Weiter im Zwangsurlaub

Neue Antisemitismus-Vorwürfe gegen Galliano

01.03.2011

Der britische Modeschöpfer John Galliano gerät zunehmend unter Druck.

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© Reuters, EPA, AP Photo
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Antisemitische Äußerungen
Am Montag veröffentlichte die britische Boulevardzeitung "The Sun" ein Video, das John Galliano mit der Äußerung "Ich liebe Hitler" zeigt. Eine Frau erstattete laut einem Justizsprecher Anzeige gegen den 50-Jährigen, der am Nachmittag wegen antisemitischer Pöbeleien einem Paar gegenübergestellt werden sollte.

Auf dem Video ist

zu sehen, wie er in einem Cafe in Paris eine Kundin mit der Bemerkung anpöbelt: "Leute wie Sie sollten tot sein. Ihre Mütter, Vorfahren, sollten alle verdammt vergast sein". Laut "Sun" war die Frau mit einer Gruppe von italienischen und französischen Freunden in dem Cafe. Der "Sun" zufolge wurde das Video im "La Perle" des Pariser Szene-Viertels Marais aufgenommen. Der Zeitpunkt ist allerdings unklar.



Judenfeindliche Pöbeleien
Dort soll der Stardesigner am vergangenen Donnerstag auch mit judenfeindlichen Pöbeleien gegenüber dem Paar aufgefallen sein, das mit seinen Vorwürfen die Affäre ins Rollen gebracht hatte. Ebenfalls im "La Perle" soll er bereits im Oktober die 48 Jahre alte Frau, die am Montag Anzeige erstattete, auf Englisch mit antisemitischen Äußerungen beschimpft haben.

Sie habe zunächst keine Anzeige erstattet, weil sie die Äußerungen Gallianos seinem alkoholisierten Zustand zugeschrieben habe, sagte die 48-Jährige der Pariser Zeitung "Le Parisien". Nachdem sie aber von neuen antisemitischen Entgleisungen des Designers gehört habe, habe sie sich entschlossen, zur Polizei zu gehen.

Modenschau soll wie geplant stattfinden
Der 50-Jährige weist die Anschuldigungen nach Angaben seines Anwalts Stephane Zerbib als "Diffamierung" zurück. Dennoch schickte das traditionsreiche

seinen Chefdesigner am Freitag in Zwangsurlaub. Seine Modeschau für die Herbst-Winter-Kollektion 2011 will Dior dennoch wie geplant am Freitag in einem Pariser Museum abhalten.

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