Gute Nachtruhe für Groß und Klein

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Gute Nachtruhe für Groß und Klein

Die Schlafgewohnheiten der Kleinsten sind nicht umsonst unter Müttern Thema Nummer eins. Ob im Baby- oder Kleinkindalter – viele Eltern bringt es zur Verzweiflung, dass ihre Kinder schlecht oder gar nicht schlafen und das Zu-Bett-Gehen zu einem täglichen Kampf wird. „Als Lena ein Baby war, gab es mit dem Einschlafen überhaupt keine Probleme“, erzählt etwa Anna K. in einem der unzähligen Internet-Foren, in denen sich besorgte Mütter und Väter über die weit verbreitete Problematik austauschen. „Jetzt ist sie eineinhalb Jahre alt und plötzlich gibt es jeden Abend einen riesen Radau, wenn ich sie in ihr Bettchen bringe.“ Keine Seltenheit, wie auch Dr. Christine Rankl, klinische Psychologin an der Wiener Kinderklinik in Glanzing erklärt: „So rapide sich Babys in den ersten Lebensmonaten und -jahren entwickeln, so oft ändert sich auch ihr Schlafverhalten.“ Und ebenso wie sich drehen, krabbeln oder laufen, müssen die Kleinen auch das Einschlafen und Schlafen erst erlernen.

Regelmäßigkeit hilft
Was viele Mütter instinktiv tun, ist auch aus kinderpsychologischer Sicht essenziell: Die Einhaltung von Ritualen! „Regelmäßige Abläufe sind für Kinder in vielerlei Hinsicht wichtig“, bestätigt Sandra Velasquez, klinische und Gesundheitspsychologin für Kinder, Jugendliche und Eltern. „Sei es, wenn es um Mahlzeiten, Spielzeiten oder Zähneputzen, vor allem aber, wenn es um das Schlafen geht.“ Vor allem im dritten und vierten Lebensjahr leiden Kleinkinder oftmals unter Einschlafproblemen. Denn in diesem Alter werden sie sich ihrer eigenständigen Persönlichkeit immer mehr bewusst. Die abendliche Trennung von den Eltern löst häufig Angst aus. „Außerdem entwickeln Kinder zunehmend Fantasie, die sie abends aufwühlt.“

Tipps
Doch welche Rituale sind die richtigen? „Wichtig ist es, die Verhaltensweise der Kinder als Phasen anzunehmen“, so Velasquez, die auch durch ihre Tätigkeit als ATV-Supernanny bekannt wurde. „Und herauszufinden, wie man die Kleinen am Abend am besten beruhigt.“ Auch wenn sie nicht gleich einschlafen können, soll man beispielweise die Kleinen auf jeden Fall – am besten stets zur gleichen Uhrzeit – zu Bett bringen. „Ich rate meist dazu, nach dem Abendessen noch zu Baden – das entspannt. Danach schaffen Sie im abgedunkelten Kinderzimmer eine ruhige, kuschelige Atmosphäre“, so die Kinderpsychologin. Ein wichtiger Tipp: Das Abendessen sollte nicht zuckerhaltig sein, denn viele Kinder reagieren darauf mit einem enormen Energieschub!

„Soll ich im Zimmer bleiben bis mein Kind einschläft?“ ist ebenfalls eine oft gestellte Frage von Eltern, die nicht einfach zu beantworten ist. „Es kommt ganz darauf an, ob ein Kind Angst hat“, erklärt Sandra Velasquez. „Gut ist es, sich beim Einschlafritual, sprich beim Vorlesen, Beten oder Singen an der Kopfseite außerhalb des Blickwinkels der Kleinen zu setzen – und nach dem Vorlesen ganz still zu sein. Meist tritt dann eine gewisse Langeweile und damit eine Schläfrigkeit ein.“

Richtige Gute-Nacht-Storys
Die deutsche Star-Autorin und Leading-Ladies-Award-Gewinnerin Katja Kessler ist vierfache Mutter und kennt daher sämtliche Einschlafprobleme beim Nachwuchs. Deshalb hat sie sich neben ihren erfolgreichen Büchern für Erwachsene (wie zuletzt „Das Schatzi-Experiment“) auch auf Gute-Nacht-Geschichten spezialisiert. Denn fest steht: nicht jede Geschichte eignet sich für das Abendritual. „Kleinkindern sollten auf jeden Fall liebe, unaufregende und vor allem abgeschlossene Geschichten erzählt werden“, weiß die Erfinderin von Paule, dem Schlafhasen. Für all jene, denen die Gute-Nacht-Storys langsam ausgehen, bietet Kessler und Pampers nun eine Download-Möglichkeit.

„Und wenn auch das Vorlesen das Einschlafen nicht erleichtert“, fügt Sandra Velasquez hinzu, „verzagen Sie nicht! Jede Phase hat eines Tages ein Ende – und eine neue beginnt, mit anderen Herausforderungen.

Autor: Daniela Schimke
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