Rupp & Smolej

"Wir haben uns sehr, sehr lieb"

Martina Rupp... „ist genervt über KollegInnen, die sich von ihren Klischees und Vorurteilen nicht trennen können: NEIN, Thomas Smolej ist weder ‚mein‘ Walker noch ‚mein‘ Jungbrunnen und schon gar nicht ist er ‚mein‘ Toyboy! Fällt Euch wirklich nicht auf, wie unfair und diskriminierend das ist? Ist es denn soo schwer vorstellbar, dass wir einander einfach gern haben?? Ich schlage künftig als Bildunterschrift vor: MR mit TS .... oder Schauspieler/ gerne auch Freund Thomas Smolej. Geht das bitte? Danke.“ Mit diesem Facebook-Posting reagierte die ORF-Topmoderatorin (Konkret, Ö3-Vormittagsshow) auf die Berichterstattung der letzten Wochen. Nachdem Rupp (50) und Schauspieler und Regisseur Thomas Smolej (29) ihren Status auf „in einer Beziehung“ geändert hatten, reagierten viele Society-Journalisten mit intimen Fragen und zynischen Kommentaren. In MADONNA sprechen Martina Rupp und Thomas Smolej offen über ihren Ärger und ihre einzigartige Freundschaft.

MADONNA: Stichwort „Zweiter Frühling“ – was sagen Sie zu derlei Titel?
Martina Rupp: Ich habe meinen Beziehungsstatus auf Facebook geändert, damit haben mein Freund und ich unsere Beziehung bekannt gegeben. Wir haben ein sehr inniges und freundschaftliches Verhältnis. Wir sehen uns oft und gehen viel aus, haben wahnsinnig viel Spaß zusammen und Vertrauen einander. Nachdem wir das bekannt gegeben haben, ist etwas passiert, das mich sehr irritiert hat. Viele Journalistinnen – allesamt Frauen – haben regelrecht eine Erklärung verlangt. Ich wollte dazu keinen Kommentar abgeben, Thomas hingegen hatte kein Problem damit und gab ein Interview. Das ist dann in einem Frauenmagazin erschienen unter dem Titel „Rupps zweiter Frühling“. Der Thomas ist viele Jahre jünger als ich, was in der Beziehung, die wir führen, überhaupt kein Thema ist. Trotzdem wird er Stereotyp als mein „Walker“, „Jungbrunnen“ und „Toyboy“ bezeichnet. Das ist in beide Richtungen extrem enttäuschend und diskriminierend!
Thomas Smolej: Auch wenn ich das etwas lockerer sehe, verstehe ich, dass Martina sich darüber ärgert. Die Bezeichnungen, die man mir gegeben hat, finde ich wirklich nicht so toll. Die meisten Leute wissen, was ich mache oder man kann mich auch googeln. Die Martina ist auch kein „Karrieresprungbrett“ für mich! Wir arbeiten in völlig anderen Genres. (Thomas Smolej spielte fünf Jahre lange fix am Kabarett Simpl und inszeniert im Februar die Peter Kraus Revue, Anmerkung). Ich habe also die Berechtigung, darauf zu bestehen, nicht als „Walker“ oder „Toyboy“ bezeichnet zu werden.
Rupp: Auch ich nehme für mich in Anspruch, keinen Walker beschäftigen zu müssen! Wenn ich eine Beziehung mit jemandem habe, ist er nicht mein Spielzeug. Ich hätte mir schon erwartet, dass im Jahr 2011 respektvoller und liebevoller mit so einem Thema umgegangen wird. Ich erwarte mir auch einen gewissen Respektsabstand – und keine Fragen, ob, wann oder wie oft wir Sex haben.
Smolej: Wen interessiert das auch?! Abgesehen davon definiert sich eine Beziehung nicht darüber, wie oft oder ob ich mit jemandem Sex habe.
MADONNA: Was bedeutet für Sie Liebe?
Rupp: Im Jahr 2011 habe ich sehr viele Menschen verloren. Mein Partner hat sich nach elf Jahren von mir getrennt, was ganz schrecklich für mich war und ich habe eine Freundin und einen Freund an Krebs verloren. Es war ein Jahr des Schmerzes und der Trauer für mich. Ich war gezwungen, mein Leben neu zu bewerten. In dieser Zeit habe ich ganz viel über Liebe gelernt und ich spüre Liebe jetzt stark wie nie zuvor. Ich denke nicht mehr über die einzige, große Liebe nach, sondern bin heute dankbar für jede Form aufrichtiger Liebe, die mir begegnet. Und ich bin in der unglaublich glücklichen Lage, in meinem Leben täglich Liebe zu erfahren.
MADONNA: Zufall oder harte Arbeit?
Rupp: Das war ein Stück harte Arbeit. Das erste halbe Jahr 2011 war ich wie schockgefroren. Ich habe mich gefragt, wie der Rest des Lebens aussehen wird. Jetzt habe ich wieder ein sehr schönes Leben. Und wenn mir nun ein Mensch begegnet, der meine Gefühle erwidert, werde ich doch nicht darüber nachdenken, wie es sich entwickeln wird. Das ist vollkommen unwichtig, das ist mir durch den Tod meiner Freunde klar geworden. Thomas und ich haben uns sehr, sehr lieb! Das macht mich glücklich.
Smolej: Ja, und das Wichtigste ist doch in jeder Beziehung – egal, ob es eine freundschaftliche, sexuelle oder andere Beziehung ist –, dass man ehrlich und authentisch zueinander ist.
MADONNA: Frau Rupp, ein Mann muss...
Rupp: ...gar nichts. Ein Mann, der etwas muss, wird mit mir nicht glücklich werden und einen Mann, den ich zu etwas zwingen muss, den will ich nicht. Ich finde es schön, wenn ein Mann geputzte Zähne, ein gutes Herz, schöne Gedanken und einen gepflegten Humor hat. Außerdem sollte er noch körperbetont und ehrlich sein.
MADONNA: Herr Smolej, was muss eine Frau haben?
Smolej: Eine Kombination aus vielen Faktoren: Persönlichkeit, Meinung, Ehrlichkeit und das Wissen, was sie will. Aber auch das ist mir in jeder Beziehungsform wichtig.
Madonna: Sex bedeutet...
Rupp: Sex ist genau wie essen. Es gibt Phasen, da versinkt man im Junk Food und Phasen, da ist man auf Diät. Das Größte ist natürlich, wenn eine große Liebe von gutem Sex gekrönt ist. Das passiert aber selten, nach meiner Erfahrung.
Smolej: Naja, es gibt zwei Arten von Sex – der partnerschaftliche, kombiniert mit Liebe hat sicher eine ganz andere Dimension als rein körperlicher Sex.
MADONNA: Alter bedeutet für Sie...
Rupp: Ich bin heuer 50 geworden. Auch das war Mitte des Jahres und ich stand wieder vor der Frage, ob ich mich verkriechen soll oder erst einmal schauen sollte, was auf der Haben-Seite steht: Freunde, Freundinnen und meine Familie. Ich habe meinen Geburtstag mit 80 Leuten gefeiert. Es war großartig und ich habe heute überhaupt kein Problem mehr mit der 5 und der 0.
Smolej: Ich habe überhaupt kein Problem mit dem Alter anderer Leute – das ist mir wirklich völlig egal, denn wichtig ist, dass man sich gut versteht. Aber ganz ehrlich: wenn es um mein Alter geht, ist es für mich ein Riesenproblem! Einerseits ist es toll, immer mehr an Lebenserfahrung zu gewinnen, aber dass bald kein 2er mehr vorne steht, macht mich ein wenig unrund.
MADONNA: Nochmal zurück zu Ihrem Beziehungsstatus in Facebook – haben Ihre Freunde auch so interessiert darauf reagiert, wie die Medien?
Smolej: Zum Glück haben wir Freunde, die Humor haben – und weit aufgeschlossener sind als leider viele andere.

Autor: D. Schimke/ K. Fischer
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