Kreislauf im Frühling auf Trab bringen

Frühjahrsmüdigkeit erfolgreich bekämpfen

Den Winter im Rücken, der Frühling in Sicht: Die Apathie der kalten Jahreszeit könnte vorüber sein - wenn da nicht die Frühjahrsmüdigkeit wäre. Obwohl die ersten Sonnentage locken, fühlen sich viele Menschen müde und antriebslos. Die eine Stunde weniger Schlaf nach der Zeitumstellung in der Nacht von 27. auf 28. März tut ihr Übriges. Doch die Frühjahrsmüdigkeit lässt sich bekämpfen.

"Im Laufe des Winters sind viele Menschen inaktiv geworden", erklärt Jürgen Steinacker, Professor für Sport- und Rehabilitationsmedizin am Uniklinikum Ulm. "Wegen des schlechten Wetters konnten sie weniger trainieren und haben weniger Sonnenlicht abbekommen." Das führt dazu, dass sie sich am Ende des Winters nicht nur weniger leistungsfähig fühlen, sondern es tatsächlich sind. "Etwa zehn Prozent der Leistungsfähigkeit hat man über den Winter eingebüßt", schätzt Steinacker.

Da hilft nur eines, sagt der Mediziner: "Raus aus dem Haus!" Auf Spaziergängen können Sonne und frische Luft die Stimmung positiv beeinflussen. Wer sonnenempfindlich ist, sollte es während der ersten Frühlingstage aber nicht übertreiben. Sonst kann das helle Licht eine leichte Migräne auslösen. Lieber auf Mütze und Sonnenbrille zurückgreifen, rät Steinacker.

Für Berufstätige ist es oft schwierig, den Arbeitsplatz zu verlassen, um an die frische Luft zu kommen. Sie können aber die Mittagspause für einen kleinen Spaziergang nutzen. Außerdem dürften sie nicht von der Arbeit direkt aufs Sofa, ermahnt der Mediziner alle, die zum Couchpotato-Dasein neigen.

Ältere Menschen waren im Winter besonders eingeschränkt. Deshalb ist die Frühjahrsmüdigkeit bei ihnen stark ausgeprägt. "Wir raten Senioren, trotzdem an die frische Luft zu gehen - aber in sicheren Gebieten." Das könne der Einkaufsweg sein oder ein Park, wo keine Hindernisse zu erwarten sind.

Neben viel Bewegung ist es wichtig, sich richtig zu ernähren. "Bei der Ernährung gelten die alten Regeln: Vitaminreich sollte sie sein. Viel Obst und Gemüse essen - eben alles, was momentan Saison hat", empfiehlt Steinacker. "Auf schwere Kost sollte möglichst verzichtet werden." Wer glaubt, mehr Schlaf könne die Frühjahrsmüdigkeit bekämpfen, irre: "Sich der Müdigkeit hingeben, davon wird es nicht besser." Stattdessen hilft nur, den Kreislauf in Schwung zu bringen.