Krebszellen im Blut als Prognosefaktor

Auch in Frühstadium

Krebszellen im Blut als Prognosefaktor

Immer sensitivere Labormethoden erlauben auch immer genauere Prognosen, wie sich eine Brustkrebserkrankung entwickelt. Sie sollen damit eine Möglichkeit darstellen, die Therapie möglichst schonend und gleichzeitig wirkungsvoll genug zu gestalten. US-Wissenschafter haben jetzt nachweisen können, dass das Auffinden von im Blut zirkulierenden Krebszellen auch bei Mammakarzinompatienten im Frühstadium aussagekräftig ist, wie sie in einer im Lancet erschienenen Studie darstellen.

Bisher waren bösartige Zellen im Blut bei Mammakarzinompatientinnen nur bei bereits fortgeschrittener Erkrankung und Metastasen als Parameter für die Einschätzung des Krankheitsverlaufes verwendet worden. Bei Frauen in einem frühen Stadium der Erkrankung war das noch nicht nachgewiesen. Anthony Lucci (MD Anderson Cancer Center in Houston/USA) und seine Co-Autoren "fahndeten" zwischen 2005 und 2010 bei 302 Mammakarzinom-Erkrankten im Frühstadium zum Zeitpunkt der Operation nach Krebszellen im Blut und beobachteten die Probandinnen drei Jahre lang (35 Monate).

Das Hauptergebnis, so die Wissenschafter: "Wir identifizierten eine oder mehr zirkulierende Krebszellen bei 73 von 302 Patientinnen (24 Prozent). Die Feststellung von solchen Zellen sagte eine verringerte Zeitspanne bis zum Fortschreiten der Erkrankung (etwa das viereinhalbfache Risiko für eine Progression der Erkrankung, Anm.) und das Gesamtüberleben voraus (etwa vierfaches Sterberisiko)." Solche Untersuchungen seien damit aussagekräftig.

Im Einzelnen erlitten 15 Prozent der Patientinnen einen Rückfall oder starben, wenn bei ihnen bösartige Zellen im Blut festgestellt worden waren. In der Gruppe ohne Nachweis von zirkulierenden Krebszellen erlitten von 229 Kranken nur sieben einen Rückfall oder starben (drei Prozent). Das Gesamtüberleben der Patientinnen ohne zirkulierende bösartige Zellen im Blut betrug 98 Prozent, in der Vergleichsgruppe mit der schlechteren Prognose betrug im Beobachtungszeitraum 90 Prozent. Je mehr zirkulierende Krebszellen festgestellt wurden, desto schlechter waren auch die Chancen der betroffenen Patientinnen.

Erstaunlich, so die Autoren, sei, dass sich die Unterschiede zwischen den beiden Gruppen von Patientinnen (Nachweis oder kein Nachweis von zirkulierenden Krebszellen) schon nach relativ kurzer Beobachtungszeit - auch schon nach zwei Jahren - feststellen ließen. Jedenfalls würden die Resultate darauf hindeuten, dass man solche Untersuchungen und Befunde als Parameter in die Beurteilung des Stadiums und der Prognose einer Mammakarzinomerkrankung einfließen lassen sollte. Danach richtet sich auch die Intensität der Therapie.

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