Sie zaubert 
wieder

J.K. Rowling im Talk über ihr neues Buch

12.10.2012

Sie ist zurück! Harry-Potter-Autorin J. K. Rowling schreibt wieder. Hier spricht sie über ihre Inspiration und darüber, wie schwer es ist, Kinder großzuziehen.

Zur Vollversion des Artikels
© Debra Hurford Brown
Zur Vollversion des Artikels

Alles begann mit einer Idee, die der Britin J. K. Rowling (47) während einer vierstündigen Zugfahrt kam. Für ihre kleine Tochter schrieb die damalige Sozialhilfe-Empfängerin ein Buch über die magische Welt des Harry Potter. Bald war auch der Rest der Welt von den Abenteuern des Zauberlehrlings fasziniert. Fast 20 Jahre und 450 Millionen (!) verkaufte Exemplare später ist sie reicher als die Queen. Rowling gilt als die erste Buchautorin, die es geschafft hat, mit ihren Werken über eine Milliarde US-Dollar zu verdienen.

Neue Wege
Ihre Wurzeln hat sie dennoch nicht vergessen und so zeichnet sie in ihrem neuen Buch Ein plötzlicher Todesfall – das gleichzeitig ihr erstes ist, das sich nicht um Hexen und Zauberer dreht – die Welt der Mittelschicht in einer kleinen englischen Gemeinde nach. Echte Menschen mit echten Problemen. Im Mittelpunkt des Krimis steht aber der mysteriöse Tod eines Gemeinderatmitglieds. In MADONNA verrät die Bestseller-Autorin, was sie zu diesem Genre-Wechsel veranlasste und wie viel von ihr selbst in ihren Figuren steckt.

„Ein plötzlicher Todesfall“ ist völlig anders als die Potter-Bücher. Was hat Sie dazu veranlasst, dieses Buch zu schreiben?
J. K. Rowling:
Diesmal kam mir die Idee dazu in einem Flugzeug – nicht im Zug. Es geht auch um Moral und Sterblichkeit, wie bei Harry Potter. Das Buch spielt in einer kleinen Gemeinde und umfasst so die ganze Bandbreite an Figuren, von Jugendlichen bis hin zu Senioren. Ich mag Romane aus dem 19. Jahrhundert, bei denen ein Dorf im Mittelpunkt steht. Dies ist mein Versuch ­einer modernen Version.

Warum haben Sie gerade diesen Titel (im Original „The Casual Vacancy“) gewählt?
Rowling:
Der Arbeitstitel lautete „Verantwortlich“. Denn ein zentrales Thema ist die Verantwortung, die jeder von uns dafür hat, wo wir im Leben stehen – unser Glück, unsere Gesundheit und unser Wohlstand – und auch die Verantwortung gegenüber anderen Menschen – unseren Partnern, Kindern und der Gesellschaft. Als ich jedoch auf „plötzliche Vakanz“ stieß, der Ausdruck für einen durch den Tod eines Mitglieds frei gewordenen Sitz im Gemeinderat, wusste ich, dass ich meinen neuen Titel hatte. Der Tod selbst erscheint mir als größte plötzliche Vakanz. Denn er tritt oft ohne Fanfaren ein und schafft ein nicht zu füllendes Vakuum.

Das Buch handelt auch von einer Kluft zwischen Erwachsenen und Kindern…
Rowling:
Da es Familien in westlichen Gesellschaften zunehmend an Zeit fehlt, wachsen Kinder heute ganz anders auf als wir damals. Außerdem besteht zwischen den Generationen eine große Kluft, wenn es um Kommunikation geht. Facebook und Twitter sind die Domäne der Jugend. Ich halte es für eine der Herausforderungen heutiger Eltern, die Thematik der sozialen Medien vollkommen zu begreifen.

Lesen Sie den ganzen Artikel in Ihrer aktuellen MADONNA!

 

J. K. Rowlings neues Buch „Ein plötzlicher Todesfall“ (Carlsen, 24,90 Euro) ist trotz teilweise schlechter Kritiken auf allen Bestseller-Listen.

Zur Vollversion des Artikels