Keine Skihelmpflicht für Kinder auf Tirols Pisten

Das Land Tirol zeigt sich beim Thema Skihelmpflicht für Kinder weiterhin ablehnend. Nachdem Oberösterreich Anfang November eine derartige Regelung in Angriff genommen hatte, setzt man in Tirol nach wie vor auf "Imagekampagne statt gesetzliche Regelung" und verweigert gemeinsam mit Vorarlberg die Einführung einer Helmpflicht für Minderjährige bis zum vollendeten 15. Lebensjahr.

"Für ein entsprechendes Gesetz war der Widerstand beim Koalitionspartner zu groß", erklärte der Tiroler Sportreferent, LHStv. Hannes Gschwentner, bei einer Pressekonferenz am Donnerstag. Er persönlich sei "Befürworter" einer derartigen Regelung, aber insbesondere bei den Skiverbänden und anderen Interessenverbänden wie dem Kuratorium für Alpine Sicherheit habe große Skepsis gegen ein entsprechendes Gesetz geherrscht, betonte Gschwentner. "Wir setzen daher auf eine Softkampagne zur Bewusstseinsbildung", betonte er. Bei den Jugendlichen ortete Gschwentner ohnedies eine "hohe Bereitschaft", das "Problem" seien die älteren Wintersportler, die dafür nicht ausreichend sensibilisiert seien. Zudem sei eine Kontrolle "nur schwer" zu gewährleisten.

Laut einer aktuellen, vom Land Tirol in Auftrag gegeben Studie, die das Wissen der Wintersportler über die FIS-Regeln erhoben hat, sehen rund 68 Prozent der Befragten keinen Nachteil durch das Tragen eines Helmes. Mehr als die Hälfte der unter die Lupe genommenen Wintersportler sei ohnedies mit einem Helm ausgestattet gewesen, schilderte Studienleiter Christian Raschner vom Institut für Sportwissenschaften. Befragt wurden insgesamt 1.450 Ski- und Snowboardfahrer in 17 Tiroler Skigebieten.

Die Studie zeichnet außerdem ein düsteres Bild des Wissensstandes der FIS-Regeln unter den Wintersportlern. "Zwar wussten Dreiviertel der Befragten, dass es Regeln gibt, aber nur ein Drittel davon wusste explizit, dass sich das Verhalten an den FIS-Regeln zu orientieren hat", hob Raschner hervor. Ein besonderes Wissensdefizit habe sich bei Jugendlichen, ausländischen Gästen und Anfängern gezeigt. Diese Regeln würden vor Gericht aber als Maßstab herangezogen. "Wir werden daher vermehrt auf Bewusstseinsbildung setzen", sagte Gschwentner. Unter anderem in Schulen, bei Skikursen, in Hotels und Herbergen sowie beim Skilehrerverband müssten derartige Initiativen gestartet werden.