Skandal-Shooting: Fotograf nimmt Stellung

Modefotos erinnen an Vergewaltigung

Skandal-Shooting: Fotograf nimmt Stellung

Fotograf Raj Shetye verteidigt seine Arbeit.

Zudringliche Männerhände auf indischen Modefotos haben Entrüstung bei Internetnutzern ausgelöst. Auf den Fotos begrapschen die Hände ein Model in einem Bus. Das Model von den Männern an Armen und entblößten Beinen gepackt. Viele Menschen erklärten via Twitter und Facebook, sie seien "angeekelt" und "empört", denn das Foto-Shooting erinnere sie an die tödliche Vergewaltigung einer Studentin in Neu Delhi.

Das Verbrechen hatte vor bald zwei Jahren zu landesweiten Protesten gegen Gewalt gegen Frauen geführt. Die Tat brachte auch eine neue Debatte über das Verhalten von Männern und Frauen ins Rollen - die ganz offensichtlich bis heute andauert.

Reaktionen auf Twitter
"Es ist völlig unverständlich, dass die entsetzliche Handlung, das Trauma, der rohe Schmerz in einem glamourösem Licht dargestellt wird", schreibt etwa @SimlyShil auf Twitter. Die Nutzerin @_MSalhotra meinte, sie sei für Kunstfreiheit. Aber der Fotograf Raj Shetye habe einen "unumwunden dummes Foto-Shooting" veranstaltet.

Fotograf nimmt Stellung
Gegenüber der Huffington Post erklärte der Fotograf, dass er hinter seiner Arbeit steht, aber nicht unempfindlich ist gegen die negative Reaktionen seitens der Gesellschaft. Raj Shetye verteidigt seine Intentionen mit dem Argument, keine Designer und Models zu nennen: „Ich glaube, dass man diese Bilder mit Glamour in Verbindung bringt, weil es sich um Modefotografie handelt. Wenn Glamour mein Anliegen gewesen wäre, hätte ich die berühmten Designer und Models genannt." Vielmehr sei es seine Absicht gewesen, gesellschaftliche Veränderungen anzuregen:  „Fotografie, genauso wie jedes andere Kommunikationsmedium, kann als Hilfsmittel für sozialen Wandel fungieren, mit diesem Shooting habe ich versucht das zu vermitteln“, verteidigt der Fotograf seine Arbeit.