Agententausch und Fluchtversuche an der Mauer

Spuren der Teilung in Potsdam

Die meisten Hinweise auf die rund sieben Kilometerlange Grenze direkt vor den Stadttoren Potsdams sind 20 Jahre nach dem Mauerfall Geschichte. Doch bei genauer Betrachtung der Gegend findet man noch einige Hinweise: Das fängt schon bei der Fahrt von Berlin nach Potsdam an. Vor der legendären Glienicker Brücke liegt die ehemalige Westzone.

Die Glienicker Brücke war seit den 50er Jahren für den Autoverkehr gesperrt, schließlich verlief die Grenze zwischen beiden Sektoren auf ihrer Mitte. Zu sehen ist davon heute nicht mehr viel, nur fast abgefahrene Reste eines weißen Grenzstreifens. Weltweit bekannt wurde die Brücke für ihre Agentenaustausche. Zahlreiche Hollywoodfilme ließen sich davon inspirieren - dabei gab es auf der Brücke tatsächlich nur wenige Austausche. Rechts hinter der Brücke führt eine Treppe zum Ufer. Dort, wo vor 20 Jahren noch eine Mauer die Sicht auf den Jungfernsee versperrte, sind mittlerweile alle Erinnerungsstücke entfernt.

Nach einigen hundert Metern kommt man zum Schloss Cecilienhof, nach dem Zweiten Weltkrieg Ort der Drei-Mächte-Konferenz. Für die deutsch-deutsche Teilung sollte diese Potsdamer Konferenz 1945 wegweisend sein. Schließlich wurde dabei klar, dass die USA und die Sowjetunion in ihren deutschen Sektoren unterschiedliche Besatzungspolitiken verfolgten. Ein regelmäßig frisch bepflanzter roter Sowjetstern im Innenhof erinnert noch heute an den Gastgeber der Konferenz - und späteren Machthaber der Region.

Wer bis zum Ende des Neuen Gartens läuft und dem Uferweg folgt, merkt schnell, dass die etwas heruntergekommene Bertinistraße eigentlich nicht fürs touristische Auge gedacht ist. Dafür ist sie umso spannender. Denn abseits der gepflegten Gartenanlage finden Besucher plötzlich die ersten Mauerreste dieser Strecke. Wie aus dem Nichts taucht ein etwa 200 Meter langes Mauerstück auf. Efeu rankt über die Betonplatten voller Grafitti.

INFO: Touristeninformation Brandenburg, www.reiseland-brandenburg.de