Was gegen Schweißgeruch hilft

Im Büro steht eine wichtige Besprechung an. Das Rendezvous am Abend ist alles-entscheidend. Doch die Bluse oder das Hemd zieren unter den Achseln schon wieder unschöne Schweißränder. Und dann noch der unangenehme Geruch. Spätestens in solchen Situationen kann Schwitzen zur Belastung werden. Doch einfache Mittel können helfen, die Schweißproduktion des Körpers zu reduzieren und Geruch zu bekämpfen.

"Auf dem ganzen Körper sind mehrere Millionen sogenannte endokrine Schweißdrüsen verteilt", erklärt Gesundheitsberaterin Heidrun Holstein. "Diese sondern eine Flüssigkeit ab, die vor allem aus Wasser und Salzen besteht und zunächst geruchlos ist." Dadurch wird die Haut abgekühlt und die Körpertemperatur reguliert. Gleichzeitig scheidet der Körper Giftstoffe aus und stärkt so die eigenen Abwehrkräfte. Diese Körperfunktionen sind unverzichtbar.

Allerdings kann der Körper gezielt von außen beim Abkühlen unterstützt werden, so dass er keinen zusätzlichen Kühlungsschweiß produzieren muss. Das gilt bei Überhitzung, etwa bei körperlich anstrengenden Sport oder im Hochsommer. Je mehr Umluft vorhanden ist, desto leichter kann der Körper Wärme abführen. Ideal sei außerdem luftige, nicht zu eng anliegende Kleidung, "am besten aus natürlichen Materialien wie Baumwolle", rät Dermatologin Madeleine Schunter.

"Wechselduschen bringen den Kreislauf am Morgen in Schwung. Ein kalter Duschgang am Schluss sorgt außerdem dafür, dass sich die Poren - auch die der Schweißdrüsen - zusammenziehen", ergänzt Holstein. "Wer viel Kaffee, Tee oder Alkohol trinkt oder viel raucht, der schwitzt verstärkt." Auch scharfe Gewürze wie Chili und vor allem Übergewicht kurbeln die Schweißproduktion an. Und Menschen mit schwachem Kreislauf schwitzen mehr als trainierte Sportler.

Mit Beginn der Pubertät entwickelt sich eine zweite Drüsenvariante. "Die sogenannten apokrinen Drüsen sitzen vor allem in den Achselhöhlen, im Genitalbereich und rund um die Brustwarzen", erläutert die Gesundheitsberaterin. Aus ihnen werden neben Wasser und Salz auch Fette, Proteine und Aminosäuren ausgeschieden, und zwar vor allem bei Aufregung, Angst oder Stress.

Das Sekret aus den apokrinen Drüsen ist der Nährboden für tausende Mikroorganismen. Sie finden in der dunklen, feuchtwarmen Achselhöhle ideale Lebensbedingungen. "Die Mikroorganismen zersetzen die Bestandteile des Schweißes", erklärt Zellphysiologe Hanns Hatt. "Dabei entstehen kurze, verzweigte Fettsäuremoleküle." Und die müffeln.

Auch hier lässt sich das Prinzip "Reduziere die Auslöser des Schwitzens" anwenden: Wer mit Hilfe von Entspannungsmethoden oder auch Kommunikationstraining seinen Stress und seine Ängste bewältigt, der stößt weniger Angstschweiß aus. Bei vielen Menschen genügen ansonsten Wasser und Seife, um den Geruch zu beseitigen und vorzubeugen. Wird eine antiseptische Seife verwendet, so macht dies den Mikroorganismen das Leben besonders schwer.

"Eine wichtige Maßnahme ist außerdem, die Achselhaare zu kürzen oder zu rasieren", rät Dermatologin Schunter. Dadurch wird die Oberfläche, an der Schweiß und Bakterien sich ausbreiten können, reduziert und die Belüftung der Haut befördert. Und schließlich sind auch Deodorants beliebte Geruchskiller.