Murdochs Frauen fürs Grobe

Skandal

Murdochs Frauen fürs Grobe

Wieso Ehefrau Wendi bedingungslos zu ihm steht. Und welche Rolle Skandal-Chefredakteurin Rebekah Brooks in seinem Leben spielt.

Rupert Murdoch (82) und die Frauen – seit jeher eine innige, wenn auch oft schwierige Beziehung, sei es in Liebesangelegenheiten oder auch in der Berufswelt. Nicht umsonst setzte Rupert Murdoch im Laufe seiner unvergleichlichen Karriere als Medienmogul immer wieder auf Frauenpower. Und just sind es auch jetzt – in der schwierigsten Zeit seines immerhin 82-jährigen Lebens – zwei Frauen, die seine Wege bestimmen. Auf der einen Seite Rebekah Brooks (43), als Vorsitzende des britischen Verlags „News International“ bis vor Kurzem mächtigste Frau im Murdoch-Imperium, knallharte Journalistin, Königin des Boulevards – und letztlich jene Frau, die Rupert Murdoch als News of the World-Chefredakteurin den Schlamassel um den Abhörskandal einbrockte (siehe Seite 20). Auf der anderen Seite Wendi Deng (42), Gattin des Medienzaren und zurzeit schillerndste Figur im größten Medienskandal seit Watergate.

„Schnell wie ein Tiger.“
„Du kannst eine Frau aus China vertreiben, aber China nicht aus einer Frau.“ Die Schlagzeilen, für die Wendi Deng vor etwas mehr als einer Woche sorgte, hätten gut auf Seite 1 des Boulevardblatts News of the World gepasst. Doch dieses – eines der erfolgreichsten Produkte aus Murdochs Medienimperium – gibt es nicht mehr. Genau dieser Umstand führte zu den Headlines über die um 38 Jahre jüngere Ehefrau des Medienmoguls. Nach dem Jahrhundert-Abhörskandal um News of the World (rund 4.000 Menschen sollen von Journalisten abgehört worden sein!) musste sich der 82-jährige Rupert Murdoch vor dem britischen Parlament verantworten.

Diashow: Murdoch: Milliardär, Mogul, Machtmensch

Murdoch: Milliardär, Mogul, Machtmensch

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    Schrecksekunde beim Anschlag
    Im wahrsten Sinne des Wortes „hinter ihm“ saß Ehefrau Wendi, die chinesische Beauty, die Murdoch 1997 in Hongkong kennenlernte und 1999 heiratete. Als der UK-Komiker Jonathan May-Bowles Murdoch plötzlich mit einem Teller voll Rasierschaum attackierte, rastete die „Tigerin“, wie sie seither genannt wird, aus, holte zum Gegenschlag aus und versetzte May-Bowles mit der Rechten einen Haken. Seither blickt die Welt nicht nur auf Rupert Murdoch, die Skandale und seine Ex-Chefredakteurin, sondern vor allem auch auf das zierliche, stets topgestylte Wesen Wendi.

    Wer ist diese Frau?
    Dass die als Deng Wen Di (übersetzt „Kulturrevolution“) geborene Chinesin weiß, was sie will, bewies sie schon im Alter von 19 Jahren. Damals nahm sie bei einem amerikanischen Paar Englischunterricht und spannte ihrer Lehrerin sogleich den Mann aus. Mit seiner Hilfe konnte sie in die USA ausreisen, wo sie den 30 Jahre älteren Amerikaner heiratete und in Kalifornien und an der Eliteuniversität in Yale studierte. Drei Jahre später war es vorbei mit der großen Liebe. Deng ließ sich scheiden. Als hätte sie geahnt, dass ihr eine noch vielversprechendere Begegnung ins Haus stehen würde. Denn 1997 lernte die hübsche Asiatin in Hongkong Rupert Murdoch, damals 68 Jahre alt, in zweiter Ehe mit Anna Torv verheiratet und Vater von vier erwachsenen Kindern, kennen. Echte Liebe vermutete damals kaum jemand hinter der ungleichen Liaison. Es sei eine „Win-Win“-Beziehung spekulierten Medien, wie der Independent oder das damals noch unabhängige Wall Street Journal: Wendi profitiere von Murdochs Milliarden, er wiederum würde die inzwischen toughe Karrieremutter zweier Kinder (Grace, 10, und Chloe, 8) als Türöffnerin zum chinesischen Medienmarkt einsetzen. Und tatsächlich ist Deng alles andere als nur Gattin von Murdoch.

    Ist es doch Liebe?

    Spätestens seit der großen Murdoch-Krise und der Schaumattacke gilt Wendi Deng auch als Murdochs „Tigermutti“, die ihre Liebe nicht nur heuchelt. „Wenn Wendi bloß an Ruperts Geld interessiert wäre“, schreibt Spiegel Online, „käme ihr doch ein Herzinfarkt, beispielsweise aufgrund eines öffentlichen Rasierschaumattentats, geradezu gelegen.“ Stattdessen verteidigte sie ihren Mann, wie es wohl wenige tun würden. Ohne Rücksicht auf Verluste – und ihr 4.000-Euro-Chanel-Jäckchen.