Abschiedsbrief an ein ungeborenes Baby

Herzzerreißende Worte

Abschiedsbrief an ein ungeborenes Baby

Eine Frau postet einen offenen Brief im Internet. Es sind die Abschiedsworte an ihr ungeborenes Kind.

Ein Brief geht um die Welt. Der Adressat: Ein kleines Lebewesen, das wahrscheinlich nicht mehr unter uns weilt. Eine anonyme Frau veröffentlicht in einem Forum auf Reddit einen offenen Brief an das "kleine Ding", das sie in sich trägt - und zwar bevor sie es abtreibt. Sie selbst scheint noch sehr jung zu sein - darauf lassen Hinweise in dem Brief schließen. Auch finanzielle Umstände dürften bei ihrer Entscheidung, das Baby abzutreiben, eine Rolle spielen. Ihre Worte spiegeln den inneren Konflikt wider, den viele Frauen bei ungewollten Schwangerschaften austragen: Das Für und Wider, Zukunftsängste, Selbstzweifel und natürlich der schmerzhafte Gedanke daran, das Lebewesen niemals kennenzulernen.  

Ihr Brief schlug hohe Wellen im Forum und wurde bereits vielfach geteilt. Lesen Sie hier die Übersetzung:

Nächsten Freitag werde ich abtreiben. Ein offener Brief an das kleine Leben, das ich niemals treffen werde.

„Kleines Ding:

Ich kann dich in mir fühlen. Ich habe doppelt so viel Appetit und nur halb so viel Energie. Es bricht mir das Herz, dass ich nicht die Begeisterung empfinde, die ich fühlen sollte. Gleichzeitig tut es mir leid und auch wieder nicht.

Mir tut es leid, dass dies ein Abschied ist. Ich bin traurig, dass ich dich niemals kennen lernen werde. Du könntest die Augen deines Vaters und meine Nase haben und wir könnten unsere eigenen Traditionen ins Leben rufen, eine Familie sein. Aber, kleines Ding, wir werden uns wiedersehen. Ich verspreche dir, dass ich wenn ich das nächste Mal den kleinen roten Strich sehe, das nächste Mal wenn du in der gleichen Realität wie ich bist, bereit für dich sein werde.

Kleines Ding, ich möchte, dass du glücklich bist. Mehr als ich etwas Gutes für mich selbst will, wünsche ich mir das Beste für die Zukunft. Das ist der Grund, warum ich im Moment nicht deine Mutter sein kann. Ich bin selbst noch dabei, zu wachsen. Es wäre nicht fair, ein neues Leben auf die Welt zu bringen, wenn ich selbst noch von den Geistern meines früheren Lebens verfolgt werde. Ich möchte, dass du all die Dinge hast, die ich als Kind nicht haben konnte. Ich möchte, dass du besser wirst als ich es jemals war und umwerfender als ich es jemals sein könnte. Ich kann dir nicht antun, was mir angetan wurde: Einen Samen, der aus Liebe entstand, in den Garten einzupflanzen und darauf zu hoffen, dass er nur durch Träume wächst. Liebe und Spontanität sind wunderbar, aber sie haben einen geringen Leistungswert. Obwohl ich genügend Träume habe, die mir im Kopf herumspuken, sind Träume doch kein Werkzeug, das effektiv genug ist, um für dich ein besseres Morgen aufzubauen. Ich kann dich nicht hierherbringen. Nicht so.

Ich liebe dich, kleines Ding, und ich wünschte, die Umstände wären andere. Ich verspreche, ich werde dich wiedersehen und beim nächsten Mal darfst du mich Mama nennen.“