Bewegung hilft Frauen an den Tagen vor den Tagen

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Eine gezielte Änderung des Lebensstils kann Frauen helfen, mit weniger Beschwerden durch die Tage vor ihren Tagen zu kommen. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) in Berlin hin.

Oft reichten schon frische Luft, Spazierengehen oder Joggen sowie Massagen oder Entspannungsmethoden wie Yoga oder Tai Chi, um diese Phase zu meistern. Mehrere wissenschaftliche Studien hätten ergeben, dass solche körperlichen Aktivitäten die meist als "Prämenstruelles Syndrom" (PMS) bezeichneten Beschwerden lindern.

Auch Heilpflanzen können einen Versuch wert sein. In klinischen Studien ist der DGGG zufolge die Wirksamkeit von Mönchspfeffer beim PMS nachgewiesen worden. Johanniskraut wirke bei depressiven Verstimmungen. Melisse, Baldrian, Hopfen und Passionsblume könnten die Reizbarkeit dämpfen sowie das Ein- und Durchschlafen fördern. Darüber hinaus hilft möglicherweise eine Nahrungsergänzung mit Kalzium: Eine große, placebokontrollierte Studie habe ergeben, dass praktisch alle PMS-Symptome durch die Einnahme von einer täglichen Dosis von 1.000 bis 1.200 Milligramm dieses Mineralstoffs zurückgehen.

Bei starken Beschwerden sollte allerdings der Frauenarzt gefragt werden, rät Prof. Alexander Teichmann von der DGGG. Sinnvoll sei, sich vorher über ein bis drei Zyklen die eigenen Beschwerden genau zu notieren und sie dann dem Arzt zu schildern. Hormonelle Behandlungen, meist mit einer Östrogen-Gestagen-Kombination wie in der Pille, seien bei körperlichen PMS-Anzeichen gut erprobt. Bei seelischen Problemen falle die Wahl eventuell auf Antidepressiva, die die Konzentration des sogenannten Glückshormons Serotonin im Gehirn erhöhen.

Viele Frauen haben fünf bis sieben Tage vor ihrer Menstruation mit psychischen und körperlichen Problemen zu kämpfen. Unter anderem sind das innere Unruhe, Anspannung, Reizbarkeit und Leistungsabfall. Auch Kopfschmerzen, Schwindel, Magen-Darmbeschwerden oder Rückenschmerzen können auftreten. Die genauen Ursachen sind laut Teichmann unbekannt, Einfluss hat aber in jedem Fall das An- und Absteigen des Hormonspiegels. Auch Veranlagung und die aktuelle psychosoziale Situation der Frau spielen vermutlich eine Rolle. Solange Alltag und Beruf noch einigermaßen bewältigt werden können, hat das PMS der DGGG zufolge aber keinen echten Krankheitscharakter.

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