„Nur Liebe heilt  alle Wunden“

Andreas Gabaliers Mutter Huberta weiß:

„Nur Liebe heilt alle Wunden“

Huberta Gabalier kämpfte sich nach Schicksalsschlägen zurück ins Leben. In ihrem neuen Buch lässt sie uns an ihrer wichtigsten Erkenntnis teilhaben. Und die lautet: Niemals aufgeben!

Erst wenn wir wieder anfangen, mit dem Herzen zu fühlen, durch das Herz zu sprechen und von ganzem Herzen zu lieben, wird sich die Menschheit zum Guten hin verändern“, steht auf lindgrünem Papier, auf der ersten Seite in Meditationen mit Herz geschrieben. Die Verfasserin dieser gehaltvollen Zeilen ist Huberta Gabalier, pensionierte Lehrerin, Autorin und Mutter von Volks-Rock’n’Roller Andreas und Profitänzer Willi Gabalier. „Ich bekomme viel Feedback von Menschen, die mir sagen, dass sie jeden Abend vor dem Schlafengehen ein Gedicht lesen, oder ihren Tag mit einem beginnen“, so die charismatische Steirerin, die mit ihrem Buch ein großes  Ziel verfolgt. „Ich wünsche mir, dass ich mit meinen positiven Gedanken, den Menschen helfen kann, vielleicht ein leichteres Leben zu führen“, so die 55-Jährige, die am eigenen Leib verspüren musste, wie hart das Schicksal zuschlagen kann.

Abschied
Erst vor wenigen Jahren musste Huberta den Freitod ihres Ehemannes Wilhelm (53) und ihrer Tochter Elisabeth (19) hinnehmen. Ein berührendes und kraftvolles Gespräch über einen steinigen Weg zurück ins Leben, die Möglichkeit mit den Lieben auch im Totenreich verbunden  zu bleiben und die größte und heilsamste Kraft – die Liebe.

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„Nur Liebe heilt  alle Wunden“
× „Nur Liebe heilt  alle Wunden“

„Meditationen mit Herz“ ist in ausgewählten Buchhandlungen wie Thalia & Morawa zum Preis von 15,90 Euro erhältlich. Am Samstag, dem 19.1., liest Huberta Gabalier in Wien im Cafe Prückel, Stubenring 24, aus ihrem Buch. 

Frau Gabalier, kürzlich ist Ihr zweites Buch „Meditationen mit Herz“ erschienen, in dem Sie Ihre Leser in wunderschönen Gedichten an Ihrem Seelenleben teilhaben lassen. Was bedeutet das Schreiben für Sie?
Huberta Gabalier:
Es ist für mich ein sehr heilsamer Prozess, auch wenn ich nie dachte, dass ich mal ein Buch schreiben werde. (lächelt) Eine liebe Freundin hat mir zehn Monate nach dem Tod meines Mannes ein leeres Buch geschenkt und da habe ich zu schreiben begonnen. Ich habe einfach meine Gefühle aufgeschrieben, weil ich mich damals oft unverstanden fühlte. Darum geht es in meinem ersten Buch „Herzleben“ viel um Trauer, um Trauerarbeit und um die Wünsche und Sehnsüchte in dieser Zeit.  
Sie fühlten sich oft unverstanden, sagen Sie. Ich kann mir vorstellen, dass das eigene Umfeld oft nicht weiß, wie es mit einem trauernden Menschen umgehen soll...
Gabalier
: Ja, das ist natürlich häufig der Fall. Mir geht es ja auch ganz oft so. Besonders, wenn ich frische Trauernde sehe, dann bin ich wortlos. Aber eigentlich genügt ein Halten, eine liebevolle Umarmung, ein Händedruck, der von Herzen kommt und damit ist alles Wichtige gesagt. Unangebracht finde ich solche Sprüche, wie „Der Herr gibt einem immer nur so viel, wie man tragen kann“ oder „Die Zeit heilt alle Wunden“. Ich konnte das nicht hören und habe das dann aber auch artikuliert.
Auf Ihren Schultern lastet ein sehr schweres Schicksal. Ihr Mann Wilhelm und Ihre Tochter Elisabeth haben vor wenigen Jahren den Freitod gewählt. Wie schaffen Sie es, das Erlebte zu verarbeiten?
GABALIER:
Ich gehe seit Jahren in eine Gesprächstherapie, die mir sehr hilft. Aber am dankbarsten bin ich, dass ich viel von meinem Mann und meiner Tochter träume. Man sagt ja, dass die Toten in den Träumen wirklich da sind und das ist ein wunderschönes Gefühl. Sie strahlen in meinen Träumen immer und lachen viel. Ich habe so das Gefühl, dass es ihnen gut geht.
Sie sind in einer Großfamilie aufgewachsen, in der Religion einen großen Stellenwert hatte. Wie wichtig ist der Glaube heute für Sie?
GABALIER:
Unglaublich wichtig. Ich war viele Jahre lang ganz unten und ich habe alles erlebt. Ich hatte oft das Gefühl, ich gehe durch die Hölle. Und das ist selbst jetzt noch nicht ganz vorbei. Aber auch in dunklen Stunden weiß ich, ich kann mich auf das Wort Gottes verlassen. Mein Glaube, diese Hoffnung und diese Geborgenheit, wenn man sich gehalten fühlt. Da kann es mir noch so schlecht gehen, aber ich weiß, dass ich mich in dieses Gefühl hineinfallen lassen kann und das gibt mir unendlich viel Kraft. Der Glaube ist ein riesiges Geschenk für mich.
2013 soll das Jahr des Umbruchs und des Umdenkens sein. Wunsch oder Realität, was meinen Sie?
Gabalier
: Ich denke schon, dass ein Umdenkprozess stattfindet. Ich habe das Gefühl, dass wir aus dem heraustreten, was uns eigentlich geschadet hat. Die Gier, die Habsucht, der Neid, die Eifersucht. Oft kann ich das bei den Menschen spüren und es schreckt mich. Manchmal merke ich, dass Menschen mir und meiner Familie gegenüber Neid verspüren, weil sie denken, wir hätten Milliarden. Und dann denke ich mir: Mein Gott, worauf bist du jetzt neidig? Wir haben doch alle nur eine begrenzte Lebenszeit hier und wir hatten es eh nicht nur in finanzieller Hinsicht sehr schwer.
Wie begegnen Sie diesen Menschen?
Gabalier:
Ich sage mir innerlich, dass ich stark wie ein Baum bin. Und dass Menschen, die mir gegenüber Neid oder Eifersucht verspüren, mir nichts anhaben können, weil ich eine innere Stärke entwickelt habe. Ich bin diesen Menschen aber nicht böse, sondern öffne die Tür zu meinem Herzen und begegne ihnen mit Liebe. Denn Heilung passiert nur über die Liebe. Sie ist ein Geschenk und das müssen wir auch leben.
Das klingt nach einer ziemlichen Herausforderung. Schaffen Sie das wirklich immer?
Gabalier:
Nein, ich scheitere natürlich auch. Das Leben schenkt uns immer wieder Möglichkeiten, sich darin zu üben. Aber das ist unsere Aufgabe, da bin ich ganz sicher. Auch wenn es noch so schwer ist, denke ich mir immer: Nur nicht aufgeben, Huberta!  (lacht)