Gesundheitsbericht

Doppelbelastung: Was Frauen krank macht

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Frauen leiden öfter an Depressionen. Minister Stöger präsentiert Studie.

Frauen leiden doppelt so häufig an Depressionen und haben ab 50 ein doppelt so hohes Herzinfarkt-Risiko wie Männer. So die Ergebnisse aus dem aktuellen Frauengesundheitsbericht, den Gesundheitsminister Alois Stöger am Internationalen Frauentag präsentierte. „Der Frauengesundheitsbericht schärft den Blick für die spezifische gesundheitliche Situation von Frauen. Auf diese Aspekte Bedacht zu nehmen, ist ganz klar die Politik dieser Bundesregierung“, so der Minister.

Doppelbelastung ist der Stressfaktor Nummer eins
Die Gründe für die gesundheitlichen Probleme der Frauen sehen die Experten in sozialen Faktoren, vor allem der Doppelbelastung im Alltag. „Frauen haben heute noch immer große Probleme, Beruf und Familie zu vereinbaren“, erläutert Martha Scholz vom Frauengesundheitszentrum Wels. Denn Faktum ist: Bis heute sind nicht einmal fünf Prozent der BezieherInnen des Kindergeldes Karenzväter, 80 Prozent der häuslichen Pflege von Familienangehörigen werden nach wie vor von Frauen erledigt, und 292.500 Mütter müssen als Alleinerzieherinnen und auf sich gestellt durchkommen. Stöger: „Es ist wichtig, die Sensibilität in diesem Bereich durch mediale Berichterstattung und wissenschaftliche Aufarbeitung des Themas zu erhöhen.“ Nicht nur die Politik, auch die Medizin ist gefordert: Denn Frauen brauchen eine andere Art von gesundheitlicher Betreuung. „Vor allem Ärzte sollen schon in der Ausbildung für die geschlechtsspezifischen Unterschiede bei Prävention, Behandlung und Nachversorgung sensibilisiert werden“, so Stöger.

Woran Frauen und Männer leiden
Frauen sind nicht länger in puncto Gesundheit das stärkere Geschlecht. In den letzten beiden Jahrzehnten schrumpfte der Vorsprung der weiblichen Lebenserwartung gegenüber der männlichen: von sieben Jahren im Jahr 1981 auf nunmehr 5,4 Jahre. Bei den häufigsten Todesursachen liegen bei Männern (31,1 Prozent) wie Frauen (48,2 Prozent) Herz-Kreislauf-Erkrankungen an erster Stelle, gefolgt von Krebs mit 28,6 Prozent bzw. 22,5 Prozent. Der kleine Unterschied:

Psychische Gesundheit
Frauen leiden doppelt so häufig an Depressionen oder Angststörungen wie Männer.

Herz und Kreislauf
Jenseits des 50. Lebensjahres haben Frauen gegenüber Männern ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkt. Dies korreliert mit dem Abfall des Östrogenspiegels mit Beginn der Menopause.

Symptome
Ein Herzinfarkt kündigt sich bei Frauen anders an als bei Männern. Und wird daher oft zu spät erkannt.

Arzneimittel
Der Stoffwechsel von Frauen tickt anders: Daher haben Arzneimittel unterschiedliche Wirkungen – und Nebenwirkungen.


Was sich in Zukunft ändern soll

Umdenken fordert Gesundheitsminister Alois Stöger in Zukunft auch für die Medizin und die Pharmaindustrie: „Wir wissen, dass Frauen und Männer unterschiedliche Gesundheitsrisiken haben. Das betrifft nicht nur die Therapie, sondern auch Prävention und Diagnose. Eine gute Gesundheitsversorgung muss auf geschlechtsspezifische Unterschiede auch Bezug nehmen.“

Forschung
So sollen die frauenspezifischen Ursachen von Depressionen weiter erforscht werden.

Bewegung
Frauen legen weniger Wert auf Sport: Hier sollen spezielle Fitness-Programme motivieren.

Medikamente
Auch bei Arzneimitteln sind Frauen stärker zu berücksichtigen. Stöger: „Vor der Zulassung eines Medikaments ist etwa ein Bericht über die Wirkung auf die Geschlechter zu erstatten.“

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