Valerie Trierweiler

So tickt die neue First Lady

07.05.2012

Die neue First Lady von Frankreich ist weit mehr als Charity-Lady. Sie ist eine der renommiertesten Politik-Journalistinnen Frankreichs und seit mehr als 20 Jahren im Medien-Business.

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„Was mir Angst macht, ist meine Freiheit zu verlieren“, gestand Valerie Trierweiler (47) in einem Interview. Die Mutter von drei Kindern steht als Journalistin nur ungern im Mittelpunkt. Jetzt ist sie die mächtigste Frau Frankreichs - die Frau des neuen Präsidenten Francois Hollande.

Kommt aus ärmlichen Verhältnissen

Valerie Trieweiler ist in Massonneau geboren, und wuchs in einer Großfamilie mit fünf Geschwistern auf.  Nachdem ihre Familie Jahre lang Geld sparte um ihr ein Studium in Politikwissenschaften auf der Eliteuni Sorbonne zu finanzieren, begann sie einen Job als Redakteurin bei “Paris Match“, ein großes Wochenmagazin in Frankreich.

Kurz danach lernte sie ihren Ehemann Denis Trierweiler kennen, dessen Namen sie heute noch trägt.  Im Jahr 2000 wechselte die intelligente Französin von Print zum Fernsehen, wo sie 2005 eine eigene Politik-Show beim Sender Direkt 8 ergatterte, die sie erfolgreich moderierte.  Im September 2007 bekam sie ein neues Format  mit einer wöchentlichen Show namens Politiquement Parlant.

„Sie ist die Frau meines Lebens"

Francois Hollande beschwört immer wieder: „Wir brauchen nicht den gleichen Nachnamen um ein Paar zu sein. “ Der neuen First Lady sei es wichtig unabhängig zu sein. Ein gleicher Name würde mehr Druck auf sie ausüben. Getroffen haben sich Francois Hollande und Valerie Trieweiler  immer wieder mal - beruflich. Privat funkte es nach Medienberichten 2006 - es war eine heimliche Liaison abseits der Kameras und Mikrofone. Denn Hollandes damalige Lebensgefährtin Ségolène Royal befand sich damals an einer ähnlichen Stelle, an der er sich nun befindet: als sozialistische Kontrahentin des Konservativen Nicolas Sarkozy. Nachdem sie in der Stichwahl gegen Sarkozy den Kürzeren gezogen hatte, trennte sich das Paar Hollande/Royal, das vier gemeinsame Kinder hat.

Die allseits respektierte Journalistin hat Hollande zu einem neuen Mann gemacht. Früher wurde er als "Wackelpudding" verspottet, jetzt ist er Frankreichs mächtigster Mann. Im Wahlkampf hielt sich die neue First Lady allerdings zurück. Inhaltlich mischte sie sich nicht ein, versicherten Medien-Experten, die ein eigenes Büro in Hollandes Wahlkampf-Zentrale hatten. Politische Gegner nahmen auch sie ins Visier und verunglimpften Trierweiler sogar als "Rottweiler". Zu Gegenattacken ließ sich die Journalistin aber nie hinreißen. Ihr Einfluss auf Hollande darf nicht unterschätzt werden: Bei allen wichtigen Auftritten begleitete sie ihn. Und Trierweiler erklärte: "Ich sage ihm direkt, was ich denke." Von "Schönfärberei" halte sie nichts.

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