Listerien: Lebensmittel nicht lange lagern

Anfang der Woche waren in Deutschland und Österreich Todes- und Krankheitsfälle durch Käse aus dem Alpenland bekanntgeworden, der mit Listerien verseucht war. Listerien kommen fast überall vor, zum Beispiel im Boden oder auf Pflanzen. Sie sind auch in der Lage, auf Materialien zu überleben, die bei der Produktion von Lebensmitteln verwendet werden - etwa auf der Oberfläche von Schneidebrettern. Auf diese Weise könne auch vorher nicht belastetes Essen während der Verarbeitung mit den Bakterien in Kontakt kommen, warnte Jänsch.

Die Ansteckung erfolgt vor allem über kontaminierte Lebensmittel, die nicht hocherhitzt wurden - zum Beispiel Rohmilchkäse. Auch könnten Produkte befallen sein, die vor dem Verkauf und Verzehr längere Zeit gelagert werden, erklärte Jänsch. Denn selbst die beste Kühlung schützt nicht: "Listerien können sich auch im Kühlschrank bei vier Grad Celsius vermehren."

Im Darm haften sich die Bakterien an die Darmzellen und dringen in sie ein. "Hier vermehren sie sich und wandern von Zelle zu Zelle", sagte Jänsch. Sie können die Blut-Hirnschranke überwinden und zu einer Hirnhautentzündung mit tödlichem Ende führen. "Besonders gefährdet sind Personen mit einem geschwächten Immunsystem."

Dazu zählen ältere Menschen ab etwa 60 Jahren und Personen mit Vorerkrankungen wie Aids, Diabetes oder Krebs. Ein erhöhtes Risiko haben auch Transplantationspatienten, die Medikamente erhalten, welche das Immunsystem unterdrücken. Während der Schwangerschaft können Listerien zu Missbildungen und Fehlgeburten führen. "Menschen mit intaktem Immunsystem zeigen in der Regel eher nur Symptome, die an eine Magen-Darm-Grippe erinnern", sagte Jänsch.

Der beste Schutz vor einer Listerien-Infektion ist das Verwenden frischer Lebensmittel. Sofern möglich, werden sie beim Zubereiten auf mindestens 70 Grad erhitzt, riet Jänsch. Und grundsätzlich sollten Lebensmittel nicht lange gelagert werden - auch nicht im Kühlschrank.

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