‚Wenn Mama Krebs hat‘

Jung-Autorin Anja Schauberger im Talk

‚Wenn Mama Krebs hat‘

An den Tag, an dem ihre Mutter zum zweiten Mal die Diagnose Brustkrebs gestellt bekam, kann sich Anja Schauberger (22) nicht mehr genau erinnern. „Ich weiß nur noch, es war vor vier Jahren und es war Winter – kurz vor Weihnachten. Und ich dachte nur: Bitte nicht nochmal, das alles! Warum wir? Warum meine Mutter? Und dann kam die Bestrahlung.“ Damit einher ging das monatelange Bangen um die geliebte Mutter und die große Angst, ob der Krebs nicht eines Tages erneut zurückkommt.  
Kein Einzelschicksal! In ihrem autobiografischen Roman schreibt die Nachwuchsjournalistin aus München ihre berührende Geschichte nieder, – um sie mit anderen Betroffenen zu teilen und Mut zu machen. Im Interview spricht Anja über Erfahrungen, wie sie ihrer Mutter beistand und, wie es dieser heute geht.
 

Sie waren 16 und 18 Jahre alt, als Ihrer Mutter die Diagnose Brustkrebs gestellt wurde. Wie haben Sie diese Schock-Momente erlebt?
Anja Schauberger:
Man kennt das ja nur von Opas und Omas, die schon älter sind. Ich habe die Diagnose sehr schnell mit dem Tod in Verbindung gebracht. Nach und nach erfährt man dann, dass es mittlerweile gute Behandlungen gibt und dass Krebs nicht immer ein Todesurteil bedeutet.

Wie geht es Ihrer Mutter?
Schauberger:
Diagnose und Bestrahlung sind nur vier Jahre her und meine Mutter ist gesund. Die halbjährlichen Untersuchungen bedeuten aber immer großen Stress für uns. Letztens erst hatte sie Schmerzen in der Brust und ging gleich zum Arzt. Plötzlich hieß es, dass sie etwas gefunden hätten. Da bleibt einem das Herz stehen. Man denkt: ‚Das darf nicht wahr sein! Jetzt haben wir es doch schon vier Jahre geschafft‘. Aber es war nur ein Fehlalarm.

Was kann man als Angehöriger machen, um Patienten zu unterstützen?
Schauberger:
Ich glaube, man muss sich da langsam vortasten. Meine Mutter z. B. kann es überhaupt nicht vertragen,  wenn man Mitleid mit ihr hat. Das war mir vorher noch nicht so bewusst. Es hilft ihr viel mehr, wenn ich ihr das Gefühl gebe, dass alles wie immer und in Ordnung ist. Trotzdem, auch wenn ein Mensch sich noch so stark gibt, sollte man ihm hin und wieder Hilfe anbieten. Sei es, dass man einfach mal mit zur Bestrahlung kommt.

Wie hat der Krebs die Beziehung zu Ihrer Mutter verändert?
Schauberger:
Unsere Beziehung hat sich sehr verstärkt und ich sehe sie heute in einem ganz anderen Licht. Ich hänge wirklich unglaublich an ihr, sie ist der allerwichtigste Mensch in meinem Leben. Das ist einerseits sehr schön – für uns beide, weil es unsere Beziehung intensiviert. Andererseits ist es auch belastend. Oft kommt die Frage: Was mache ich, wenn sie einmal nicht mehr da ist?


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