'Die Musik ist wie eine Droge!'

Star-Sopranistin Danielle de Niese

'Die Musik ist wie eine Droge!'

Opernstar Danielle de Niese im Talk über Ehe, Treue und Kinder.

Multitalent & Weltbürgerin
Mit diesem Engagement ist ein lang ersehnter Traum in Erfüllung gegangen. Unter der Leitung von Nikolaus Harnoncourt zu arbeiten und in Wien auf der Bühne zu stehen, ist wunderbar“, freut sich Opernstar Danielle de Niese (31) über ihre Hauptrolle in Friedrich Händels Drama Rodelinda (ab 20. März, Theater an der Wien). Neben ihrem Wien-Engagement arbeitet die quirlige „Weltbürgerin“, wie sie sich selbst nennt (sie wurde als Tochter sri-lankischer und niederländischer Eltern in Australien geboren, wuchs in L. A. auf, studierte in N. Y., lebt derzeit u. a. in London), an einer neuen CD und dreht den Kinofilm Masterclass. Und dann gibt es da auch noch Ehemann Gus Christie, Schirmherr des Glyndebourne Opera Festival in Sussex, und ihren großen Kinderwunsch. In MADONNA spricht die ehrgeizige Karrierefrau über ihre Rolle am Theater an der Wien, ihre Ehe, Treue und Träume.

Sie spielen ab 20. März Händels ‚Rodelinda‘. Wie kam es zu dem Engagement?
Danielle de Niese:
Ich sang bereits 2008 am Theater an der Wien in Ginevra. Seitdem wollte ich unbedingt wieder zurück und ich bin so froh, dass sie mich nun für die Rolle ausgewählt haben. Ich habe Nikolaus Harnoncourt (Anm.: Musikalische Leitung Rodelinda) 2005 erstmals getroffen, als ich zufällig für eine Kollegin bei einem Stück einspringen musste und nur eine Stunde Vorbereitungszeit hatte. Nikolaus war großartig. Er ist so respektvoll, hat so viel Energie. Er lebt von Musik – so wie ich. Musik ist meine Nahrung, mein Leben, meine Droge.

Welche Beziehung haben Sie zu Wien?
de Niese:
Ich habe mein Studium in New York begonnen, war dann in Paris, in Italien und kam nach Wien. Doch nach drei Wochen bekam ich das Angebot einer Rolle in dem Film Hannibal mit Anthony Hopkins. Ich musste ‚Ja‘ sagen. Das ist der Grund, warum wir dieses Interview auf Englisch führen müssen (lacht).

Sie haben auf der ganzen Welt gelebt. Wo ist Ihr Zuhause?
de Niese:
Meine Wurzeln liegen sowohl in Europa als auch in Asien. Ich bin in Australien geboren, zog mit zehn Jahren nach L. A., studierte in vielen Ländern. Ich denke, ich gehöre dort hin, wo ich gerade bin. Meine Basis ist in den USA, wo meine Eltern leben, und seit meiner Hochzeit 2009 auch in England. Wäre mein Mann hier, würde er sagen, dass England mein Zuhause ist (lacht).

Ist Ihr Mann manchmal eifersüchtig auf Ihre Karriere?
de Niese:
Oh, es ist manchmal hart. Durch die Hochzeit wurden wir zu einer Einheit, einer Familie, und dieses Band muss nun Priorität haben. Also versuche ich meine wenige Freizeit mit ihm zu verbringen – in unserem Haus in Glynde­bourne. Natürlich hätte er mich gerne öfters bei sich. Aber ich bin die Person, die ich bin, weil ich mache, was ich mache. Würde ich nicht mehr singen und auf Tour gehen, sondern nur noch zu Hause sein, wäre ich doch nicht ich!

Haben da auch Kinder Platz?
de Niese:
Ich will auf jeden Fall Kinder! Der große Konflikt meines Lebens wird es sein, eine Balance zwischen Familie und Musik zu finden.  

Königin Rodelinda ist eine starke Frau, die ihrem vermeintlich toten Mann die Treue hält. Was bedeutet Ihnen Treue?
de Niese:
Ich bin eine sehr loyale und treue Person und glaube, dass diese Werte zu den wichtigsten einer Ehe gehören. Solange man seinen Partner liebt, arbeitet man an Problemen. Aber wenn die Liebe schwindet, baut man eine Mauer auf, verlässt den Partner und gibt dem anderen die Schuld. Rodelinda kämpft um ihre Liebe, das kommt heute leider viel zu selten vor.