Glücksprinzip

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Baby, Busen & Belastungen

Sie gilt als Fleisch gewordener Männertraum, erfüllt alle Kriterien eines blonden Vamps: Traummaße, Traumbrüste, Wallemähne und Weibchenschema, wenn sie die Sendung „Talk, talk, talk“ auf Pro7 moderiert. Doch abseits ihres klug konstruierten Rollenklischees (die Brüste sind sorgfältig gepusht, die Wimpern angeklebt, die blauen Augen verdankt sie farbigen Linsen) ist Sonya Kraus (37) begeisterte Heimwerkerin, Hundemutter zweier Rottweiler und seit 13. Juli 2011 auch Mama eines Buben.

Sonya Kraus © TZ Österreich/ Inge Prader
Bild: (c) AGENCY PEOPLE IMAGE

Know-how.
Bekannt für beständig beste Laune hat Kraus jetzt den „Feel good“-Ratgeber „Wenn dir das Leben eine Zitrone gibt, frag nach Salz und Tequila“ geschrieben. Im Interview erzählt Kraus von den Schicksalsschlägen ihrer Kindheit, die aus ihr gemacht haben, was sie heute ist: ein positiver Mensch.

Sonya Kraus © TZ Österreich/ Inge Prader
Bild: (c) TZ Österreich/Inge Prader

Wie ist es zu dem Titel gekommen?
Sonya Kraus: Der Titel ist mein Lebensmotto. Das stand irgendwann, in düsterer Vergangenheit, an einer Klotür.

Wo sind die Zitronen in Ihrem Leben versteckt?
Kraus: Das Leben hielt schon relativ früh ganze Zitronen­laster für mich bereit. Als ich sechs Jahre alt war, ist mein kleiner Bruder gestorben, und als ich elf war, hat sich mein Vater in unserem Treppenhaus erhängt. Aber vielleicht hat er uns damit auch einiges erspart, denn mein Vater war leider Alkoholiker.
Diese Zitronenlaster haben mich zwar frontal erwischt, zwangsläufig aber auch dazu bewegt, positiv zu denken und mir mein eigenes Leben rosarot zu gestalten.
Ich habe daraus gelernt, dass das Leben auf einen Schlag zu Ende sein kann, und auch, echte von unechten oder selbst gemachten Problemen zu unterscheiden. Ich bin unverwundbar, solange es sich nicht um Tod oder Teufel dreht. Mit Teufel meine ich Krankheit. Solange es also meinem Umfeld gesundheitlich gut geht und ich keine Schicksalsschläge zu verwinden habe, die mit dem Thema Tod zu tun haben, werde ich mit allem fertig.

Was machen Sie, wenn es graue Tage in Ihrem Leben gibt?
Kraus:
Für graue Tage habe ich ganz viele Rezepte zum Glücklichwerden.
Zum Beispiel scharfe Sachen essen. Scharfe Sachen machen nicht nur im Schlafzimmer Spaß. Sie machen süchtig, weil sie einen Wirkstoff enthalten, der sich Capsaicin nennt.
Unser Körper reagiert darauf mit der Ausschüttung von Glückshormonen. Das sind zwar geringe Dosen, die wir aber dennoch wahrnehmen. Das kennen wir ganz gut von Männern, die, ohne eine Speise vorher probiert zu haben, gleich Chilipulver darauf schütten. Wir werden süchtig auf Scharfes, weil es glücklich macht. Solche Tipps gebe ich in meinem Buch.

Was ist für Sie das vollkommene Glück?
Kraus: Das vollkommene Glück finde ich immer im Alltäglichen, wie einem heißen Bad, da bin ich eigentlich schon im Paradies. Es kann aber auch ein Dankeschön sein von einem Fremden, dem man geholfen hat.
Ein weiterer meiner Glückstipps ist, sei ein One-Day-Hero oder besser ein Once-a-Day-Hero. Jeden Tag eine klitzekleine gute Tat. Das kann der Groschen sein, den man dem Sandler zuwirft, oder man stürzt sich auf eine Oma und bietet ihr an, ihr die Tüten abzunehmen.
Das hört sich schwülstig an, funktioniert aber. In solchen Momenten geht einem das Herz auf. Man muss nur nach ihnen suchen. Es kann auch minimalistisch sein, wie jemandem, der eindeutig schlecht gelaunt ist, ein Lächeln zu schenken. Lächeln ist sehr ansteckend, habe ich festgestellt.
Das sind meine alltäglichen Glücksmomente, und die kann jeder haben.

Auch Ihr sechs Monate alter Sohn wird für viele, viele Glücksmomente sorgen …
Kraus:
Natürlich. Mein kleiner Terrorist ist sechs Monate alt. Wenn er mich fünf Stunden am Stück schlafen lässt, schenkt er mir Luxus (lacht). Aber der Mama-Job ist hart. Wenig Schlaf, riesige Brüste. Man darf auch während des Stillens nichts trinken. Ich hatte schon seit über einem Jahr keinen mehr sitzen.
Sobald ich abgestillt habe, werde ich ausgehen und mir ein Besäufnis gönnen (lacht). Ich möchte meinen Kleinen trotzdem nicht mehr hergeben.

Den Vater Ihres Kindes halten Sie geheim. Können Sie sich vorstellen, Ihren langjährigen Lebenspartner zu heiraten?
Kraus: Ein Trauschein ist ein Vertrag, das finde ich unsexy. Deswegen kommt Heiraten für mich nicht infrage. Ich brauche auch keinen Tag, an dem ich mich im weißen Kleid wie eine Prinzessin fühle, das bin ich schon in meinem Job.

Als TV-Moderatorin der Sendung „Talk, talk, talk“ sind Sie ein dümmliches Prinzesschen.
Kraus:
Mich lächerlich zu machen bereitet mir absolut keine Probleme!

Sonya Kraus © TZ Österreich/ Inge Prader
Neu:
Sonya Kraus' humorige Lebenstipps

Ihr Lebensmotto: „Wenn das Leben dir eine Zitrone gibt, frag nach Salz und Tequila“ hat TV-Moderatorin Sonya Kraus jetzt in einen amüsanten, hilfreichen und vor allem humorvollen Lebensratgeber gleichnamigen Titels verpackt. Sie selbst habe gemäß diesem Motto schon die „fiesesten Lebenslagen“ gemeistert.
(Bastei Lübbe Verlag, 10,30 Euro.)

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