Im Schmerz vereint

Königin Beatrix & Schwiegertochter Mabel

Im Schmerz vereint

Schicksalsschlag. Warum Prinz Frisos Mutter, Königin Beatrix, und seine Frau Mabel die Situation nach dem Unfall nur gemeinsam meistern können.

Es ist zerbrechlich das Glück. Es ist filigran, so empfindlich und launenhaft. Mabel Wisse Smit (43) weiß das. Als am 17. Februar eine Lawine ihre große Liebe Prinz Johan Friso (43) unter sich begrub, zerbrach für Mabel binnen weniger Sekunden ihre ganze Welt. Keine unbekannte Situation für die zweifache Mutter. Ihr Leben war gepflastert von Schicksalsschlägen. Fast auf den Tag genau 34 Jahre zuvor starb ihr Vater Henk Los bei einem tragischen Unglück während des Eislaufens. Damals war die kleine Mabel neun Jahre alt. Und sie lernte schnell, was wirklich wichtig ist. Denn, wenn das Leben schwierige Prüfungen bereithält, zählt nur eines: der Zusammenhalt in der Familie.

Königin Beatrix aus den Niederlanden lebt dieses Prinzip seit jeher. Auch als ihr Familiensinn vor einigen Jahren hart auf die Probe gestellt wurde.
Eklat. Denn die Beziehung des zweitältesten Sohns der Monarchin mit Mabel sorgte in den Niederlanden nach der Verlobung 2003 für heftige Diskussionen. Die Bankierstochter verkehrte einst in dubiosen Kreisen und war mit dem Amsterdamer Unterweltboss Klaas Bruinsma liiert. Dessen nicht genug. Für weiteres Aufsehen sorgte die Nachricht, dass Mabel auch eine enge Beziehung zu Muhammed Sacirbey, früherer bosnischer Außenminister, der später wegen Betrugs angeklagt wurde, pflegte.

Kurz vor der Heirat 2004 stellte sich jedoch heraus, dass Mabel und Friso versucht hatten, anderen gegenüber die Liebesbeziehung der Studentin mit dem Mafia-Boss zu verschweigen. Selbst Königin Beatrix und der damaligen Ministerpräsidenten der Niederlande, Jan Peter Balkenende, wurden von dieser Nachricht überrascht. Die logische Konsequenz: Die verärgerte niederländische Regierung verweigerte die Zustimmung zur Hochzeit. Um seine Geliebte trotzdem heiraten zu können, musste Prinz Johan Friso 2004 in Kauf nehmen, den Anspruch auf die Thronfolge zu verlieren. Seither sind Mabel und Friso keine offiziellen Mitglieder des königlichen Hauses mehr. Dennoch machte Königin Beatrix unmissverständlich klar, dass ihr Lieblingssohn und ihre Schwiegertochter selbstverständlich weiterhin zur Familie gehören.

Starke Bande
Eine Entscheidung, die ihr jetzt besonders zugutekommt. Seit dem Unglückstag, am 17. Februar, sieht man Beatrix und Mabel stets Seite an Seite. Die zwei Frauen stützen sich gegenseitig, geben sich Kraft, um diesen Albtraum durchstehen zu können. Die niederländische Königsfamilie wohnt im Hotel Post in Lech am Arlberg, dem Hotel, in dem Beatrix seit 50 Jahren ihren Winterurlaub verbringt. In jenem Ort, der das Schicksal der Familie von einer Sekunde auf die andere verändert hat. Jeden Tag steigt Mabel in einen schwarzen Geländewagen und wird von ihrem Chauffeur die 120 Kilometer in die Innsbrucker Universitätsklinik gebracht. Sie ist nie alleine, wenn sie ihren geliebten Mann zweimal am Tag besucht. An ihrer Seite ist stets ein royales Familienmitglied. Ihre Töchter, Luana (6) und Zaria (5), werden währenddessen liebevoll und fürsorglich von ihrer Tante, Kronprinzessin Máxima, betreut.

Die Hoffnung stirbt zuletzt. Auch wenn es laut der Diagnose des Ärzteteams der Uniklinik Innsbruck nur sehr vage Zukunftsperspektiven für Johan Friso gibt. „Derzeit kann nicht mit Sicherheit gesagt werden, ob der Prinz je wieder das Bewusstsein erlangen wird“, sagt Dr. Wolfgang Koller, Leiter der traumatologischen Intensivstation. Eine Diagnose, die erschüttert. Aber kein Grund für die starken Frauen aufzugeben. Ihr unerschütterlicher Glaube und ihr Zusammenhalt lassen die Hoffnung auf ein gutes Ende nicht verklingen. Stattdessen rücken sie noch näher zusammen. Denn das ist es, was zählt.