Das ist unser größtes Atemproblem

COPD in Österreich

Das ist unser größtes Atemproblem

Österreich hat ein Atemproblem: Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) betrifft wegen der vielen jugendlichen Raucher immer jüngere Semester. Die Lungenfunktionsprüfung (Spirometrie) wird von vielen Krankenkassen noch immer nicht beim Hausarzt gewährleistet, ambulante Rehabilitation bzw. Training als Therapie ebenfalls nicht. Dies erklärten am Montag Experten bei einer Pressekonferenz der Österreichischen Lungenunion in Wien.

Lungenerkrankungen 1/4
COPD Chronisch obstruktive Atemwegserkrankungen - ist ein Sammelbegriff für lang andauernde entzündliche Erkrankungen der Bronchien und der Lunge, die mit einer Verengung (Obstruktion) der Atemwege einhergehen.
Asthma bronchiale Anfallsweise auftretende Atemnot. Kann sich zu 6-12 Stunden andauernden Asthmaanfällen entwickeln. Achtung: Asprin kann Asthmaanfälle auslösen.
Chronisch-obstruktive Bronchitis Nach der Definition der WHO ist die chronisch-obstruktive Bronchitis eine Erkrankung, bei der es zu „Husten und Auswurf an den meisten Tagen während mindestens je drei Monaten in zwei aufeinanderfolgenden Jahren“ kommt. Schleimig-weißer Auswurf mit VerengungEs kommt einer vermehrten Schleimproduktion. Der Schleim wird zähflüssiger - Die Flimmerhärchen, werden weniger und unbeweglicher und befördern den Schleim nicht mehr nach außen. Die Bronchien werden eingeengt und die  Lungenfunktion eingeschränkt.
Lungenemphysem Bildet sich meist aus einer chronischen Bronchitis.  Aufgeblähtes Lungengewebe, das seine Elastizität verloren hat. Durch die Überblähung findet kein Gasaustausch mehr statt, sodass eine eingeschränkte Lungenfunktion entsteht.


"Die COPD, die 'Raucherlunge', ist eine volkswirtschaftliche Herausforderung. Wir gehen in Österreich von rund 800.000 Betroffenen aus, von denen 400.000 behandlungsbedürftig sind. (...) In Österreich wird die Häufigkeit der COPD in den nächsten zehn bis 20 Jahren um 20 Prozent zunehmen. Früher war das eine 'Pensionistenerkrankung'. Heute gibt es schon 40-Jährige, die Symptome haben, weil die Menschen viel früher zum Rauchen beginnen", sagte Otto Spranger, Sprecher der Österreichischen Lungenunion, aus Anlass des Welt-COPD-Tages am Mittwoch.

Die Organisation hat vergangene Woche eine repräsentative Umfrage mit rund 1.000 Personen durchführen lassen. Dabei zeigte sich, dass 67 Prozent der Österreicher mit dem Begriff der COPD - die klassische Rauchererkrankung mit Verengung der Bronchien, chronischer Entzündung und schneller Abnahme der Lungenfunktion - nichts anfangen können. Dafür rauchen 29,1 Prozent der Menschen täglich, 7,9 Prozent gelegentlich, 19,6 Prozent sind Ex-Raucher und 43,4 Prozent Nichtraucher.

Da die chronisch obstruktive Lungenerkrankung zumeist nach 20 bis 25 Jahren "Raucherkarriere" beginnt und das "Einstiegsalter ̈ für den Zigarettenkonsum in der Vergangenheit niedriger geworden ist, trifft die Krankheit zunehmend Menschen im erwerbsfähigen Alter, was das Leiden verlängert und die volkswirtschaftlichen Schaden vergrößert. In Europa schätzt man die jährlichen Gesamtkosten auf rund 50 Milliarden Euro.

Wichtig wären eine möglichst frühe Diagnose und eine konsequente Therapie mit den wirksamsten Arzneimitteln plus Rehabilitation und Training zum Bremsen des Fortschreitens der Erkrankung. Hier scheint das österreichische Gesundheitswesen deutliche Defizite zu haben. Gesundheitsökonom Thomas Czypionka (IHS): "Das österreichische Gesundheitswesen ist nicht so sehr auf chronische Erkrankungen und auf Prävention ausgerichtet." Dabei koste ein COPD-Patient in einem späten Stadium der Erkrankung das 25-Fache eines Betroffenen im Frühstadium.

Das sind die 4 Erkrankungs-Stadien: 1/4
Stadium 1 Leichtgradige COPD – Diese Krankheitsstufe ist manchmal, aber nicht immer durch Husten und Auswurf gekennzeichnet. Atemnot wird oft noch gar nicht bemerkt. Dem Betroffenen ist die Einschränkung der Lungenfunktion häufig nicht bewusst. Am ehesten wird diese Einschränkung durch Vorsorgeuntersuchungen entdeckt.
Stadium 2 Mittelgradige COPD – Husten, Auswurf, aber auch Kurzatmigkeit treten auf, typischerweise bei Belastung. Man kommt früher als gleichaltrige Gesunde außer Atem und wird weniger schwer oder nur langsamer arbeiten können.
Stadium 3 Schwere COPD – Es kommt zu stärkerer Kurzatmigkeit, verminderter Belastbarkeit, zu einer (akuten) Verschlechterung des Krankheitsbildes mit häufigem Husten, verstärktem Auswurf, vermehrter Atemnot, Abgeschlagenheit und fallweise Fieber.
Stadium 4 Gravierende Verschlechterung der Kurzatmigkeit und Belastungsfähigkeit, oft auch lebensbedrohlicher Verlauf, stark eingeschränkte Lebensqualität. Spitalsaufenthalte sind nicht zwingend, aber meist ein- oder mehrmals im Jahr erforderlich, eine Berufstätigkeit ist häufig nicht mehr möglich. Fallweise Sauerstofftherapie notwendig.

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