Familienkrieg im Joop-Clan

Wolfgang vs. Jette

Familienkrieg im Joop-Clan

Wolfgang ist ja ein Familientier“, hatte Charlotte Joop (†94) noch über ihren Sohn in einem Interview für den Prachtband 'Wunderkind' (Collection Rolf Heyne, HIER können Sie das Buch bestellen), der im letzten Jahr anlässlich des 65. Geburtstages des Modezaren erschien, gesagt. „Er versteht sich mit seinen Mädchen gut, mit Florentine wohl mehr als mit Jette, sie ist immer ein wenig im Wettbewerb mit ihm.“  Wie recht die elegante alte Dame behalten sollte, erfuhr sie nie. Glücklicherweise. Zu schmerzhaft wäre wohl für sie – die Matriarchin, das weibliche Familienoberhaupt, die ihren Familienclan stets liebend zusammenhielt – der Zwist, der seit ihrem Tode zwischen Wolfgang (65)und Jette (42) tobt.

Gut Bornstedt, jenes Anwesen in Potsdam, in dem Wolfgang Joop groß wurde und seine Mutter Charlotte bis zuletzt lebte (Wert: rund 1 Million Euro), gibt Anlass für das unschöne Familiendrama. Joops älteste Tochter Jette, ebenfalls erfolgreiche und wohlhabende Designerin, soll laut Wolfgang Joop das Haus unrechtmäßig an sich gerissen haben. Er, der Bornstedt stets als seine Heimat, als Stammsitz des Clans empfand, habe keinen Zutritt mehr zu dem Haus. Jette habe nach ihrem Einzug alle Schlösser auswechseln lassen, erklärt der Star-Designer öffentlich. Und setzt weitere heftige Vorwürfe hinzu. „Sie hat keine Moral“, so Joop im Interview mit Bild am Sonntag.

Während der Vater und Jettes Schwester Florentine (37) Jette „schwerer Wahnvorstellungen von Machtergreifung und Besitz“ bezichtigen, wehrt sich diese in unterkühltem Ton: „Die Behauptungen sind unwahr.“ Gleich nach dem Tod von Charlotte Joop sei von ihrem Vater, Florentine und ihr gemeinsam beschlossen worden, dass Jette mit ihren Kindern (Johanna, 13, und John, 1)  und ihrem Ehemann Christian Elsen im Haus der Großmutter wohnen soll. „Seit Mai zahle ich jeden Monat pünktlich meine Miete für das Haus, das wie das gesamte Grundstück Eigentum der Joop Joop Joop GbR ist.“ Für eben diese Gesellschaft halten Jette und Florentine Joop jeweils 45 Prozent, Vater Wolfgang zehn Prozent. „Durch die Anmietung in Absprache habe ich niemanden vertrieben“, so Jette Joop eisern.

Jette Joop Designer Wolfgang Mutter Charlotte © Getty Images
Bild: (c) Getty Images
Bis zu ihrem Tod hielt Charlotte Joop die Familie zusammen. Das Verhältnis zwischen Wolfgang und Jette definierte sie jedoch selbst als „schwierig“.

Überrumpelt
„Es darf nicht sein, dass sich unser Vater plötzlich auf seinem eigenen Grund und Boden und dem Platz seiner Kindheit fremd und unwillkommen fühlt“, kommentiert Florentine Joop (37), die sich von der Unterzeichnung des Mietvertrags überrumpelt fühlt, habe sie sich doch – damals mit Zwillingen hochschwanger – nach dem Tod der Oma in einem seelischen Ausnahmezustand befunden, den Jette beinhart ausgenutzt habe, so die Spekulation. Zudem soll Jette Joop nicht das Grundstück, sondern auch einen Diamantring, der für Florentine bestimmt gewesen wäre, „an sich gerafft“, diesen jedoch inzwischen an den gemeinsamen Anwalt retourniert haben. „Es geht nicht um Materielles“, stellt Wolfgang Joop fest. „Wenn ich habgierig wäre, hätte ich nicht das ganze Erbe schon in den 90er-Jahren an Jette und Florentine übertragen. Es geht um einen viel größeren Verlust.“ Den Verlust von Vertrauen und jenem Familiensinn, den Charlotte Joop 94 Jahre lang in sich trug und an ihren Sohn und ihre Enkel  weiterzugeben versuchte. Wolfgang Joop: „Jette zerstört mit ihrem Tun den Sinn und den Auftrag, den der Rest der Familie fühlt. Sie versteht ihr Leben falsch. Ich hätte es ihr vielleicht besser beibringen sollen.“

Sas sagt Wolfgang Joop
„Sie hat keine Moral & Wahnvorstellungen.“

Stimmt der Vorwurf, dass Sie von Ihrer Tochter aus Ihrem Geburtshaus ausgesperrt wurden?
Wolfgang Joop:
Ich weiß es nicht. Ich bin erschöpft. Seit meine Mutter starb, reiht sich Katastrophe an Katastrophe. Schon während sie im Sterben lag, hatte Jette Gut Bornstedt für sich annektiert, und ich sagte zu ihr: Jette, da oben ist mein Apartment, das möchte ich behalten. Sie erwiderte, dass sie Pläne für den ehemaligen Schweinestall habe, auf die ich irgendwann mal draufgucken könne.

Nimmt Ihnen Ihre Tochter die Heimat?
Joop:
Das tut sie, und das ist sehr, sehr schmerzhaft. Ich habe lange gedacht, dass sie aus ihren Wahnvorstellungen von Machtergreifungen und Besitz erwacht. Umsonst.

Jetzt sprechen die Anwälte?
Joop:
Ja. Es ist unvorstellbar. Meine Mutter führte immer ein offenes Haus. Es wurde nie abgeschlossen. Jetzt findet gerade die Spaltung einer langen Familientradition statt. Jette zerstört mit ihrem Tun den Sinn und den Auftrag, den der Rest der Familie fühlt. Jette versteht ihr Leben falsch. Ich hätte es ihr vielleicht besser beibringen sollen.

Wie beurteilen Sie das Verhalten Ihrer Tochter?
Joop:
Sie hat keine Moral. Sie hat nur ein Herz für sich und ihre Ziele. Dafür scheut sie keinen Einsatz. Und sie duldet nur Jasager um sich.

 

 

 

Das sagt Jette Joop
„Die Behauptungen sind unwahr!“

Stimmen die Anschuldigungen, dass Sie sich nach dem Tod Ihrer Großmutter habgierig bereichern wollten?
Jette Joop:
Die Behauptungen sind unwahr. Erst einmal gehören Häuser und Grundstück seit vielen Jahren der Joop Joop Joop GbR. Mein Vater, meine Schwester und ich sind die Gesellschafter dieser GbR. Auf dem Grundstück befinden sich vier abgeschlossene Wohneinheiten, eine davon bewohnte meine Großmutter. In mehreren Gesprächen mit meinem Vater und meiner Schwester wurde nach dem Tod meiner Großmutter der Entschluss gefasst, dass ich dieses Haus von der GbR mieten und es mit meinen Kindern und meinem Mann bewohnen soll.

Was ist mit den Möbeln, die Sie abtransportiert haben sollen?
Joop:
Das ist ebenfalls unwahr. Ich habe nichts an mich genommen. Ich wollte das Haus gern in seinem ursprünglichen Zustand erhalten und deshalb meinem Vater die darin befindlichen Möbeln abkaufen. Darum habe ich in Absprache mit ihm die Möbel offiziell schätzen lassen und ihm den Schätzpreis überwiesen. Das Geld hat er mir Wochen später einfach zurücküberwiesen.

Können Sie sich eine Versöhnung vorstellen?
Joop:
Es scheint mir nötig, die Fakten klarzustellen. Private Konflikte bespreche ich nicht in der Öffentlichkeit.

Autor: Daniela Schimke
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