Von Mönch zum Transgender-Supermodel

Starke Veränderung

Von Mönch zum Transgender-Supermodel

Beim Anblick dieses asiatischen Supermodels würde man nie denken, dass sie als Mann geboren wurde. Noch weniger würde einem aber in den Sinn kommen, dass sie vor dem Durchbruch in der Fashionszene sechs Jahre als Mönch im Tempel gelebt hat.

Der Mönch mit Liebe zum Make-up
Der auf Phajaranat Nobantao getaufte Junge hatte ein angenehmes Leben. Bis zum finanziellen Ruin der Familie. Die teure Privatschule, die ihm in der Berufswelt alle Türen öffnen sollte, konnte nicht mehr bezahlt werden. Der einzige Ausweg war eine Schule auf der man zum Mönch ausgebildet wurde. Nach und nach spürte der 12-Jährige charakterliche und emotionale Veränderungen. Er begann sich wie ein Mädchen zu verhalten und interessierte sich auch für Themen wie Make-up und Kleider. Ihm wurde klar, er möchte ein Leben als Frau führen, doch die mehr als 200 Regeln, die es für Mönche zu befolgen gab, machten ihm das nicht gerade einfach. Aber Tao, wie er die Frau in ihm nannte, war stärker und er fand sogar Gleichgesinnte. Heimlich traf er sich mit den vier anderen und sie tauschten sich über Frauenthemen aus, schminkten sich mit Babypuder und Lippenstift und experimentierten mit Hormonpillen, die das Brustwachstum förderten. Als Tao allerdings von ihrer Mutter dabei erwischt wurde, entschloss sie ihre Männlichkeit ein für alle Mal an den Nagel zu hängen und in Folge auch das Leben als Mönch.

Der harte Weg zum Modeldurchbruch
Ihr Weg führte sie in die Welt der Kabarettshows. Sogar in der bekannten Calypso Show in Bangkok trat Tao auf. Doch ihr Traum war es, inspiriert von ihrem Vorbild Yui Phetkanha, Topmodel zu werden. Und lernen wollte sie das von keiner geringeren als von ihr höchstpersönlich. Nach 12 hartnäckigen Treffen willigte die berühmte Yui ein ihr alles über das Modeln beizubringen. Nach drei Monaten in ihrer Obhut wagte sich Tao bei Agenturen vorzustellen und musste sich der harten Realität stellen, dass die thailändische Fashionindustrie noch nicht bereit für „jemanden wie sie“ war. Doch Tao gab nicht auf. Sie wusste sie hatte das Zeug zum Modeln. Die Tatsache, dass sie als Mann geboren ist, kann man nicht ändern. Aber man kann seine Umgebung ändern und hoffen, dass man woanders so akzeptiert wird, wie amn ist. In Singapur machte sie sich mit zahlreichen Auftritten und Werbungen schnell einen Namen. Und der verbreitete sich natürlich auch bis nach Thailand. Mit dem ersten Job in ihrer Heimat kam auch der ersehnte Durchbruch. Mittlerweile gehört Tao zu den bekanntesten Fashion- und Dessousmodels in Thailand. Und die Chance auf eine internationale Karriere steht nicht schlecht. Aktuell arbeitet sie an einem Film über Transgender Models sowie daran in New York Fuß zu fassen. Doch zu aller Überraschung, schließt sie es nicht aus eines Tages wieder zurück in den Tempel zu kehren.

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Mimi Tao

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