Darum lächeln Models immer seltener

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Darum lächeln Models immer seltener

Was es mit der starren Miene am Laufsteg auf sich hat.

Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass Models während ihres Auftritts am Laufsteg eigentlich nie lächeln? Das ist kein Zufall, sondern hat einen bestimmten Grund.

Kleiderständer anstatt Persönlichkeit

Wenn ein Model den Laufsteg rauf- und runterläuft, dann ist ihr Gesichtsausdruck meist ernst und starr. Oft sieht ein Model sogar richtig traurig aus oder abwesend, wenn sie die Kleider eines Designers präsentiert und das ist auch so gewollt. Denn die Designer wollen ihre Kleidung in den Mittelpunkt rücken und das Model soll möglichst wenig davon ablenken. In den 60er Jahren war das noch ganz anders. Models waren Persönlichkeiten, lächelten und tanzten sogar auf dem Laufsteg. Auch während der Supermodel-Ära der 80er mit Naomi Campbell, Cindy Crawford und Linda Evangelista, setzte man noch auf außergewöhnliche Persönlichkeiten. Wenn einer der damaligen Supermodels über den Laufsteg stolzierte, wollte man auch, dass ihr Charakter zum Ausdruck kommt. Denn erst dann wurde die Kleidung zum Leben erweckt und das jeweilige Model gab der Mode den richtigen Touch.

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Im Wandel der Zeit

Das änderte sich mit dem japanischen Designer Yohji Yamamoto, denn er schickte damals als einer der ersten Designer ausdruckslose Models über den Laufsteg. Der lebende Kleiderständer war geboren. Auch der Trend hin zur Androgynität in der Modewelt brachte ernste Gesichter auf die Laufstege. Nicht zuletzt sorgte die Emanzipation dafür, dass lächelnde Models immer mehr verschwanden. Denn die Zeiten, in denen Frauen als Püppchen, perfekte Haus- oder Ehefrau dargestellt wurden sind vorbei und das soll auch bei einer Modenschau zum Ausdruck gebracht werden.