Kritik für „Fatsuit“

Barbara Schöneberger provoziert mit Cover

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Die Moderatorin sorgt mit dem Titelblatt ihres Magazins für Wirbel.

Eigentlich sollte die aktuelle Ausgabe von Barbara Schönebergers Magazin Barbara der Bodypositivity - also dem Trend zur Körpervielfalt - gewidmet sein, doch jetzt hat sich die Moderatorin den Ärger jener eingehandelt, die sie mit dem Thema ansprechen wollte. Am Cover ließ sich die 44-Jährige mit einem "Fatsuit" ablichten, was bei vielen Frauen als Provokation aufgefasst wird. Der Vorwurf: Statt ein kurviges Model am Titelblatt zu zeigen, wird das Dicksein durch den Fatsuit karikiert. Wer an Übergewicht leidet, wird mit dieser Form der Darstellung keine mediale Spiegelung erfahren da Schöneberger - eine Frau die das gängige Schönheitsideal verkörpert - die Kostümierung jederzeit abwerfen kann. Auch wenn die Schlagzeilen des Covers "Ein Hoch auf die Vielfalt" und "Wer entscheidet eigentlich, was heute als normal gilt?" lauten, spießen sich diese Botschaften mit der Darstellung.

 

Auch das Backstage-Video zum Covershooting beschwörte einen Shitstorm auf Instagram herauf. Die Moderatorin macht sich mit dem Fatsuit über eine Schüssel Pasta her und scherzt: „Entschuldigung, nichts gegen Dicke, bin selber eine.“

Kurvige Frauen fühlen sich verhöhnt

"So etwas habe ich von Ihnen nicht erwartet", kommentiert ein (Ex-)Fan das Video. "Frau Schöneberger, dafür sollten Sie die rote Karte kriegen. Ich habe mein Abo gekündigt", schreibt eine andere Userin. Auch wenn manche Schönebergers parodistischen Zugang zu dem Thema beklatschen, überwiegt die Empörung.

Blogger und Plus-Size-Influencer haben in den vergangenen Tagen eigene Versionen des umstrittenen Coversujets gepostet und richten sich mit ihrer Kritik direkt an Schöneberger: "Ich sehe dich in der Verantwortung für Vielfalt einzustehen, denn das macht deine Zeitschrift eigentlich aus. Sie uns lächerliche zu ziehen ist nicht deine Aufgabe", schreibt Bloggerin Tanja Marfo.

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

(Werbung) Liebe Barbara, @barbara.schoeneberger was soll ich sagen und wo fange ich an?! Ich mag dein Magazin, deine teilweise überspitzte Art die Dinge anzusprechen und beim Namen zu nennen. Ich war selbst mal in deinem Heft und bin ein großer Fan von Vielfalt in allen Bereichen. . Das aktuelle Cover des Barbara Magazines jedoch verschlug mir die Sprache. Als schlanke Frau einen Fatsuit zu tragen? Ich weiß nicht?! Dann auch noch das Video auf deinem Instagram Kanal indem du mit einer großen Kelle, im Fatsuit, Essen aus einer riesen Schale in Dich hineinstopfst. Du sagst du seist selber dick und hast nichts gegen dicke Menschen... Dann noch die Fotos deines Visagisten, der dieses Thema auch zu witzig fand und sich fragte, wem der Fatsuit wohl besser stehen würde. . . Stimmt was nicht?" Diese Frage steht auf deinem Cover und ich gebe sie gerne an dich zurück. Denn es stimmt so vieles mit diesem Bild und dem Umgang mit der Darstellung von dicken Körpern nicht!! Ich trage meinen Fatsuit nämlich jeden Tag und kann ihn nicht nach einem kurzen Shooting wieder ablegen. Es ist OK für mich, ich bin im reinen mit mir. Nur geht es nicht allen Menschen so und das ist dir sicher bewusst. . #meinkoerperistkeinkostüm . Ich sehe dich in der Verantwortung für Vielfalt einzustehen, denn das macht deine Zeitschrift eigentlich aus. Sie uns lächerliche zu ziehen ist nicht deine Aufgabe. Wir möchten darauf aufmerksam machen, dass es nicht in Ordnung ist dicke Menschen zu diskriminieren oder sich über sie lustig zu machen. Dicke sind keine Witzfiguren! . Schau dich um in der Medienwelt, sie zeigt keine unterschiedlichen Körperformen. Dabei brauchen wir Diversität so dringend, nur nicht in Fatsuits! Sie würde unseren jungen Erwachsenen so sehr helfen. . Unterstützt @schoenwild und mich. Für weniger Diskriminierung und mehr Vielfalt in den Medien. Tagged uns auf euren Bildern und nutzt mit uns gemeinsam die Hashtags #medienseidmutiger #meinkoerperistkeinkostuem #whataboutus #fuermehrvielfaltindenmedien . Bitte bleibt sachlich und nett bei dieser Aktion. Wir möchten Aufmerksamkeit für eine gute Sache. Gemeinsam geht es besser. Danke an @ulfkrueger für das spontane Fotoshooting

Ein Beitrag geteilt von Tanja Marfo (@kurvenrausch) am

 

Mittlerweile hat die Redaktionsleitung Stellung bezogen. Gegenüber der Bild-Zeitung sagt Stefanie Hellge vom Barbara-Magazin, dass man niemanden mit dem Cover vor den Kopf stoßen wollte: „Überrascht hat mich die teils heftige Reaktion von Menschen, die wir feiern und unterstützen wollten. Dass einige sich angegriffen fühlen, war natürlich nicht unsere Absicht. Die Irritation beim ersten Blick schon“, zitiert sie Bild online.

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