Ein Baby zur Versöhnung

Daniela Schimke

Ein Baby zur Versöhnung

Ich werde sie nie vergessen, die großen rehbraunen Augen, mit denen mich Miriam Pielhau anblickte. Ihr Haar kurz und dünn, ihre ohnehin sehr schmale Figur immer noch geschwächt. Spuren eines 16 Monate langen Kampfs gegen den Brustkrebs. Miriam Pielhau hat ihn besiegt. Im Interview, das sie mir im Zuge ihres Wienbesuchs als Ehrengast der Pink Ribbon Night 2010 gab, erzählte mir die damals erst 35-jährige Moderatorin, warum sie den Kampf damals beinahe aufgegeben hätte. Wäre da nicht ihr Ehemann Thomas gewesen. Stets an ihrer Seite. Stets so stark, seine Tränen vor der Frau seines Lebens zu verbergen. Es sei ein gemeinsamer Sieg gegen den Brustkrebs gewesen, sagt sie – und wenn man sich die beiden ansieht und die ungebrochene Liebe zwischen ihnen spürt, zweifelt man keine Sekunde daran. „Wäre denn ein Baby die Krönung dieses gemeinsamen Siegs?“, frage ich naiv. Miriam sieht mich mit traurigen Augen an: „Natürlich, aber mein Körper ist sicher noch lange nicht bereit dazu. Vielleicht wird er das nie mehr sein.“

Wunder geschehen! Am letzten Wochenende brachte Miriam Pielhau in Berlin ein gesundes Mädchen zur Welt. „Nach all dem, was uns widerfahren ist, darf es jetzt auch mal gut laufen, oder?“ so Miriam. Unbedingt, bis ans Ende eures Lebens, liebe Miriam. Ich gratuliere euch von Herzen!

Daniela Schimke ist MADONNA-Chefredakteurin. d.schimke@oe24.at

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