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Tinnitus: Die Fakten im Überblick

Hier finden Sie wichtige Informationen zu Entstehung, Symptomen und Therapie von Tinnitus. 

Definition 

 
Unter Tinnitus aurium (zu Deutsch „Klingeln der Ohren“)versteht man jede Art von subjektiv wahrgenommenem Geräusch (meist Sausen, Pfeifen, Rauschen oder Summen), das ohne äußere Schallquelle entsteht. Ein Tinnitus kann entweder akut oder chronisch (ab einer Erkrankungsdauer von drei Monaten) auftreten. 
 
 

Entstehung

 
Grundsätzlich ist der genaue Pathomechanismus bei der Entstehung eines Tinnitus weitgehend ungeklärt. Hinweise deuten jedoch darauf hin, dass die Ohrgeräusche meist auf einen Schaden im Bereich der Sinneszellen innerhalb der Gehörschnecke zurückzuführen sind. Die geschädigten Zellen schicken also keine Signale mehr in höhere Hirnzentren, die dann ihrerseits kompensatorisch eine verstärkte Aktivität zeigen. Im Normalfall blendet unser Hörsystem Körpergeräusche wie beispielsweise den Blutfluss im Ohr aus – wir würden ja sonst ein ständiges Rauschen vernehmen. Sind die Sinneszellen in der Gehörschnecke beschädigt, scheint dieses Gleichgewicht gestört.
 
 

Ursachen

 
In etwa 70 Prozent der Fälle geht ein Tinnitus mit einem Hörsturz, also einer plötzlichen Hörverminderung, einher: Durchblutungsstörungen, Elektrolytverschiebungen sowie Adrenalin- und Kortisolwirkung bei Stress können die ausschlaggebenden Faktoren eines Tinnitus im Zusammenhang mit einem Hörsturz sein. Ganz allgemein kann das Klingeln in den Ohren auch durch scheinbar banale Erkrankungen wie eine Mittelohrentzündung oder einen Tubenkatarrh entstehen. Auch Lärmexposition, Traumata, Bluthochdruck oder Halswirbelsäulenprobleme gelten als mögliche Ursachen. Nicht außer Acht zu lassen sind zudem körperlicher und seelischer Stress.
 
 

Symptome 

 
Die Bandbreite der wahrgenommenen Geräusche ist groß: Klingeln, Zischen, Pfeifen, Rauschen, Sausen, Summen. Erscheinungsform, Intensität und Lautstärke der Ohrengeräusche sind verschieden und werden von Mensch zu Mensch unterschiedlich wahrgenommen und empfunden. Während einige Betroffene mit der zusätzlichen Geräuschbelastung vergleichsweise gut zurechtkommen, fällt es anderen Personen sehr schwer, mit Tinnitus zu leben. 
Folgeerscheinungen von Tinnitus können Schlafprobleme, Konzentrationsstörungen, Schwindel, Kopfschmerzen oder sogar Angstzustände und Depressionen sein.
 
 

Therapie 

 
Bei akutem Tinnitus werden durchblutungsfördernde Infusionen (eventuell mit Zugabe von Kortison) verabreicht. 
Bei chronischem Tinnitus wird mittels Retrainingstherapie versucht, eine Gewöhnung des Gehirns an die störenden Ohrgeräusche zu erreichen. Mithilfe sogenannter „Noiser“ wird ein „Gegengeräusch“ produziert und an das Gehirn gesendet, um dieses wiederum vom eigentlichen Tinnitusgeräusch abzulenken.