Philipps tapferer Kampf

Aktion Weihnachtsherz

Philipps tapferer Kampf

In freudiger Erwartung auf Brüderchen Oskar wurde Philipp Adamczuk mit der Schock-Diagnose Leukämie konfrontiert. Wie der Achtjährige gegen den Krebs kämpfte und wie es der Familie heute geht, lesen Sie im Rahmen der „Aktion Weihnachtsherz“.   

A ls Kinga Adamczuk im Bauchbereich ihres Sohnes Philipp blaue Flecken auffallen, wird sie aufmerksam. In Kombination mit ungewöhnlichem Nasenbluten und starken Magenbeschwerden macht sich die damals im siebten Monat Schwangere mit ihrem Erstgeborenen auf den Weg ins Spital.  Philipps Milz wie auch Leber zeigen sich beim Röntgen als vergrößert, die Ärzte sprechen erst mal von einer Infektion, der Junge solle einen Monat lang aufs Turnen verzichten. Kurz darauf wird Kinga Adamczuk jedoch erneut kontaktiert, die Familie soll wiederkommen, man wolle ein größeres Blutbild machen. „Die Ärzte haben mir zwei A4-Zettel mit seinen Blutwerten in die Hand gedrückt, darauf war alles unterstrichen. Und sie haben gesagt, dass sie bereits das St. Anna Kinderspital kontaktiert haben, dort seien Spezialisten, die sich mit dem Thema Blut auskennen. Dann haben sie noch gefragt, ob ich einen Transport brauche. Mit böser Vorahnung habe ich gefragt, ob sie glauben, dass Philipp Blutkrebs habe, aber sie wollten mir einfach nichts sagen“, erzählt uns Kinga Adamczuk, als wir die Familie knapp ein Jahr nach der Diagnose besuchen.  

Blick nach vorne. Im St. Anna Kinderspital folgte tatsächlich damals die tragische Bestätigung – bei Philipp wurde ALL, Akute lymphoblastische Leukämie, festgestellt.  Die nächsten sieben Wochen war das Spital sein Zuhause. Wie der Achtjährige, der sich mittlerweile in Erhaltungstherapie befindet, und seine Mutter sich an die Zeit zurückerinnern, lesen Sie hier.     

Sie sind nun knapp ein Jahr nach der Diagnose. Wie geht es Ihnen heute, was waren die schwierigsten Momente?
Kinga Adamczuk:
Philipp war so stark und tapfer. Es ist unglaublich, wie er das überstanden hat. Die erste und die dritte Woche der Chemotherapie waren schrecklich, da hat er leichte Depressionen bekommen. Das Schlimmste war die zweite Cortison-Behandlung. Beim ersten Mal hatte er 75 Prozent Muskelabbau, er konnte kaum gehen.  Im Gesicht ist er zwar aufgegangen, während seine Gliedmaßen total abgemagert waren. Beim zweiten Mal war es noch viel schlimmer. Er ist aufgegangen wie ein Luftballon und ich hatte das Gefühl, wenn ich ihn anfasse, dann platzt er. Mein Mann und ich hatten auch Angst, schlafen zu gehen, weil er in der Nacht so schwach geatmet hat. Aber ja, jetzt ist es ja überstanden ...  
Philipp Adamczuk: Noch nicht ganz. Du weißt, was ich noch nicht machen darf ...  

Was darfst du denn noch nicht?
Philipp Adamczuk:
  Schwimmen ...
Kinga Adamczuk: Er hat noch Probleme mit seinen Füßen. Wir sind auch in Therapie deswegen. Als Nebenwirkung der Behandlung haben sich seine Wadenmuskeln verkürzt, jetzt muss er mit Schienen schlafen. Der dritte Stock hier im Haus hat uns auch fertiggemacht. Ich musste ihn doch immer wieder rauftragen, da mein Mann ja arbeiten musste. In der Schwangerschaft hat das meine Mutter gemacht, kurz nach der Geburt habe ich das übernommen. Weil, wie lange kann das die Oma machen?  

Sie durften während der Schwangerschaft trotzdem die ganze Zeit bei Philipp sein?  
Kinga Adamczuk:
Ich war die ganze Zeit bei ihm. Die Ärzte haben mir die Entscheidung überlassen. Bei der Chemo hatte er viele Nebenwirkungen, Entzündungen an verschiedensten Körperteilen, und dann musste ich öfter einfach Handschuhe und Maske tragen. Aber jetzt sind wir ein Jahr noch in Erhaltungstherapie. Das ist auch so ein Mischmasch. Die ersten drei Wochen waren wir in Salzburg, da sind die Werte so in die Höhe geschossen, dass die Ärzte ihm die Chemo-Dosis erhöht haben. Als wir dann zurückgekommen sind, hat es hier geheißen, dass er zu viel bekommen hat. Statt in der Schule waren wir dann wieder nur zu Hause. Seit fünf Wochen darf er nun endlich wieder in die Schule.

Deine Klassenkameraden waren bestimmt sehr froh, dich wiederzusehen?
Philipp Adamczuk:
Sehr, ich habe mich auch gefreut.
Kinga Adamczuk: Die Klasse war überhaupt ein Wahnsinn. Mindestens jeden zweiten Monat haben sie uns Briefe geschickt, die Lehrerin war auch immer wieder bei uns. Und auch die Oma war ein Wahnsinn. Ohne sie hätten wir das nicht geschafft. Weil Philipp das Essen im Krankhaus nicht geschmeckt hat, hat meine ­Mutter jeden Tag für ihn gekocht. (Der kleine Bruder wird wach, Kinga Adamczuk setzt ihn zu Philipp.) Ich bin ihr unglaublich dankbar dafür, weil sie nonstop bei uns war und uns so viel Kraft gegeben hat. Ohne sie und der Unterstützung der ganzen Familie hätte ich es kaum geschafft.

Hast du dich über Oskars Geburt gefreut?  
Philipp Adamczuk:
Ja ...  sehr.
Kinga Adamczuk: Mit seiner Geburt war es auch noch mal etwas kompliziert. Der Termin war früher als gedacht, aber ich habe gesagt, dass ich das Kind erst kriege, wenn Philipps Therapie beendet ist. Er hat sich wirklich dran gehalten (schmunzelt mit Blick auf Oskar). Anderthalb Wochen später als geplant ist er gekommen. In den ersten Wochen war es toll, Philipp ist sehr gut mit ihm umgegangen, ab April wurde es aber problematisch, weil er wieder mit Cortison anfangen musste. Die Ärzte haben uns darauf vorbereitet, dass Kinder aggressiv oder depressiv reagieren können. Das war auch lange so, aber über den Sommer hat sich alles wieder normalisiert – und jetzt sind die beiden ein Herz und eine Seele. Gemeinsam helfen.

 Ihre Spende kann den Alltag mit der Krankheit Krebs für betroffene Kinder und deren Familien etwas erleichtern. Denn in den meisten Fällen sind die Familien auf externe finanzielle Unterstützung angewiesen. Daher bitten wir Sie im Namen aller Kinder um Ihre Spende für die Aktion Weihnachtsherz.

Das passiert mit Ihrer Spende
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