Magerwahn

Magersucht - Tödlichste psychische Krankheit

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15 bis 20 Prozent sterben binnen 15 Jahren - Am Beginn steht oft eine "Diät".

Essstörungen gehören zu den häufigsten psychiatrischen Erkrankungen in den Industriestaaten. Die Anorexia nervosa ist in diesen Regionen auch die tödlichste psychische Krankheit. "Die Mortalität liegt bei 20 Prozent nach 15 bis 20 Jahren", sagte Montagabend Hans-Peter Preglej von der psychosomatischen Station des Krankenhauses Leoben (Steiermark) bei der 45. Wissenschaftlichen Fortbildungswoche der Österreichischen Apothekerkammer (bis 9. März) in Saalfelden in Salzburg. Die Pädiatrie ist in diesem Jahr das Hauptthema der Veranstaltung.

Das sind die häufigsten Essstörungen: 1/5
Stressorexie - alles wichtiger als Essen
Sie tritt vorrangig bei Frauen zwischen 20 und 40 Jahren auf, die in ihrer Arbeit aufgehen, und keinesfalls weniger arbeiten möchten. Sie versuchen perfekt zu sein: sexy, schlank und modisch gekleidet. Sie wollen in ihrem Beruf glänzen und eine perfekte Mutter und Ehefrau sein. Sie wollen alles.Stressorexie geht im Gegensatz zu Magersucht und Bulimie nicht auf eine psychische Erkrankung zurück. Betroffene lassen das Essen aus, um mehr Arbeit im Beruf erledigen zu können. Nach dem stressigen Arbeitstag haben sie zu Hause kein Hungergefühl mehr, weil Stress dieses blockiert.

 Unter den 15- bis 30-Jährigen leiden etwa ein Prozent an krankhafter Magersucht (Anorexia nervosa). Das Verhältnis von Männern zu Frauen liegt bei eins zu zehn bis 20. Bei der Fress-Brechsucht, der Bulimia nervosa sind in der gleichen Altersgruppe zwei bis vier Prozent betroffen. Das Verhältnis zwischen Männern und Frauen beträgt eins zu sechs bis zehn. Reine Fresssucht (Binge Eating) ist ähnlich weit verbreitet, hier ist aber mit zwei Männern auf drei Frauen das Verhältnis zwischen den Geschlechtern schon weitgehend ausgeglichen. Vier bis zehn Prozent der Bevölkerung insgesamt sind aufgrund von Essstörungen adipös.

"Die Anorexia nervosa ist die häufigste Essstörung im Kindes- und Jugendalter. Es kommt zu einer Gewichtsabnahme von mindestens 25 Prozent des ursprünglichen Körpergewichts ohne organische Ursache. Der BMI beträgt weniger als 17,5 (Normalgewicht - BMI von 23 bis 24, Anm.), ein BMI unter 14 führt vermehrt zu Komplikationen wie auch eingeschränkte kognitive Leistung, die eine Psychotherapie nicht oder nur noch teilweise zulassen", sagte der steirische Experte.

Der Startpunkt für die Anorexie ist oft eine Diät, die schon - häufig bei bereits vorhandenem Untergewicht - eine Gewichtsabnahme bringen soll. Die Betroffenen leiden auch an einer Störung der Körperwahrnehmung. Sie sehen sich als "dick" an, obwohl sie sprichwörtlich am Verhungern sind. Ausbleiben der Regel, Suizidgedanken, klassische Zeichen von Unterernährung, Missbrauch von Abführmitteln und entwässernden Medikamenten (Diuretika), exzessiver Sport und Suizidgefährdung sind die Folgen. In der Behandlung wird oft mit den Betroffenen ein schriftlicher Vertrag abgeschlossen, der sogar mit Sanktionen im Fall des Nichteinhaltens der vereinbarten Gewichtszunahme gekoppelt wird.

Preglej: "Nach fünf Jahren kommt es bei 40 Prozent der Patienten zu einer Heilung, zu einer Besserung bei 25 bis 30 Prozent und zu einer Chronifizierung bei 25 Prozent." Leider kommt es oft zu einem Übergang zu einer Bulimie.

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