Sechs Millionen Besucher werden erwartet

Oktoberfest-Start - Wiesn bekommt letzten Schliff

Noch wird gebohrt, gehämmert und gesägt: Wenige Tage vor dem Start des 176. Münchner Oktoberfestes an diesem Samstag neigen sich die Vorbereitungen dem Ende zu. In dieser Woche kommt es nur noch auf den Feinschliff an.

Wo vom 19. September an die sechs Millionen Besucher aus aller Welt zum Feiern und Biertrinken erwartet werden, bahnen sich davor noch Lieferwagen, Gabelstapler und Autos ihren Weg zwischen den schon aufgebauten Buden. An allen Ecken wurde gewerkelt, geschraubt oder geputzt.

Während auf der Schaustellerstraße noch die eine oder andere Lücke klafft, stehen die 14 Festzelte schon seit längerem. Im Bräurosl-Zelt riecht es noch nicht nach Bier und Hendl, sondern nach Holz und frischer Farbe, dafür stehen die Tische und Bänke schon komplett. Dekoration und Kücheneinrichtung sind in den meisten Zelten die letzten Baustellen.

Rund zwei Drittel der über 150 Fahrgeschäfte sind laut Hans Spindler, dem Leiter der Veranstaltungsabteilung im Wiesn-Büro, schon aufgebaut. Die restlichen Karussells sollen bis Dienstagabend stehen. In der Nacht zum Samstag hat dann die Straßenreinigung ihren Großeinsatz, um die Festmeile kurz vor dem Start auf Vordermann zu bringen. Von Nervosität ist im Festbüro hinter dem Schottenhamel-Zelt aber wenig zu spüren. "Wir haben einen routinierten Ablauf, der sich seit Jahren bewährt hat", sagt Spindler.

Viel Routine, wenig Hektik - ähnliches gilt auch für die Schausteller. Das altehrwürdige Fahrgeschäft "Toboggan" steht bereits, lediglich ein paar Bretter müssen noch angenagelt werden. Auch der TÜV sei schon dagewesen und habe das Karussell abgenommen, sagt Betreiber Claus Konrad. Nervös sei er nicht, die Vorfreude auf den Höhepunkt des Jahres überwiege. "Die letzten Tage vor dem Start nutzen wir, um noch einmal Kraft zu tanken."

Die Sicherheit ist nach Unfällen auf oberbayerischen Volksfesten und Vergnügungsparks in den vergangenen Tagen bei den Schaustellern ein besonders wichtiges Thema. Einige wollen noch mehr Hinweisschilder aufstellen und genauestens auf die Einhaltung der Sicherheitsbestimmungen achten.

Die Schaustellerfamilie Eckl ist bereits seit zwei Wochen auf der Theresienwiese im Einsatz. Während die "Nostalgische Geisterbahn" von Robert Eckl erst am Montagmorgen aus Augsburg eintraf, steht der "Shocker" von Bruder Edmund bereits. Ohne Licht- und Toneffekte wirken die Monster und Geister, die von Samstag an die Besucher das Fürchten lehren sollen, aber noch recht harmlos. Ein paar Kleinarbeiten stünden noch an, sagt der Schausteller. Einige Scheinwerfer müssten noch eingestellt, ein paar Masken ausgebessert werden - dann sei der Aufbau der Geisterbahn abgeschlossen.

Viel zu tun hat auch noch Wiesn-Chefin Gabriele Weishäupl. Besprechungen, Pressegespräche, Rundgänge - das Fieber steige langsam in der Woche vor dem Anzapfen, sagt sie. "Wir liegen aber wie immer gut in der Zeit, es ist alles im Lot." Sie freue sich auf den Anstich, dann käme für sie ein kurzer Augenblick des Durchatmens.