sondern selber machen. So sparen Sie Zucker und Zusatzstoffe. Greifen Sie zu Naturjoghurt und verfeinern Sie es mit frischen oder tiefgekühlten Beeren. Schmeckt lecker und ist wesentlich  gesünder. In fertigem Fruchtjoghurt findet man nur einen Hauch von echten Früchten.
2. Avocado statt Butter In Avocados stecken jede Menge gesunde ungesättigte Fettsäuren und Vitamin E. Zerdrückte und gesalzene Avocado schmeckt toll unter Käse oder Gurkenscheiben und Paprika - aber auch unter Marmelade. Probieren Sie es aus! Im Vergleich mit Butter: Butter bringt es auf 750 Kalorien und 83 Prozent Fett. Bei der Avocado sind es 220 Kalorien und 24 Prozent Fett (bei je 100 g).
3. Früher essen Wer kurz vor dem Schlafengehen ein üppiges Mahl zu sich nimmt, findet schwer in den Schlaf - oft droht auch Sodbrennen. Nehmen Sie Ihr Abendessen spätestens drei Stunden vor dem Schlafengehen ein. Abends lieber zu einer leichten Mahlzeit greifen. Dann kann der Regenerationsstoffwechsel ungestört laufen, Zellen und Organe erholen sich besser. Und wenn Sie abends auch noch auf Kohlenhydrate verzichten, dann tritt auch noch der Schlank-im-Schlaf-Effekt ein.
4. Die Schale bleibt dran Wer seinen Apfel oder seine Kartoffeln schält, wirft das Gesündeste eigentlich weg. Denn in der Schale stecken jede Menge Vitamine. Waschen Sie Obst und Gemüse lieber gründlich unter fließendem, kaltem Wasser.
5. Kochwasser verwenden Wer das Kochwasser von Gemüse wegschüttet, schüttet auch viele Vitamine weg. Kochen Sie daraus lieber eine leichte Suppe.
6. Täglich Leinöl Leinöl ist top in der Fettsäurenzusammensetzung. Es wirkt herzschützend und entzündungshemmend.
7. Genug trinken Mindestens 1,5 Liter sollten Sie täglich trinken. Wenn Ihnen Wasser zu fad ist, dann mischen Sie es am besten mit Cranberry-, Zitronen- oder Orangensaft.
8. Knackige Nüsse Essen Sie täglich eine kleine Handvoll Nüsse. Sie haben zwar viele Kalorien, stecken aber voller gesunden Inhaltsstoffen. Dazu zählen B-Vitamine, Vitamin E, gesunde Fette und hochwertiges Eiweiß.
9. Keine Softdrinks! Limonaden enthalten viel Zucker und künstliche Phosphate, die im Verdacht stehen, Herz und Gefäße zu schädigen.
10. Jeden Tag ein Apfel Eine der ältesten Regeln gilt noch immer: "An apple a day keeps the doctor away!". Äpfel sind randvoll mit Mineralstoffen und Vitaminen. Essen Sie jeden Tag einen Apfel!


Herkunft wichtig
Die Konsumenten achten sehr stark auf die regionale Herkunft von Lebensmitteln, ortet Gruber einen Trend, der seit Anfang der 1990er-Jahre an Bedeutung gewinnt. Die klassischen Mahlzeiten - Frühstück, Mittag- und Abendessen - haben hingegen an Stellenwert verloren. "Die Menschen essen öfter zwischendurch", spricht Gruber von "Snacking" als einem Trend. Auch der Anteil an Convenience-Produkten nimmt laufend zu. Viele Frauen seien berufstätig, die Zahl der Singlehaushalte steige, nennt die Fachfrau Gründe dafür, warum man immer häufiger zu Fertig- oder Halbfertigprodukten greift.

Um herauszufinden, welche Trends das Segment der frischen Lebensmittel in den kommenden zehn Jahren dominieren werden, hat Johannes Mayr, Geschäftsführer des Marktforschungsinstituts KeyQuest, rund 200 Personen aus der Branche befragt. Zu den fünf wichtigsten Trends bis 2024 gehören demnach die regionale Herkunft der Lebensmittel, der weitere Vormarsch von Convenience-Produkten, die gesunde Ernährung, die Zunahme von Vegetariern und Veganern sowie die Steigerung des Marktanteils von Bioprodukten.

Unter Convenience falle nicht nur das klassische Fertiggericht, sondern alles, was im Haushalt bei Einkauf, Zubereitung oder Vorratshaltung helfe. Als ein Beispiel nannte Mayr die Zuwächse von länger frischer ESL-Milch. Sie hat mittlerweile einen Anteil von 36 Prozent am Gesamtmarkt. Wer Wurst kauft, der tut das häufiger beim Selbstbedienungsregal als an der Feinkosttheke. "Die fertig verpackte Ware kann im Kühlschrank länger gelagert werden", nennt Mayr einen Grund. Mehr als zwei Drittel des Wurstumsatzes laufen über das Selbstbedienungsregal. 1997 lag der Anteil noch bei 38 Prozent.

Mehr Vegetarier
Zuwächse erwarten die Experten für die Zukunft bei vegetarischer oder veganer Ernährung. Der Anteil der Vegetarier liege derzeit bei 3,5 Prozent, bis 2024 dürfte er auf 5,9 Prozent klettern. Potenzial nach oben gibt es weiterhin für biologische Lebensmittel: Lagen sie in den 1990er-Jahren noch bei 2,7 Prozent, beträgt ihr Anteil aktuell 6,7 Prozent. Mayr prognostiziert aufgrund der Expertenbefragung in zehn Jahren 9,4 Prozent.
 

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