'Ich vermisse meine Mutter Romy'

In Memoriam

'Ich vermisse meine Mutter Romy'

"Meine Mutter war 38, als ich geboren wurde“, sagt Sarah Biasini in einem ihrer seltenen Interviews über ihre berühmte Mutter Romy Schneider († 43). „Sie hat mir also nur fünf Jahre lang gehört.“ Am 29. Mai 1982 schloss die schöne, begabte und zugleich so ambivalent wütende und zerbrechliche Schauspielerin für immer ihre Augen. Herversagen. Oder wie viele meinten: Sie starb – nach dem tragischen Unfalltod ihres Sohnes David († 14) im Sommer 1981 – an gebrochenem Herzen. Dass ihre Alkohol- und Medikamenten-Sucht viel zu Schneiders frühem Tod beitrug, steht außer Zweifel.

Romys Mythos lebt bis heute. Anlässlich ihres 30. Todestages wird die Charakterdarstellerin nicht nur im Rahmen einer großen Ausstellung in der Bundeskunsthalle in Bonn, sowie von 3sat und ORF mit Romy-Schwerpunkten geehrt, ihre Tochter Sarah Biasini (34) – selbst inzwischen angesehene Schauspielerin – widmet ihrer Mutter auch den wunderschönen Bildband „Romy“. Mit Co-Herausgeber Jean-Pierre Lavoignat sprach Biasini offen über ihre Mutter und den Schmerz, der niemals vergeht. Hier die berührendsten Passagen:
 


Wann ist Ihnen klar geworden, dass Ihre Mutter eine Persönlichkeit des öffentlichen Lebens war?
Biasini:
Ich glaube, das habe ich schon immer gewusst. Ich erinnere mich an mehrere Paparazzi, die meinen Vater und mich verfolgt haben, als ich sechs oder sieben Jahre alt war und er mich zur Schule brachte. (…) Auch als meine Mutter noch lebte, erinnere ich mich an Paparazzi, die uns am Flughafen fotografiert haben, als sie, David und ich an Bord gingen. Diese Fotos habe ich alle gesehen. (…) Einem Teil von mir ist das alles bekannt. Gleichzeitig denke ich manchmal, dass ich noch immer nicht alles völlig realisiert habe. Denn was mich vor allem unruhig macht, was mir fehlt, was ich suche, das ist die Mutter, nicht die Schauspielerin und auch nicht die Frau, als die sie in der Öffentlichkeit wahrgenommen wurde.

Welche Erinnerungen haben Sie an Ihre Mutter?
Biasini:
Das ist schwer zu sagen. Es sind eher Empfindungen und Eindrücke als ganz präzise Momente. Mit viereinhalb, fünf Jahren ist man doch noch sehr klein… Vor allem hat sich dann alles sehr schnell vermischt: Private sowie öffentliche Fotos…

Erinnern Sie sich an den Moment, als sie gestorben ist?
Biasini:
Ich erinnere mich an den Morgen, als es passiert ist. Erinnere mich an die große Aufregung, die ich in der Wohnung gespürt habe. Ich war mit meinem Kindermädchen direkt im Nebenzimmer, schaute durch das Schlüsselloch und sah sie auf dem Sofa liegen und viele Leute um sie herum – sicher Leute vom Rettungsdienst und Ärzte. In meiner kindlichen Fantasie sah das für mich aus wie eine riesige Spinne, die sich über sie beugt. Später, als ich mit meinem Kindermädchen darüber gesprochen habe, sagte sie mir jedoch, das sei unmöglich, wir wären in einem anderen Zimmer gewesen, nicht neben dem Raum, wo es passierte. Ja, so ist das mit den Erinnerungen…

Wie ging es nach dem Tod Ihrer Mutter weiter?
Biasini:
Ich habe bei meinen Großeltern väterlicherseits in Saint-Germain-en-Laye gelebt. Mein Vater arbeitete nachts, und ich sah ihn vor allem am Wochenende und in den Ferien. Das lief alles ganz einfach und selbstverständlich ab. (…)

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