"Familien-Planung ist nicht  abgeschlossen"

Jenny Elvers im MADONNA-Talk

"Familien-Planung ist nicht abgeschlossen"

Ihre Fehlgeburt war ein erneuter Tiefpunkt in ihrem Leben. In MADONNA spricht Jenny Elvers nun über das Drama, weitere Baby-Pläne und beruflichen Neustart.

Ihr Leben gleicht einer Hochschaubahn. Zuerst der dramatische Alkoholabsturz, Entzug und die Trennung von Götz Elbertzhagen. Kurz darauf: neue Liebe, ein fulminantes Comeback bei Big Brother – und die Frohbotschaft: Jenny Elvers (41) wird noch einmal Mutter. Vor wenigen Wochen plötzlich die Schocknachricht: Die Schauspielerin hat das Baby verloren! Viele wunderten sich über ihre fröhlichen Auftritte zusammen mit Lebensgefährte und Kindsvater Steffen von der Beeck (39) kurz nach dem traurigen Verlust. In MADONNA spricht nun Jenny Elvers – sie wurde 2013 mit dem Leading Ladies Award für ihren offenen Umgang mit ihrer Alkoholsucht geehrt – über die Ereignisse der letzten Wochen, die sie nicht entmutigen.

Vor wenigen Wochen erreichte uns die Schocknachricht, dass Sie Ihr Baby verloren haben. Wie geht es Ihnen im Moment?
Jenny Elvers:
Mir geht es wirklich sehr gut. Ich bin fleißig am Arbeiten. Was mir privat passiert ist, kommt leider bei jeder dritten Schwangerschaft vor. Natürlich ist es schade und ich bin traurig darüber, aber so ist das Leben. Ich habe ja zum Glück einen gesunden Sohn (Paul, 12, Anm.). Dafür bin ich sehr dankbar.  

Hatten Sie damit gerechnet?
Elvers:
Naja, ich bin 41 Jahre alt, hatte in letzter Zeit viel Stress... all das waren Faktoren, die wir schon miteingerechnet hatten.  

War das der Grund dafür, dass Sie die Schwangerschaft bis zuletzt nicht bestätigt haben?
Elvers:
Man gibt eine Schwangerschaft einfach nicht vor der zwölften Woche bekannt. Dass sie an die Öffentlichkeit kam, war nicht unsere Entscheidung. Der Presse wurde mein Laborbericht zugespielt. Wir gehen deshalb nun auch gegen das Labor rechtlich vor.

Es gab auch das Gerücht, dass Sie von Ihrer Schwangerschaft selbst aus der Presse erfahren haben...
Elvers:
Quatsch! Man wird ja auch nicht ungeplant mit 41 Jahren schwanger (lacht).

Ist das Thema Baby nun für Sie abgeschlossen – oder versuchen Sie es noch einmal?
Elvers:
Zunächst genießen wir jetzt mal unser Leben zu dritt mit meinem Sohn Paul – beziehungsweise zu fünft mit unserem Hund und einem Hasen (lacht). Bezüglich Baby ist es noch zu früh, weitere Spekulationen in den Raum zu stellen. Abgeschlossen ist die Familienplanung nicht. Aber Konkretes kann ich jetzt dazu nicht sagen.  

Im letzten Interview haben Sie gesagt, dass die Scheidung von Götz Elbertzhagen kein Thema sei – das hat sich geändert?
Elvers:
Im Sommer letzten Jahres war die Scheidung einfach noch nicht eingereicht. Jetzt ist das anders. Das muss einfach geregelt werden, damit es auch hier endlich mal zu einem Abschluss kommt. Das brauche ich allein schon für meine Psyche.

Das letzte Jahr war hart...
Elvers:
Das letzte Jahr war heftig, aber das Jahr davor – mit dem Entzug – nicht minder hart. Trotzdem: Wenn ich nach dem letzten Jahr Bilanz ziehe, bin ich glücklich. Ich habe eine gute Startposition für 2014.

Sie sind seit Sommer 2013 mit Steffen von der Beeck zusammen. Warum ist er der Mann Ihrer Träume?
Elvers:
Wir sind ein sehr gutes, eingespieltes Team. Steffen respektiert auch meine Entscheidungen und es ist für ihn wichtig, dass ich mich wohlfühle. Er regelt ja auch meine beruflichen Dinge. Aber er gibt mir auch viel Herzenswärme.

Was ist an ihm anders als an seinen Vorgängern?
Elvers:
(lacht) Also ich sträube mich dagegen, Vergleiche zu ziehen. Fest steht aber: Wir haben uns zwar nicht gesucht, aber gefunden!

Sie kannten einander ja schon lange...
Elvers:
Ja, etwa 17 Jahre, durch Steffens Schwester, mit der ich befreundet bin. Früher war er immer nur der kleine Bruder.

Sie verbringen nahezu 24 Stunden am Tag miteinander. Belastet das die Beziehung nicht?
Elvers:
Nein, es muss einfach irgendwann am Tag damit Schluss sein, über das Berufliche zu sprechen. Wir versuchen, Privates und Berufliches zu trennen. Andererseits ist es so eine Bereicherung, mit jemandem zu arbeiten, der einen so gut kennt. Da hat man eine ganz andere Vertrauensbasis.

Ihr Lebensgefährte musste allerdings in Sachen Öffentlichkeit ins kalte Wasser springen. Wie geht es ihm zum Beispiel, wenn derlei intime Dinge wie der Verlust Ihres Babys öffentlich kommentiert werden?
Elvers:
Natürlich war er auf dieses Ausmaß nicht vorbereitet. Man kann den Umgang damit, selbst ständig im Fokus zu stehen, auch nicht erlernen. Aber er macht das sehr gut. Es gibt ja keinen Prominenten, bei dem in der Presse immer alles Friede, Freude, Eierkuchen ist.

Als Sie Ende letzten Jahres so schrecklich gestürzt sind, wurde ja auch gleich über einen Rückfall spekuliert...
Elvers:
Ja, und das kann ich auch verstehen. Aber ich habe das ja dann gleich aufgeklärt, dass ich einen Allergieschock hatte. Mein Sohn war zum Glück da und hat meinen Sturz abgefangen, sodass ich mir „nur“ die Lippe aufgeschlagen habe. Ich habe dann ja meinen Befund herausgegeben, damit alle sehen, dass ich tatsächlich eine heftige Allergie habe.

Ihr Sohn Paul hat in den letzten Jahren viel durchgemacht – wie gehen Sie damit um?
Elvers:
Er hat in der Tat viel erlebt. Aber er ist ein sehr glückliches Kind. Wir besprechen alles, er hat viele Freunde und ist sehr fröhlich. Ich kann nichts feststellen, was schiefgelaufen sein sollte. Natürlich wäre jedem Kind eine intakte Ehe seiner Eltern zu wünschen, aber inzwischen wird jede zweite Ehe geschieden. Trotz allem wächst Paul mit sehr viel Liebe und Geborgenheit auf – und das ist das Wichtigste.

Sie haben im letzten Jahr bei der nicht unumstrittenen TV-Show „Big Brother“ mitgemacht und gewonnen. Was hat Ihnen die Teilnahme gebracht?
Elvers:
Ich habe mir das wirklich reiflich überlegt. Letztlich ausschlaggebend für meine Zusage war die Dauerbeobachtung, unter der man steht und die mir die Möglichkeit gab, zu zeigen: Ich bin gesund!

War es für Ihre Karriere auch wichtig, zwei Wochen lang am Schirm zu sein?
Elvers:
Natürlich. Big Brother war ein guter Startschuss, wieder beruflich mehr zu machen. Ich habe viele Angebote bekommen, wobei ich nur das machen werde, hinter dem ich wirklich stehen kann.  

Sprich: Ins Dschungelcamp würden Sie nicht gehen?
Elvers:
Das haben mich in letztere Zeit lustigerweise viele Leute gefragt. Prinzipiell hat die Show ja die Anmutung, dass da irgendwelche C-Promis einfach nur Geld verdienen müssen. Ich finde das gar nicht schlimm, denn immerhin tun sie etwas dafür, wieder auf einen grünen Zweig zu kommen. Ich würde den Dschungel prinzipiell nicht ausschließen, wobei ich gerne Steffen mitnehmen würde (lacht). Aber momentan kommt das nicht infrage, weil das mein Sohn wohl nicht gut finden würde. Ich mag auch Spinnen und Kakerlaken nicht so gerne.

Außerdem hat man bei „Shopping Queen“, wo Sie Ihr Haus gezeigt haben, gesehen, dass Sie das finanziell derzeit wohl nicht nötig haben...

Elvers: Ich habe noch genug zum Anziehen (lacht)!

Welche beruflichen Herausforderungen warten in nächster Zeit auf Sie?
Elvers:
Als Nächstes steht die neue Schmuckkollektion an – da bin ich schon sehr fleißig. Ansonsten habe ich ein paar Angebote für Gastrollen in bekannten deutschen Fernsehserien, über die ich mich sehr freue – es ist schön, zu sehen, dass zumindest diese Branche mich wieder als Jenny die Schauspielerin sieht. Generell ist mir jedoch am wichtigsten, Ruhe in unser Leben zu bringen, und das bedeutet zwangsläufig auch, sich zu einem gewissen Grad aus der Öffentlichkeit zurückzuziehen. Das Wichtigste ist für mich im Moment meine Familie, für die ich mir viel Zeit nehme – beruflich nehme ich mir die Freiheit, das Tempo selber vorzugeben.

Sie sind wahnsinnig dünn – wie würden Sie Ihr Verhältnis zum Essen beschreiben?
Elvers:
Mein Verhältnis zum Essen war nie schlecht. Es haben sich nur meine Essensgewohnheiten verändert. Und vor allem: Ich trinke nicht mehr. Da nimmt man automatisch ab, weil Alkohol so wahnsinnig viel Kalorien hat. Außerdem achte ich sehr auf gesunde Ernährung und koche auch jeden Tag. Zwei, drei Kilo mehr wären schon ganz gut für mich, aber das geht nicht von heute auf morgen bei mir.

Sie sind seit eineinhalb Jahren trocken – wie präsent ist die Alkoholsucht in Ihrem Alltag?
Elvers:
Für mich ist es ganz normal geworden, keinen Alkohol zu trinken. Es ist eher für die anderen schwierig, weil es so normal geworden ist, dass jeder zum Champagnerglas greift. Ich sehe es einfach so: Ich habe eine Haselnussallergie, also darf ich keine Haselnüsse essen. Genauso verhält es sich mit dem Alkohol.

Ihre Erfahrungen und Erlebnisse wären doch ein Thema für ein Buch – schreiben Sie schon daran?
Elvers:
Nein, aber das Thema ist nicht ausgeschlossen. Vielleicht schreibe ich eines Tages ein Buch, aber ich denke, es ist so viel über mich geschrieben worden – ich will den Leuten mit meiner Geschichte auch nicht auf die Nerven gehen (lacht). 

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