22. März 2013 10:51
Rassismus in der Modewelt
Victoria's Secret-Model Chanel Iman packt aus

Chanel Iman erzählte in einem Interview, warum es immer noch vorkommt, dass man sie von Castings wegen ihrer Hautfarbe nachhause schickt.
Victoria's Secret-Model Chanel Iman packt aus
© Getty Images

Die 22-jährige Chanel Iman ist Victoria’s Secret-Engel, regelmäßiges Vogue-Model und lief Shows für Designer wie Versace, Yves Saint Laurent, Stella McCartney und Balenciaga. Trotz des Erfolgs, weiß sie nur zu gut, dass es für dunkelhäutige Models schwer ist in der Modewelt Fuß zu fassen. "Dunkel" ist nicht gefragt. Dass die Modewelt keine Models mit Samthandschuhen anfasst ist bekannt, ein dickes Fell ist hilfreich bei einer Modelkarriere, denn von Kritik wird man nicht verschont. Aufgrund der nicht passenden Hautfarbe keine Jobs zu bekommen, ist allerdings noch eine Spur härter.

Nicht gebraucht
In einem Gespräch mit der Londoner Zeitschrift The Times erzählte Chanel Iman offen von ihren Erfahrungen: „Einige Male wurde mir von Designern gesagt ‚Wir haben schon ein schwarzes Mädchen. Wir brauchen dich nicht mehr.‘ Ich fühlte mich entmutigt. Wenn jemand dir sagt ‚Wir wollen dich nicht weil wir schon eine von deiner Sorte haben‘ ist das sehr traurig.“

'Verkauft sich schlechter'
„Schwarze Models“ sind mittlerweile zu einer Schublade in der Modewelt geworden – zu oft gibt es Modeschauen für die nur weiße Models gebucht werden, Modestrecken für die schwarze Models nicht in Frage kommen. Warum? Steven Meisel, Fotograf der bereits Kampagnen für Valentino, Calvin Klein, Louis Vuitton und Prada shootete erklärt, dass er oft negative Rückmeldungen von Kunden bekam, wenn er dunkelhäutige Models für seine Jobs buchte. „Ich fragte meine Kunden so oft ob wir ein dunkelhäutiges Model buchen könnten, doch sie sagten Nein. Werbeleute sagen dunkelhäutige Model verkaufen schlecht!“

Andere Anatomie
Oft hat es allerdings weniger mit der Rasse zu tun die den Designern und Bookern nicht passt, sondern mit der Körperfigur und dem Sitl des Modehauses: asiatische Models sind meist androgyn und weniger weiblich, es würde keinen Sinn machen sie für Shows zu buchen, bei denem feminine und sexy Mode gezeigt wird, so Casting-Agentin Barabra Nicoli.

Weißes Model als Afrikanerin
Zuletzt sorgte eine Modestrecke für Aufsehen, bei der ein weißes Model in eine „afrikanische Königin“ verwandelt wurde – zumindest für Jobs, für die dunkelhäutige Models vorgesehen wären, könnte man sie auch wirklich buchen, um solche Rassismus-Vorwürfe zu vermeiden.

VIDEO: Chanel Iman als Victoria´s Secret Angel